Der Erfolg des Marvel Cinematic Universe

Einleitung: Warum ist Marvel so erfolgreich?

Einleitung: Warum ist Marvel so erfolgreich?

Mäßigkeit ist verhängnisvoll; nichts hat so viel Erfolg wie das Übermaß”, heißt es in Oscar Wildes Komödie “Eine Frau ohne Bedeutung”. Jeder, der aktuell auf die Strategie der Marvel Studios schaut, wird dem zustimmen. Die Filmschmiede des Comic-Giganten eröffnete mit Iron Man 2008 das Marvel Cinematic Universe (MCU). Seitdem stürmen dessen Superhelden ohne Unterlass über unsere Kinoleinwände, und zwar mit riesigem Erfolg. In Hollywood sind dafür Einspielergebnisse und Zuschauerzahlen das Maß aller Dinge. Für den neuesten Beitrag zum MCU, Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron, wird wie im Reflex bereits das beste Einspielergebnis des Jahres prognostiziert. So fragen wir uns zum Kinostart des Avengers-Sequels, was das jüngste Studio unter den großen Playern richtig oder besser als andere seiner Art macht. Wie kommt der Erfolg der Marvel Studios zustande?

Dabei betrachten wir das Marvel Cinematic Universe aus verschiedenen Blickwinkeln. Lässt sich der Erfolg von Marvel aufs Übermaß reduzieren? Wohl eher nicht. Risiko-Minimierung ist eine Strategie, die zum Gelingen führt. Das könnte einer der Gründe sein, warum es noch keinen Standalone-Film für eine Superheldin aus dem Hause Marvel gibt. Auch an der Bösewicht-Front sieht es mau aus: Außer Loki wurde bis dato kein prägender, überdimensionaler Schurke wie etwa der Joker eingeführt. Trotzdem schimmern genau dahinter strategische Entscheidungen auf, welche die Disney-Tochter Marvel von anderen Studios wie Fox, Sony oder Warner abheben und die Einmaligkeit ihres Kino-Universums ausmachen.

Einige Konkurrenten eifern Marvel nach und bringen ihre eigenen fiktionalen Universen in Stellung. Ein Blick in die Filmgeschichte offenbart allerdings, dass es das Konstrukt eines filmischen Universums bereits früher gab und es keine originäre Marvel-Erfindung ist. Aber aus der Geschichte lernen, heißt siegen lernen, und ein Produzent namens Kevin Feige hat seine Lehren aus den frühen Film- und Comic-Jahren gezogen. Er ist der Kopf hinter dem MCU, nimmt als dessen Architekt die Fans ernst und besitzt ein überglückliches Händchen bei der Auswahl seiner Stars. Denen wiederum reichen heute weder rote Teppiche noch Nachrichten in Boulevard-Blättchen. Marvel-Stars sind enorm präsent in sozialen Medien und die Grenzen zwischen Star und Figur verschwimmen, wenn sich die guten Taten der Superhelden im Alltag fortsetzen. So entsteht auch durch den unterhaltsamen erzählerischen Kitt des MCU, wie die Abspannsequenzen, das Bild einer allumfassenden Marke. Diese bewegt sich mit dem Kinostart von The Avengers 2: Age of Ultron auf den bisherigen Höhepunkt ihrer Popularität zu.

Zahltag: Kassensturz beim Marvel Cinematic Universe

Zahltag: Kassensturz beim Marvel Cinematic Universe

Hollywood-Studios messen Erfolg in allererster Linie an der Kinokasse. Marvel hat in dieser Hinsicht seit dem Start des Marvel Cinematic Universe seinen Erfolg verdoppelt, in manchen Fällen sogar verdreifacht. Im US-amerikanischen Raum steht das MCU-Imperium mit Kassenerfolgen wie Marvel's The Avengers und Guardians of the Galaxy mittlerweile auf Platz 1 der erfolgreichen Franchises, weltweit wird es nur von einem kleinen Zauberlehrling mit Brille überboten. Kenner werden jetzt sofort die Inflationskeule schwingen, aber auch hier wird das MCU in den USA nur von dem Agenten ihrer Majestät und dem Star Wars-Universum überholt.

