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Aufreger der Woche

Der Hobbit - Eine ausgedehnte Reise

15.12.2012 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Der lange Hobbit
© Warner Bros./moviepilot
Der lange Hobbit
Ich bin zwar keine Ziege, meckern kann ich aber trotzdem. Und genau das mache auch diesmal wieder. In dieser Woche dreht sich alles um Der Hobbit. Mir ist die unerwartete Reise, die Bilbo antritt zu ausgedehnt.

Es ist doch seltsam: Monatelang wird über ein Wahnsinnsereignis berichtet und wenn es dann da ist, naja, dann ist die Welt doch noch so wie so vorher war. Bei der Gelegenheit fällt mir ein: Der ganze Maya-Kalender-Unfug hat ja bald ein Ende. Aber darum geht’s gar nicht, sondern um etwas Wichtigeres als den Weltuntergang: Um Filme. Präziser gesagt um den Start der Hobbit-Trilogie. Und noch präziser gesagt: Um das, was noch folgen wird.

Der Aufreger der Woche diskutiert am Beispiel von Der Hobbit: Eine unerwartete Reise zweifelhafte Extended Versionen.

Hobbit total
Großes hat begonnen. Allerorten springen Fantasy-Fans vor Freude im Karree, fallen vor lauter Enthusiasmus aus den Latschen und klatschen wie kleine Kinder ausgelassen in die Hände: Der Hobbit: Eine unerwartete Reise ist in den deutschen Kinos angelaufen! Seit der Herr-der-Ringe-Trilogie von Peter Jackson kennt sich jeder zweite Mensch ab dem Vorschulalter mit den Werken von J.R.R. Tolkien aus. Gelesen hat sie zwar nur ein Bruchteil, aber dank des Internets und zahlreicher Informationen in der Presse kennt jeder mehr oder minder gut Mittelerde, Gandalf, Frodo, Gollum und was nicht alles dazu gehört. Dass die zur Trilogie erweiterte Hobbit-Adaption diesem Hype noch einmal Auftrieb geben wird, ist beinahe so sicher wie ein Volvo. Jedem sei es gegönnt, sich in der fiktiven Welt zu verlieren, den elbischen Abenteuern beizuwohnen und mit den Protagonisten mitzufiebern. Dafür sind Filme unter anderem schließlich da. Wäre da nicht diese eine Ankündigung, deren Hintergrund bei genauer Betrachtung für Magengrummeln sorgen kann.

Äußerst ausgedehnt
Gemeint ist die bereits jetzt angekündigte Extended Edition, die nächstes Jahr kurz vor der Fortsetzung Der Hobbit: Smaugs Einöde erscheinen wird. Mir ist bewusst, dass es einige Leute gibt, die sich wie Bolle darauf freuen, eine noch längere Version angucken zu dürfen. An sich ist dagegen nichts einzuwenden. Was aber sauer aufstößt ist die Tatsache, dass der Extended Cut vermutlich satte 20 bis 25 Minuten mehr Material beinhalten wird. „Ist doch klasse!“, werden jetzt einige sagen. Ich halte dagegen, denn auf die eine oder andere Weise ist irgendwer vermutlich verarscht worden. Entweder der Kinobesucher oder aber der DVD/Blu-ray-Käufer. Wenn eine solche Fülle an Zusatzmaterial eingebaut werden kann, dann muss davon ausgegangen werden, dass a) in der Kinofassung womöglich Szenen fehlen, die in irgendeiner Weise von Bedeutung sind, die aber nur der Käufer des Extended Cuts kennen kann, oder b) die zusätzlichen 20 – 25 Minuten vollkommen überflüssig sind und nur dazu dienen, den größtmöglichen Profit aus dem Film zu schlagen. Der Verbraucher scheint in jedem Fall der Gekniffene zu sein.

Frappierende Unterschiede
Für Fans, die jede noch so bedeutungslose zusätzliche Szene mit Applaus honorieren, mag sich der Ärger in Grenzen halten, da sie oftmals Jäger und Sammler sind, die Filme in jeder nur erdenklichen Version besitzen und kennen. Für Otto Normalkinogänger bzw. Otto Normalfilmkäufer kann der Unterschied jedoch frappierend sein, denn es besteht die Möglichkeit, dass er entweder einen beinahe anderen Film sieht oder viel Geld für wenig Leistung zahlen muss. Damit es nicht zu Irritationen kommt: Mit der Qualität des Films an sich hat die Kritik nichts zu tun. Vielmehr geht es um die exzessive Auswertung, die manchmal an ein Schlachtfest erinnert. Jeder Fitzel wird eingebaut, um einen Film als neue Version anpreisen zu können.

Die – vom Regisseur nicht immer gutgeheißenen – Extended Versionen sind nur manchmal ein Fest für Filmfreunde. Selbstredend besteht die Möglichkeit, dass die Auswertung von Der Hobbit zusätzliches Material enthält, das nicht handlungsrelevant aber dennoch nicht überflüssig ist. Und keineswegs sollen Extended Cuts vom Markt verschwinden. Nicht selten sind die nämlich ziemlich cool. Aber Vorsicht! Hinter jeder Ecke lauert jemand, der George Lucas nacheifert. Wer Krieg der Sterne damals im Kino gesehen hat, kennt nicht denselben Film, der später als Special Edition angepriesen wurde. Dass Extended Versionen so missbraucht werden, will doch niemand so wirklich…

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