Liam Hemsworth ist das geringste Problem von The Witcher Staffel 4: Die Vorlage ist viel schlimmer für die Zukunft der Fantasy-Serie

06.08.2023 - 13:00 UhrVor 4 Monaten aktualisiert
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Nach Henry Cavills Ausstieg steht The Witcher in Staffel 4 mit Liam Hemsworth als Geralt 2.0 vor einer riesigen Herausforderung. Aber es gibt ein noch größeres Problem.

Henry Cavill wird fortan nicht mehr Geralt sein. Damit müssen wir uns abfinden. Denn The Witcher geht mit Staffel 4 ohne ihn weiter. Die Netflix-Serie steht vor der gewaltigen Aufgabe, auch mit Liam Hemsworth als Hexer-Nachfolger zu begeistern. Die unglückliche Umbesetzung des Hauptcharakters ist aber nicht das größte Problem, dem sich die 4. Staffel stellen muss. Es ist die Buchvorlage.

Feuertaufe für The Witcher: Die Vorlage für Staffel 4 reicht nicht aus

Die Netflix-Serie The Witcher basiert auf den Hexer-Romanen von Andrzej Sapkowski *. Staffel 1 adaptierte mehrere Kurzgeschichten, während Staffel 2 und 3 jeweils einen der ersten beiden Romane der Hexer-Pentalogie verfilmten. Manchmal mehr und manchmal weniger nah an der Vorlage. Die logische Schlussfolgerung ist, dass Staffel 4 den dritten Band, Feuertaufe, umsetzen wird. Und hier beginnt das Problem.

Ciri in The Witcher

Andrzej Sapkowskis Hexer-Saga zu verfilmen, ist an sich schon eine gewaltige Herausforderung. Die Saga Buch für Buch zu adaptieren, ist eigentlich die falsche Herangehensweise für eine Serie. Denn die fünf veröffentlichten Bücher haben keine eigene Erzählstruktur. Vielmehr sind sie Häppchen der epischen Gesamtgeschichte. Das bedeutet konkret: Die einzelnen Bücher haben oft keinen klaren Anfang und kein klares Ende für die Hauptfiguren.

Ein Beispiel: Für Ciri (Freya Allan) beginnt am Ende von Buch 2, Die Zeit der Verachtung, ein neues Abenteuer, was bereits im Finale von Staffel 3 aufgegriffen wurde. Unter dem Namen Falka schließt sie sich der Rattenbande an. Dieses Kapitel ihrer Geschichte wird in Feuertaufe am Rande weitererzählt und findet erst in Buch 4, Der Schwalbenturm, einen dramaturgischen und tragischen Höhepunkt.

Damit die Ereignisse rund um Ciris Charakter in Staffel 4 einen richtigen Spannungsbogen erhalten, müsste The Witcher idealerweise die Geschichten aus drei Büchern zusammenfassen. Das Grundproblem, dem sich die Netflix-Serie nähert, wird damit aber nicht gelöst.

Liam Hemsworth ganz allein: The Witcher spaltet sich komplett in 3 Geschichten auf

The Witcher ist nicht nur die Geschichte von Geralt, sondern auch die von Ciri und Yennefer (Anya Chalotra). Ihre Dynamik als Wahlfamilie gehörte zu den großen Stärken in Staffel 3. In der Geschichte der Vorlage sind die Hauptfiguren ab jetzt jedoch für eine lange Zeit getrennt. In Staffel 4 könnte sich die Serie also in drei komplett unterschiedliche Erzählstränge ohne Schnittpunkte aufspalten.

Im Staffel 3-Finale ist die Witcher-Familie das letzte Mal zusammen

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Ein weiteres Problem: In Feuertaufe passiert nicht viel. Ciris Ratten-Erlebnisse finden nur peripher statt und Yennfer kommt nur in einer Sequenz vor, die bereits in Staffel 3 erzählt wurde. In den restlichen 80 Prozent des Buches befindet sich Geralt auf Reisen. Er wandert über den Kontinent, wobei sich ihm neue Verbündete anschließen. Ein richtiger Spannungsbogen, der uns durch acht Episoden führt, ist das nicht.

Denn Geralts neue Reise führt nirgendwo hin. Am Ende des nächsten Buches ist er Ciri kein Stück näher gekommen und hat keinen Anhaltspunkt, wo sie sich gerade wirklich befindet. Als Serien-Zuschauende wäre das für uns unglaublich frustrierend. Warum sollten wir jetzt zwei Jahre auf eine neue Staffel warten, in der Geralt eigentlich nur in die falsche Richtung läuft? Wir wissen doch längst, dass sie nicht in Nilfgaard ist.

Natürlich gibt es am Ende des Romans eine gewaltige (aber kurze) Schlacht, in die Geralt und seine Gefährten verwickelt werden. Das allein reicht aber nicht aus, um eine ganze Staffel 4 füllen.

Das größte Problem für Netlfix' The Witcher: Die Zeit läuft davon

Nach dem thematisch passenden Abschied von Henry Cavills Geralt herrscht bei vielen Fans bereits Untergangsstimmung. Klar, Staffel 4 ist offiziell bestellt und sogar Staffel 5 befindet sich in der Entwicklung, berichtet Redanian Intelligence . Ob die Serie mit Liam Hemsworth nochmal den Hype der ersten Staffeln entfachen kann, ist aber fraglich.

Die Gefahr ist groß, dass The Witcher früher enden könnte als gedacht, sollte Staffel 4 nicht den gewünschten Erfolg bringen. Das wäre ein Supergau für Fans der Fantasy-Saga, wenn die Serien-Adaption ohne Abschluss enden würde. Daher wäre es sinnvoll, sich für die kommende Staffel von der bisherigen Struktur – ein Buch pro Staffel – zu verabschieden.

Anstatt wie bisher weiterzumachen und die Ereignisse der Vorlage wie in Staffel 2 mit neu ausgedachtem Material zu strecken, sollte die Netflix-Serie lieber schneller in der Geschichte der Bücher voranschreiten. Noch insgesamt drei Romane hat die Serie zu adaptieren. Aber bleibt ihr überhaupt noch die Zeit dafür?

Mehr zu The Witcher Staffel 4 und den Problemen der Netflix-Serie gibt's im Podcast zu hören

In der 3. Staffel verabschiedet Netflix’ Fantasy-Hit The Witcher Henry Cavill als Hauptdarsteller. In Zukunft wird der Hexer von Liam Hemsworth verkörpert. Kann die Serie mit all ihren geplanten Spin-offs diesen Rückschlag überleben?
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Wir diskutieren mit FILMSTARTS-Gast Sebastian, ob der Henry Cavill-Abschied gelungen ist, welche Stärken und Schwächen das Staffel 3-Finale bei Netflix mitbringt und wie es jetzt mit The Witcher weitergeht.

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