Der Erfolg kam allerdings nicht über Nacht, sondern hat sich langsam und kontinuierlich aufgebaut. Es begann an den Kinokassen mit einem Kracher und einem relativen Misserfolg. Wer weiß, was passiert wäre, wenn Iron Man (gestartet im Mai 2008) genauso wie Der unglaubliche Hulk (gestartet im Juni 2008) hinter den Erwartungen zurückgeblieben wäre? Wahrscheinlich hätte niemand etwas auf die Pläne und Visionen des damals 35-jährigen Kevin Feige gegeben, der ein Jahr zuvor zum President of Production der Marvel Studios ernannt wurde. Wahrscheinlich wäre das Wort Marvel Cinematic Universe niemals in den cineastischen Sprachgebrauch übergegangen. Aber Iron Man sorgte für überschäumenden Beifall von allen Seiten: Kritiker sowie Fans waren begeistert, die Kasse stimmte und Marvel war auf einmal als Filmstudio in aller Munde, nicht nur als Lizenzgeber.

Während Iron Man das Einspielergebnis in Teil 2 steigerte und in Teil 3 den Kassenstand regelrecht pulverisierte, konnten die ersten Einzelabenteuer von Thor und Captain America nicht mithalten. Aber die Marvel-Strategie setzt nicht notwendigerweise auf einen ersten Teil, sondern vielmehr auf Fortsetzungen, auf eine Etablierung der Helden und ihrer Geschichte, um im zweiten, dritten und folgenden Film den finanziellen Erfolg zu generieren. Die Strategie ist, obwohl Kritiker wie Fans dem Sequel-Wahn eigentlich wenig abgewinnen können, in finanzieller Hinsicht aufgegangen. Alle Fortsetzungen sind bis dato deutlich erfolgreicher und Experten prognostizieren für Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron einen ähnlichen Verlauf. Anderen Studios, die Marvel-Figuren lizensiert und mit ihnen Filmreihen aufgebaut haben, ist die Entwicklung einer solchen Box Office-Dynamik nicht gelungen.

Marvels Erfolg gäbe es in diesem Ausmaß nicht, wenn Hollywood nicht konsequent auf neue Märkte schauen würde. China steht da ganz oben, immerhin ist es der zweitgrößte Absatzmarkt der Welt, wenn es um Kinofilme geht. So komisch es klingen mag: Die Zukunft für Hollywood liegt außerhalb Hollywoods, denn der Anteil am Einspielergebnis der Blockbuster außerhalb der USA wird immer größer. Auf neuen Märkten erfolgreich sein, heißt aber auch, dass die Superhelden-Filme diese gezielter ansprechen müssen; so zumindest der Gedankengang der Verantwortlichen. Deswegen wurden für Iron Man 3 Extra-Szenen für die Kinos der Volksrepublik gedreht. In denen telefoniert J.A.R.V.I.S. auf Mandarin, an anderer Stelle wird Werbung für eine chinesische Milchmarke untergebracht und Superstar Fan Bingbing darf auch durchs Bild huschen. Zugeständnisse an ein internationales Mainstream-Publikum zwecks Risiko-Optimierung sind für alle großen Studios notwendig geworden, um außerhalb der Heimat erfolgreich zu sein. Marvel gehört in dieser Hinsicht zu den Pionieren. Dass Captain America 2: The Return of the First Avenger ohne zusätzliche Szenen dieser Art im Reich der Mitte 115,6 Millionen Dollar eingenommen hat, zeugt wiederum von der grenzüberschreitenden Attraktivität der Superhelden-Geschichten.

Betont unauffällig: Kevin Feige

Produzenten stehen in der Regel im Schatten der Schauspieler und Regisseure, sie lenken das Filmprojekt aus dem Hintergrund. Nicht so beim Marvel Cinematic Universe. Ohne die zentrale Person Kevin Feige wäre an einen Erfolg der Marvel Studios, wie er sich in den letzten acht bis zehn Jahren gezeigt hat, nicht zu denken. Wie in der klassischen Hollywood-Ära eines Walt Disney oder David O. Selznick ist es bei den Marvel Studios ein Produzent, der über mehrere Jahre hinweg das Konzept einer ganzen Reihe von Filmen gestaltet und so eine gewisse Einheitlichkeit garantiert. Waren zu Beginn des Marvel Cinematic Universe (bei Iron Man und Der unglaubliche Hulk) noch die Produzenten Avi Arad und Gale Anne Hurd mit an Bord, ist Kevin Feige seit 2009 alleiniger Producer der Marvel Studios. Einige Insider vermuten gar, dass der Mann, der Millionen Dollar mit seinen Filmen in die Kasse spült, vielleicht einmal die Geschicke des Mutterkonzerns Disney lenken könnte.

