Heute im TV: Dwayne Johnson wollte Bruce Willis’ größten Erfolg wiederholen – und scheiterte

09.09.2021 - 16:20 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Skyscraper - Trailer 2 (Deutsch) HD
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Dwayne Johnson in SkyscraperAbspielen
© Universal
Dwayne Johnson in Skyscraper
2018 versuchte sich Dwayne Johnson an einer Kopie von Bruce Willis' Action-Klassiker Stirb Langsam. Das ernüchternde Resultat läuft heute im TV.

Dwayne Johnson hat ein Händchen für Erfolg, sollte man meinen. Er gehört zu den Bestverdienern Hollywoods, verhalf der Fast & Furious-Reihe zu ihren größten Erfolgen und spielt an Gal Gadots Seite bald im teuersten Netflix-Film aller Zeiten mit. Doch es gab auch bittere Rückschläge. Heute Abend läuft etwa der Stirb Langsam-Klon Skyscraper im TV, der gegenüber dem Original mit Bruce Willis leider große Schwächen zeigt.

Dwayne Johnson macht Bruce Willis-Action: Darum geht's in Skyscraper

Viele Kritiker führten die Schwächen auf den abgekupferten Plot des Films zurück: Ex-Elitekämpfer Will Sawyer (Johnson) soll für das gewaltige Hochhaus des Unternehmers Zhao (Chin Han) die Sicherheitsvorkehrungen prüfen. Doch plötzlich attackieren Terroristen das Gebäude, nutzen Sawyers Arbeit für ihre Zwecke und stecken den Wolkenkratzer in Brand.

Er setzt nun alles daran, seine im Gebäude residierende Frau Sarah (Neve Campbell) und ihre gemeinsamen Kinder zu retten. Dabei kommen ihm allerdings nicht nur die Flammen in die Quere. Auch die Terroristen um Fiesling Kores Botha (Roland Møller) stellen sich ihm in den Weg.

Bruce Willis wäre traurig: Dwayne Johnsons Stirb Langsam-Kopie ist gescheitert

Dwayne Johnson in Skyscraper

So stark sich der gesamte Plot von Skyscraper auch an dem von Stirb langsam orientiert: Das allein wäre kein Beinbruch. Von Star Wars (A Hidden Fortress) zu Fast & Furious (Point Break) ist die Kinogeschichte voller toller und erfolgreicher Blockbuster, die ihre Kerngeschichte anderen Filmen zu verdanken haben.

Die geklonte Handlung als Hauptaugenmerk vieler Kritiker (via Entertainment Weekly ) ist da eher ein faules Argument. Die Produzenten des Films versuchten auch gar nicht erst, die Ähnlichkeiten zwischen Stirb Langsam mit Bruce Willis und Skyscraper zu kaschieren, sondern betonten sie sogar noch – etwa durch das wunderbar trotzige Posterdesign.

Eindeutige Homage an Stirb Langsam: Ein Skyscraper-Poster

Tatsächlich macht Skyskraper am Anfang eine Menge richtig: Stuntbetonte Actionszenen, etwa die zwischen Sawyer und Ex-Kollege Gillespie (Pablo Schreiber), sitzen wie eine Eins und machen selbst der John Wick-Reihe Konkurrenz.

Kamera und Dialoge erzählen sehr effizient. Sawyers tragische Vorgeschichte wirkt spannend und weder langatmig noch gehetzt.Auch aus Zhao oder Botha schält das Drehbuch zum Teil feine Nuancen heraus, lässt sie manchmal kalt und brutal, manchmal herzlich wirken. Am meisten punktet allerdings Johnson in der Hauptrolle: Den besorgten Familienvater nimmt man ihm hier ab, weil er genau wie John McClane einfach durch den Film hetzt, statt sich mit flachen Pathos-Momenten abzugeben.

Unglücklicherweise kann Johnson aber nicht den gesamten Film tragen, und die restlichen Höhepunkte nehmen nach dem ersten Drittel des Films rapide ab. Der gesamte Blockbuster – Figuren, Dialoge, Effekte – schrumpft zu einem generischen Gerippe aus CGI und haarsträubenden Action-Sequenzen.

Will Sawyer mit Frau Sarah (Neve Campbell)

Sobald sich Sawyer zur Rettung seiner Familie im brennenden Wolkenkratzer aufmacht, sind alle Figuren auserzählt. Ihre Hüllen exerzieren jetzt noch etwa eine Stunde recht vorhersehbare Züge durch. Statt auf interessante Dialoge oder virtuose Stunts setzt Skyscraper nun auf jede Menge CGI.

Und das ist leider nicht sonderlich interessant. CGI ersetzt keine spannenden Figuren, gerade hier läuft das Effektspektakel vor allem darauf hinaus, sich andauernd ein brennendes Hochhaus ansehen zu müssen. Vielleicht gibt es Menschen, die solche Schauwerte eher in Ehrfurcht versetzen als CGI-Geldfresser wie Urzeitmonster oder Kampfroboter. Aber ich gehöre nicht zu ihnen.

Es ist ein wenig so, als hätte sich Skyscraper nach einer halben Stunde im Spiegel angeschaut und dort nur den müden Abglanz des Nakatomi Plaza gesehen. Es ist nicht schlimm, ein Klon zu sein. Kopierte Plots können manchmal die Grundlage für brillante Ergänzungen sein. Aber dann darf man sich nicht vor dem Original fürchten.

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