Sommerhaus der Stars

Ein Dschungelcamp-Spin-off für Thorsten Legat

Das Sommerhaus der Stars
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Das Sommerhaus der Stars
04.08.2016 - 08:50 UhrVor 5 Jahren aktualisiert
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Im Sommerloch pfeift RTL auf seine programmgestalterische Restwürde und fährt mit Das Sommerhaus der Stars gute Quoten ein. Die Reality-Show lässt Thorsten Legat auf bedeutungslose Promi-Paare los. Wir haben das Finale gesehen.

Das Sommerhaus der Stars dem Sommerloch in die Schuhe zu schieben, ist eigentlich ungerecht. Als würde Thorsten Legat behaupten, er sei eigentlich nie wütend, und wenn, dann nur an Wochentagen, die auf „tag“ enden, und Mittwochs. Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Die Bedeutung des Sommerlochs als Katalysator des Privatfernsehens für Trash-und Schundsendungen hat in den letzten Jahren erheblich abgenommen. Wenn überhaupt, ist das Sommerloch zu einer Ausrede geworden, in der Zeit zwischen Ende Mai und Anfang September mal wirklich so richtig die Redakteurs-Sau rauszulassen und die blödesten Ideen über den Hof zu jagen.

Alles ist besser als das hier

Seit gestern Abend ist Das Sommerhaus der Stars wieder geräumt. Okay, wahrscheinlich schon etwas länger, denn ihre Mieten dürften Pärchen wie Rocco Stark und Angelina Heger ja mit der Teilnahme am "Kampf der Promipaare" zumindest für drei, oder sagen wir mal vorsichtig, zwei Monate wieder eingespielt haben. Anlass, länger in der nicht wirklich gemütlich anmutenden Villa in Portugal zu verweilen als nötig, gibt es also weniger. Wenngleich man sich ja am Ende solcher Shows unweigerlich fragt, in was für 1 Life die Teilnehmer anschließend wieder zurückkehren müssen und ob dieses tatsächlich besser ist als das wochenlang für die Zuschauer abgefilmte und gesendete zumindest mit groben Direktiven gefüllte Dasein. Andererseits nein, diese Frage stellt sich natürlich nicht, zumindest nicht beim Sommerhaus der Stars, wo man Tür an Tür mit Menschen wie René Weller und eben auch Thorsten Legat und ihren Partnerinnen wohnen müsste, die den Kampf um den Titel "Promi-Paar des Jahres" ziemlich ernst zu nehmen scheinen. Alles ist besser als das.

Thorsten, wir loosen voll ab!

RTL hat mit das Sommerhaus der Stars Thorsten Legat ein Dschungelcamp-Spin-off spendiert. Im Finale kriegen er und seine Alexandra das fetteste Stück vom Screentime-Mettigel. Ein Wettkampf-Dialog: "Thorsten, wir loosen voll ab!" - "Ist mir doch egal." Als ob. Im deutschen Reality-Show-Internierungs-Universe ist Legat die derzeit größte Nummer, zusammen mit Anti-Heldin Helena Fürst, deren charakterliche Finsternis, weiß der Himmel warum, sich im selben Segment deutlich schwerer vermarkten lässt. An Thorsten Legat, das lässt sich über Fürst nicht sagen, scheiden sich immerhin noch die Geister, während die "Höllenfürstin" einfach nur gehasst wird, schlechte Schlager aufnimmt und ihre abgesetzten Hilfs-Sendungen noch mal abgesetzt bekommt, bei Super RTL. Tiefer kann man nicht sinken. Na ja, schon irgendwie.

Das Sommerhaus der Stars

Thorsten Legat wird sogar geliebt, das ist nach einer Ausgabe Sommerhaus gewiss. Frau Legat schaut ihren Mann immer so verliebt an, wenn er spricht, ganz betört von dessen animalischem Charme, hört vermutlich gar nicht, was er da so von sich gibt, und das ist wahrscheinlich das Geheimnis dieser Beziehung. „Dasselbe hätte ich nicht besser sagen können“, kommentiert sie einen seiner gepusteten Legat-Sätze. Und man will es ihr glauben.

In Sachen Edgyness halten da nur Chris Töpperwien und Magey Kalley mit. Currywurst-König Chris ist, nein, trotz Alliteration kein Schwiegertocher Gesucht-Kandidat, sondern mehr der Typ Sonnenbrille-mit-bunt-getönten-Gläsern-in-geschlossenen-Räumen-Träger und eben mit einer eleganten Frau Namens Magey zusammen. Magey und Chris, das ist so eines dieser Pärchen im Sommerhaus, bei dem man beim besten Willen nicht erraten könnte, welcher von beiden jetzt der prominente Part ist.

Sie bescheren der Finalshow dennoch den dramatischen Höhepunkt. Die drei verbliebenen Frauen müssen Reifen wechseln an einem Auto, das in dreißig Metern Höhe aufgehängt wurde. Als Magey Kalley beim Reifenwechseln so doll Höhenangst kriegt, dass sie ins besagte Auto flüchtet und damit klar ist, dass sie das Spiel beenden und ergo die Legats im Finale stehen werden, wird das epochale Ausmaß dieses Ereignisses mit dem Hans Zimmer-Stück No Time for Caution  aus der Andock-Szene in Interstellar untermalt. Chris muntert Magey anschließend auf: „Sie war so verdammt langsam, aber sie hat das super gemacht.“

Bei der Wahl des Spielleiters Malte Arkona bewies RTL übrigens Humor: Arkona moderierte im KIKA den Tigerenten Club, wo er Zwölfjährige als Frösche und Tigerenten verkleidet zum Dosenwerfen gegeneinander antreten ließ. Im Sommerhaus der Stars sind es eben Prominenten-Paare. Man will sich ja auch mal beweisen, so als Fernsehmoderator.

Aufgabenstellung fürs Finale: Der Mann bekommt einen Blasebalg ans Steißbein befestigt, mit dem ein Ballon aufgepustet werden soll. Die Frau darf beim Aufpusten nicht die Hände benutzen. Arkona: „Kleiner Tipp: am besten geht es mit der Hüfte.“ Och, ihr Schlingel, ihr. Wer den Vorgang noch nicht vor Augen hat, darf sich von Xenia auf die Sprünge helfen lassen: „Ich muss dich von hinten nehmen“, kichert sie verschmitzt ihrem Rajab zu.

Xenia und Rajab

Am Ende gewinnen dummerweise die wenig schillernden Xenia und Rajab. Das ist wirklich ziemlich egal, hatte sich RTL wahrscheinlich aber trotzdem anders vorgestellt. Vielleicht hatten die für die nahe Zukunft sowas wie Schlag den Legat angedacht, ohne Wissens- und Denkspiele selbstredend. So bricht die Übertragung nach kurzer Krönung auch sonderbar schnell und unwürdig uneuphorisch ab, nur etwas freudiges Gehüpfe in Zeitlupe, Flammenfontänen und darum besorgniserregend herumflatterndes, leicht entzündliches Konfetti, Wer-hätte-das-am-Anfang-gedacht- und Es-hat-riesigen-Spaß-gemacht-Statements, Umarmungen. Aber Schlag den Rajab macht sich vom Klang her jetzt auch nicht so schlecht. Und für alle, die noch nicht genug haben: Bald ist doch schon wieder Promi-Big Brother-Time. Außerdem hat RTL da ja auch noch was in der Hinterhand für sein Sommerloch. Adam sucht Eva, mit Promis, startet noch in diesem Monat.

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