Kevin Feige

Kevin Feige ist einer der mächtigsten Männer Hollywoods geworden, obwohl er mit obligatorischem Basecap und Sweatsthirt in den Medien betont bodenständig auftritt. Er sucht nicht nur die Nähe zu den Fans, sondern präsentiert sich als ausgewiesener Marvel-Comic-Kenner, als einer von ihnen. Selbst negativ aufgenommene Entscheidungen, die von einer harten Produzenten-Hand im Hintergrund zeugen, vermögen das positive Image des Marvel-Mannes nicht zu trüben. Die kreativen Differenzen mit Jon Favreau in der Planung der Iron Man-Reihe, die zu dessen Aufgabe des Regie-Jobs nach Teil 2 führten, oder der Abgang von Edgar Wright als Regisseur von Ant-Man führten zwar zum Aufschrei in den sozialen Medien. Bislang bleibt Feige trotzdem eine Art unangreifbare Autorität, was auf sein umgängliches Auftreten und auf seine Erfolgsbilanz zurückgeführt werden kann. Oder auf gutes Timing: Der Fan-Liebling Guardians of the Galaxy kam nach der Ant-Man-Krise jedenfalls gelegen.


Lehren der Geschichte: Vorbilder des Marvel Cinematic Universe

Lehren der Geschichte: Vorbilder des Marvel Cinematic Universe

Als Nick Fury (Samuel L. Jackson) nach dem Abspann von Iron Man plötzlich in Tony Starks (Robert Downey Jr.) Appartement auftauchte und dem verdutzten Multimilliardär etwas von der Avengers-Initiative zuraunte, wussten Kinogänger mit Sitzfleisch wohl noch nicht so recht, was das zu bedeuten hatte. In den folgenden Filmen des Marvel Cinematic Universe schaute aber nicht nur der S.H.I.E.L.D.-Chef vorbei, auch weitere Helden ließen sich kurze Stippvisiten in den Abenteuern ihrer kommenden Kollegen nicht nehmen. All das kulminierte schließlich in Marvel's The Avengers, wodurch nun auch dem Letzten klar war, dass im Marvel Cinematic Universe alles miteinander verbunden ist.

Doch während eine solche Vernetzung der Abenteuer unterschiedlicher Superhelden mit folgender großer Zusammenkunft im Kino-Bereich ein Novum darstellte, setzten die Marvel Studios damit eigentlich nur konsequent das um, was in ihren Comics schon jahrzehntelang gang und gäbe war. Das Kino kannte ebenfalls lange vor Marvels Superhelden-Kosmos gemeinsame Film-Universen, wenn auch weit weniger ausgefeilt.

Im Comic-Reich schickte Marvel-Rivale DC Comics 1940 als erster eine Superhelden-Truppe ins Rennen, die Justice Society of America. Bestand sie aber noch aus nicht allzu bekannten Charakteren, trumpfte 1960 die Justice League mit Superman, Batman, Wonder Woman, Flash, Green Lantern, Aquaman und dem Martian Manhunter auf. Diese schlagkräftige Truppe inspirierte nun wiederum den damaligen Marvel-Chef Martin Goodman dazu, seinen Redaktionsleiter Stan Lee mit der Erfindung eines eigenen Superhelden-Teams zu beauftragen. Zusammen mit verschiedenen Zeichnern machte sich Lee ans Werk.

Justice Society of America - Comic Cover
Justice Society of America - Comic Panel
Justice League of America - Comic Cover

So debütierten dann 1961 die Fantastic Four, denen schon bald Ant-Man, Hulk, Thor und Iron Man folgten. 1962 schlossen sich die Solohelden zu den Avengers zusammen, denen wenig später auch der schon 1939 erfundene Captain America beitrat. Dieser erlebte seine Abenteuer bereits kurz nach seiner Erschaffung im selben Universum wie The Human Torch und Namor, the Sub-Mariner. In den 1980er-Jahren begann dann Marvel wie auch DC, jährliche Riesen-Crossover ihrer jeweiligen Helden zu veröffentlichen, in denen stets das Schicksal des Universums auf dem Spiel stand.

In den 1940ern kam es aber auch schon im Kino zu einer Vereinigung von Charakteren, die ihre Film-Karriere in Solo-Abenteuern begonnen hatten: die Universal-Monster. Nachdem Dracula, Frankensteins Monster und der Wolfsmensch in etlichen eigenen Filmen Angst und Schrecken verbreitet hatten, machte der zottelige Mondsüchtige 1943 in Frankenstein trifft den Wolfsmenschen die Bekanntschaft der Kreatur. In Frankensteins Haus und Draculas Haus gesellte sich später auch der blutsaugende Graf dazu, einen Buckligen und einen verrückten Wissenschaftler gab’s beide Male obendrauf.

  • Dracula
  • Frankenstein
  • The Wolf Man
  • Title: To overwelm you with horror ... twice as grim
  • Frankenstein meets The Wolf Man
  • Title: One monster would be terrific
  • Title: But here are five to bring you five time thrill
  • The House of Frankenstein
  • Title: Monster Battling Monster
  • Title: Prepare for the shock of your life!
  • House of Dracula

Aber ganz so leicht, wie es diese Vorbilder vermuten lassen, war es für Marvel dann doch nicht, ein erfolgreiches Kino-Universum zu erschaffen. Erste an andere Studios lizensierte Gehversuche wie Howard, ein tierischer Held oder The Punisher mit Dolph Lundgren floppten oder wurden in den USA erst gar nicht im Kino veröffentlicht, und eigenen Produktionen mit einem gemeinsamen Universum stand der Beinahe-Bankrott in den 1990er-Jahren entgegen. So lizensierte Marvel seine verschiedenen Helden zunächst weiterhin an unterschiedliche Studios, weswegen sie zwar in den Comics, nicht aber auf der Kinoleinwand miteinander kämpfen durften. Diese Marvel-Filme anderer Studios starteten mit den X-Men und Spider-Man zwar erfolgreich, brachten nach einigen Jahren aber wiederum zahlreiche Misserfolge hervor. Erst 2008 schlug dann die Geburtsstunde des Marvel Cinematic Universe, das gleich dreifach aus der Geschichte gelernt hatte.

Howard The Duck Poster
The Punisher Poster

Damit wurde Marvel wiederum zum Vorbild für andere Studios, die sich ebenfalls nicht mehr mit schlichten Fortsetzungen zufrieden geben wollen und komplexe Universen planen. Allen voran Konkurrent DC Comics mit den kommenden Filmen rund um die Justice League, aber auch das Ghostbusters-Franchise und selbst Marvel-Inspiration Universal, die ihre Monster nach Jahrzehnten der Einsamkeit wieder aufeinander los lassen wollen - dem Zeitgeist entsprechend natürlich nicht als Gruselfilme, sondern in Form von Action-Abenteuern. Universals 40er-Jahre-Werbespruch “fünf mal so furchterregend, fünf mal so mitreißend” scheint also aktueller denn je, wenn es darum geht, die Massen ins Kino zu locken.

Beilage als Hauptgericht: Die Post-Credits-Szenen

Beilage als Hauptgericht: Die Post-Credits-Szenen

Zwar erleben auch die Superhelden anderer Studios ein Abenteuer nach dem anderen, genügend Erfolg an der Kinokasse vorausgesetzt. Doch egal, ob es sich um DC-Recken wie Batman und Superman oder um Marvel-Streiter wie die X-Men und Spider-Man handelt, zu serienübergreifenden gegenseitigen Besuchen kam es nie. Ganz anders im Marvel Cinematic Universe, denn hier ist alles miteinander verbunden.

Ein Element, um die einzelnen Abenteuer der Helden des MCU als Teil von etwas Größerem erscheinen zu lassen, sind die Post- sowie Mid-Credits-Szenen, werden sie doch gerne genutzt, um einen der nächsten Filme anzudeuten. Dies hat zur Folge, dass sie im Gegensatz zu klassischen Post-Credits-Szenen nicht unbedingt etwas mit dem Abenteuer zu tun haben, an dessen Ende sie sich wiederfinden. Darüber hinaus gibt es zum Zwecke der Verbindung auch noch die Marvel One Shots, Kurzfilme, die sich auf den DVD- bzw. Blu-ray-Versionen der Filme finden.

Verbindende Funktion haben gewissermaßen auch die beiden Avengers-Obdachlosen Hawkeye (Jeremy Renner) und Black Widow (Scarlett Johansson), denen bisher keine eigenen Abenteuer vergönnt waren, dafür aber mehr (Black Widow) oder weniger (Hawkeye) ausgedehnte Gastauftritte in den Filmen anderer Helden. Die Springer-Rolle der beiden macht dabei aus der Not eine Tugend, da durch ihr Auftauchen der Eindruck wesentlich größerer Vernetzung über die Avengers-Filme hinaus entsteht.

Hawkeye und Black Widow

All dies hat natürlich auch die Funktion, die Zuschauer zum Besuch aller Filme und Kauf aller Heimvideo-Ausgaben zu verleiten. Andernfalls könnten sie ja etwas verpassen, und sei es auch ein noch so winziges Puzzlestück. Andererseits sind diese Extra-Szenen zumeist so gestaltet, dass sie dem Fan-Guck-Spaß zwar die entscheidenden Prozentpunkte dazuaddieren, aber nicht wirklich notwendig sind, um die nachfolgenden Filme zu verstehen.

Der uneingeweihte Abspannsitzenbleiber kratzt sich aber schon das eine oder andere Mal am Kopf, was das wohl gerade zu bedeuten hatte, je nachdem, wie locker die Verbindung von Post-Credits-Szene und Film ist: Wenn Agent Coulson (Clark Gregg) am Ende von Iron Man 2 Thors Hammer findet, deutet ein bekannter Charakter einen kommenden Film an. Wenn am Schluss von Captain America 2: The Return of the First Avenger Scarlet Witch (Elizabeth Olsen) und Quicksilver (Aaron Taylor-Johnson) auftauchen, kommen zwei völlig neue Charaktere ins Spiel, die eigentlich erst in Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron mit von der Partie sein werden. Und wenn nach dem Abspann von Guardians of the Galaxy Howard the Duck herumsitzt, hat das schließlich weder etwas mit dem Vorfilm noch mit einem kommenden zu tun.

Die Gefahr: Über kurz oder lang verkommen die Post-Credits-Szenen mit ihrer Andeutungs-Freude zum Selbstzweck, da sie dazu verleiten, nur auf sie hinzufiebern und dem “Vor-Film” gar keine große Bedeutung mehr beizumessen. Dem Film, der durch eine dieser Szenen angeteast wird, widerfährt dann ein oder zwei Jahre später das gleiche Schicksal, und so kann die Andeutung zum Hauptgericht und der Film zur Beilage werden.

Dazu trägt auch bei, dass die Post-Credits-Szenen teils auch von einem ganz anderen Koch als der Hauptfilm zubereitet werden können: Die Guardians of the Galaxy andeutende Sequenz am Ende von Thor 2: The Dark Kingdom wurde zum Beispiel von Guardians-Regisseur James Gunn inszeniert, hebt sich also gleich doppelt vom Hauptfilm ab, sowohl inhaltlich als auch stilistisch.

Auch die dutzendfach über die Filme verstreuten Easter Eggs können die ganz harten Anhänger einerseits zum konzentrierten Anschauen des ganzen Werkes verleiten, sie andererseits aber auch komplett vom Eigentlichen ablenken. Oder ist das Eigentliche im Marvel Cinematic Universe gar nicht mehr das Eigentliche, sondern das Drumherum, Zwischendrin, Davor, Danach und Nebenbei?

Marvel Thanos

Bisher scheint Marvels Trend jedenfalls dahin zu gehen, auf Kosten der narrativen Geschlossenheit ihrer Filme mit mehr und mehr Post- und Mid-Credits-Szenen für mehr und mehr Fan-Diskussionen zu sorgen, was diese und jene wohl für die Zukunft bedeuten könnte. Für Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron hat Regisseur Joss Whedon indes angekündigt, zumindest auf eine Szene nach Abspannende zu verzichten. Und das, obwohl die Post-Credits-Szene der Avengers mit gemeinsamem Schawarma-Speisen zu den berühmtesten ihrer Art zählt.

Auf jeden Fall werden durch diesen dreifachen Ansatz auch Filme miteinander verbunden, die eigentlich nicht viel miteinander gemein hätten bis auf zwei Tatsachen: dass sich ihre Hauptfiguren alle paar Jahre als Avengers versammeln, um gegen Bösewichte zu kämpfen; und dass diese Schurken teilweise munter durch die zahlreichen Filme des Marvel Cinematic Universe hopsen bzw. dort drohend im Hintergrund verbleiben.

Auftritte der Marvel-Helden

Tony Stark / Iron ManTony Stark / Iron Man Bruce Banner / HulkBruce Banner / Hulk ThorThor Steve Rogers / Captain AmericaSteve Rogers / Captain America Natasha Romanov / Black WidowNatasha Romanov / Black Widow Clint Barton / HawkeyeClint Barton / Hawkeye Nick FuryNick Fury Agent CoulsonAgent Coulson LokiLoki ThanosThanos Scarlet WitchScarlet Witch QuicksilverQuicksilver
Iron Man
Hulk
Iron Man 2
Thor
Captain America
The Avengers
Iron Man 3
Thor 2
Captain America 2
Guardians
The Avengers 2
Iron Man PCS
Hulk PCS
Iron Man 2 PCS
Thor PCS
Captain America PCS
Avengers PCS 1
Avengers PCS 2
Iron Man 3 PCS
Thor 2 PCS 2
Captain America 2 PCS 1
The Consultant One-Shot
Thors Hammer One-Shot
Not-Rezept: Marvels Superhelden und die Bösewichte

Not-Rezept: Marvels Superhelden und die Bösewichte

Es gibt viel Gutes, was wir über die Superheldenfilme von Marvel sagen könnten. Ein Überschuss an innovativen Bösewichten gehört jedoch nicht dazu. Der Fokus der Marvel-Superheldenfilme liegt jedoch von vornherein nicht auf den Bösewichten, sondern auf den Helden. In Tim Burtons Batman-Filmen wird der Dunkle Ritter wegen seiner schillernden Widersacher à la Joker, Pinguin und Catwoman zur Nebenfigur degradiert, und in Christopher Nolans Dark Knight-Trilogie stehlen komplexe Bösewichte wie der Joker und Bane dank ihrer gekonnten Rampensau-Theatralik dem Flattermann die Schau. Was in Batman zum Grundtenor und Erfolgsrezept geworden ist, wird bei den Blockbustern von Marvel einfach umgekehrt. Die Abenteuer von Iron Man, Hulk, Captain America und der Guardians of the Galaxy befassen sich stets mit den Heldenfiguren und deren Charakterentwicklung, während der Bösewicht zumeist erst im obligatorischen Endkampf von narrativer Bedeutung ist.

Dass die bisherigen Marvel-Bösewichte eher wenig Raum in den Geschichten der Superhelden einnahmen, hat dem Erfolg von Marvel keinen Abbruch getan. Gegen einen vergleichsweise atypischen Helden wie Tony Stark, der von Robert Downey Jr. mit Humor und moralischer Ambivalenz gespielt wird, konnten selbst Hollywood-Veteranen wie Jeff Bridges, Mickey Rourke und Ben Kingsley als Widersacher nicht anstinken. Fieslinge wie Red Skull (Hugo Weaving) oder Abomination (Tim Roth) wiederum wurden so simpel gestrickt, dass sie von vornherein gar nicht das Potenzial für ernstzunehmende Charaktere hatten. Und von austauschbaren Dunkelelfen oder Kree-Anführern wollen wir gar nicht erst anfangen. Der bisherige Ausnahmekandidat unter den Marvel-Bösewichten bleibt Thor-Widersacher Loki. Dabei ist in seinem Fall ausgesprochen schwer zu differenzieren, ob der Erfolg dieser Figur in seiner gelungenen Charakterisierung in Thor, Thor 2: The Dark Kingdom und Marvel's The Avengers begründet liegt oder Tom Hiddlestons beispielloser Popularität bei den Fans zu verdanken ist.

Marvel ThanosMarvel LokiMarvel Red SkullMarvel UltronMarvel RonanMarvel Malekith

Trotz des Mangels an spannenden Bösewichten ist für den Erfolgskurs von Marvel kein Ende in Sicht. Eines der entscheidenden Rezepte, das diese Knappheit problemlos ausgleicht, findet sich schon in den Comics. Marvel erkannte bereits vor Jahrzehnten, dass Comictitel-überspannende Schlachten zwischen sämtlichen Superhelden des Marvel-Universums immer wieder einen guten Anlass für große Crossover-Events geben, die die Verkaufszahlen erwartungsgemäß in die Höhe treiben. Mark Millars Marvel-Reihe zum Mega-Event Civil War gelang vor beinahe einem Jahrzehnt dieser profitable Kunstgriff durch den Konflikt zwischen den beiden Rächer-Mitgliedern Captain America und Iron Man, welcher mit cleveren Marketing-Mantras wie “Whose side are you on?” (“Auf wessen Seite stehst du?”) angepriesen wurde. Dass nun auch in der Anfangsphase der dritten MCU-Welle genau dieses Großereignis für Captain America 3 verwertet wird, ist die logische Lösung für eines der größten Probleme der Marvel-Superheldenfilme: der Mangel an guten Bösewichten.

Egal, ob wir in die Zukunft des Marvel Cinematic Universe blicken oder auf die großen Comic-Events der letzten Jahre: Wir kommen immer wieder zu den kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen den Superhelden, die den Konflikt mit klassischen Bösewichten in den Hintergrund rücken lassen. Was in den 1980er-Jahren mit Secret Wars begann, in den 1990er-Jahren mit Crossover-Events wie Infinity Gauntlet, Infinity War und Infinity Crusade fortgesetzt und in den letzten zehn Jahren mit Großereignissen wie Civil War, World War Hulk und zuletzt Avengers vs. X-Men auf die Spitze getrieben wurde, wird sich in der einen oder anderen Form im Filmuniversum von Marvel wiederholen. Ein praktischer Nebeneffekt dieser Heldenkonflikte sind die zumeist inkonsequenten Lösungen dieser scheinbaren Mega-Zerwürfnisse, da selbst verstorbene Superhelden wie Captain America, Spider-Man und Wolverine letzten Endes immer wieder zurückkehren. In den Filmen des MCU wurde von dieser Methode fleißig Gebrauch gemacht, wenn wir an wiederbelebte Figuren wie Bucky Barnes (Sebastian Stan), Nick Fury (Samuel L. Jackson) oder Loki denken.

Dass wir wohl auch in Zukunft auf wirklich innovative Marvel-Bösewichte verzichten werden müssen, ist angesichts der künftigen Widersacher der Marvel-Helden verschmerzbar. Denn seien wir ehrlich: Nach der bereits angedeuteten Materialschlacht in Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron und weiteren Kurzauftritten des bisher blassen Thanos (Josh Brolin) werden wir uns sicherlich nicht auf den nächsten computer-generierten Bösewicht freuen, der den Mitgliedern der Avengers am Ende doch nichts anhaben wird, sondern auf neue Konflikte zwischen den verbündeten Sympathieträgern. Schließlich macht es einfach einen Heidenspaß, wenn die Helden gegeneinander kämpfen. Der anstehende Civil War beweist, dass das Studio sich seiner eigentlichen Stärken, die offensichtlich nicht bei den ausgeklügelten Bösewichten liegen, durchaus bewusst ist. Und wir alle wissen aus Erfahrung: Nichts ist aufregender als ein Streit in der Familie.

Marvel-Events, die wir gern auf der großen Leinwand sehen möchten

  • Avengers Disassembled

    Publikation:2004-2005(Avengers #500-503 & Avengers Finale)

    Plot:Avengers Disassembled gilt als erste Storyline, die das gesamte Marvel-Universum umspannt. Scarlet Witch büßt nach dem Verlust ihrer imaginären Kinder die Kontrolle über ihre Kräfte ein und greift die Avengers an.

    Bösewichte:Scarlet Witch

  • House of M

    Publikation:2005(House of M #1-8)

    Plot:Die New Avengers und die X-Men finden sich plötzlich in einer komplett veränderten Parallelrealität wieder, in der Mutanten gejagt werden. Verursacherin dieser dystopischen Welt ist mal wieder Scarlet Witch.

    Bösewichte:Scarlet Witch & Magneto

  • Civil War

    Publikation:2006-2007(Civil War #1–7)

    Plot:Nachdem die New Warriors versehentlich ein Massaker nahe einer High School anrichten, wird der sogenannte Superhuman Registration Act durchgesetzt, welcher vorsieht, dass alle Superhelden ihre wahre Identität angeben müssen und fortan nur noch im Dienste der US-Regierung kämpfen dürfen. Cap weigert sich und schließt sich mit einer Gruppe gleichgesinnter Superhelden gegen Tony Stark zusammen.

    Bösewichte:Iron Man & Captain America(je nachdem auf welcher Seite ihr steht)

  • World War Hulk

    Publikation:2007-2008(World War Hulk Prologue: World Breaker, World War Hulk #1–5)

    Plot:Die Illuminati (Iron Man, Dr. Strange, Reed Richards, Black Bolt und Professor X) schießen den unkontrollierbaren Hulk auf einen anderen Planeten, auf dem sich der grüne Gigant kurzerhand zum Herrscher mausert. Als seine neue Heimat zerstört wird, beschuldigt Hulk die Illuminati dafür und reist zurück zur Erde, um ihnen gehörig eins auf den Deckel zu geben.

    Bösewichte:HULK!

  • Secret Invasion

    Publikation:2008-2009(Secret Invasion #1–8)

    Plot:Die New Avengers finden im Kampf gegen Elektra heraus, dass sie in Wahrheit ein gestaltenwandelnder Skrull war. Nun traut keiner mehr dem anderen, denn hinter jedem Superhelden könnte eigentlich ein Skrull stecken. Paranoia wie zu Zeiten des Kalten Krieges bestimmen das Geschehen. Dieses gipfelt in einem überdimensionalen Kampf zwischen sämtlichen Helden im Central Park.

    Bösewichte:Veranke & ihre Skrull-Armee

  • Dark Reign & Siege

    Publikation:2009-2010(Siege #1-4)

    Plot:Nachdem sämtliche Marvel-Superhelden durch ihren zerstörerischen Civil War ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik geraten waren, gelingt es Norman Osborn, sich als Wohltäter der Menschheit zu etablieren. Ex-Green Goblin Norman Osborn glückt in Dark Reign die temporäre Zerschlagung der Avengers durch geschickte Manipulation der öffentlichen Meinung und nebenbei gründet er ein eigenes Team, das aus bekannten Superschurken besteht. Im Crossover Siege kulminiert der Krieg dieser Dark Avengers.

    Bösewichte:Norman Osborn & Loki

  • Fear Itself

    Publikation:2011(Fear Itself #1-7)

    Plot:Sin, die Tochter des Red Skull, findet den Hammer von Skadi und befreit so The Serpent, der wiederum sieben andere Kollegen namens The Worthy im Schlepptau hat, um zusammen mit Sin die Welt zu unterjochen. Das versuchen Avengers & Co. zu vereiteln.

    Bösewichte:Sin, The Serpent a.k.a. Cul, The Worthy, Nazi-Roboter

  • Avengers vs. X-Men

    Publikation:2012(Avengers vs. X-Men #1-12)

    Plot:Die zerstörerische Phoenix Force, die in der Vergangenheit für die Verwandlung und den Tod von Jean Grey verantwortlich war, rast auf die Erde zu, weshalb sich die X-Men und Avengers schleunigst etwas einfallen lassen müssen. Iron Man versucht im Alleingang, die Phoenix Force zu zerstören, aber diese teilt sich daraufhin und ergreift Besitz von Cyclops, Emma Frost, Namor, Colossus und Magik.

    Bösewichte:Phoenix Force (Cyclops, Emma Frost, Namor, Colossus und Magik)

Dunkles Kapitel: Marvel und die Superheldinnen

Dunkles Kapitel: Marvel und die Superheldinnen

Mit jeder vergangenen Ankündigung eines neuen Marvel-Superheldenfilms wurde immer auffälliger, wie sehr das Studio sich auf den quasi garantierten Erfolg von Filmen über männliche Superhelden verlässt und als Konsequenz jene über ihre weiblichen Pendants auf der Strecke bleiben. Nachdem ein von vielen Fans erwartetes und gefordertes Solo-Abenteuer von Black Widow (Scarlett Johansson) nicht für die dritte Phase des Marvel Cinematic Universe berücksichtigt wurde, hat das Studio nur einen einzigen Film mit einer Superheldin im fernen Jahr 2018 im Programm: Captain Marvel.

In Anbetracht der spärlich gesäten Superheldinnen-Projekte, die uns sowohl Marvel als auch DC in Zukunft bescheren, drängt sich die Frage nach den Gründen für diese Abstinenz der Superheldinnen auf. Natürlich können wir nur mutmaßen, aber einige Anhaltspunkte lassen sich finden. Einerseits wären da die Misserfolge vergangener Filme mit Superheldinnen wie Catwoman und Elektra. Nach dem kolossalen Flop dieser beiden Filme urteilte Catwoman-Produzentin Denise Di Novi gegenüber Entertainment Weekly, dass “Amerika nicht bereit ist für einen weiblichen Superhelden. Männer - schon gar nicht Jungs im Teenager-Alter - wollen so was nicht sehen und den Frauen geht es scheinbar nicht anders.” Das war vor einem Jahrzehnt, noch bevor Marvel mit dem Überraschungserfolg des vormals weniger bekannten Superhelden Iron Man seinen beispiellosen Erfolgszug begann. Das Vorschieben von Catwoman und Elektra als Präzedenzfall für das obligatorische Floppen von Superheldinnenfilmen ist überdies problematisch, weil es rein quantitativ kaum Aussagekraft besitzt: Dass Comicverfilmungen wie Shadow und der Fluch des Khan und Das Phantom enttäuschten, hat die Studios bekanntlich auch nicht dazu veranlasst, keine weiteren Filme über männliche Superhelden zu drehen.

Frauen nach dem Schema M.

Marvel Black WidowMarvel Pepper PottsMarvel Jane FosterMarvel Betty RossMarvel Agent Peggy CarterMarvel Agent Maria HillMarvel Sif

Obwohl so viel Zeit vergangen ist, wird der Kinozuschauer in den nächsten fünf Jahren nur ein einziges Solo-Abenteuer einer Marvel-Superheldin zu sehen bekommen und die möglichen Gründe dafür liegen nicht nur bei den ausbleibenden Zuschauerzahlen alter Filme. Auch Marvels sichtbarer Widerwille, wirklich starke und unabhängige Frauenfiguren in den Filmen zu etablieren, ist ein wesentlicher Grund für das Ausbleiben dieses Heldentyps. Natürlich könnten wir verteidigend sagen, dass Marvel-Heldinnen wie Black Widow (Iron Man 2), Lady Sif (Thor), Agent Carter (Captain America), Agent Maria Hill (Marvel's The Avengers) und zuletzt Guardians of the Galaxy-Mitglied Gamora in vergangenen Marvel-Abenteuern bereits etabliert wurden. Aber seien wir ehrlich: Keine dieser Frauenfiguren konnte sich in den bisherigen Marvel-Spielfilmen (die TV-Serie Marvel's Agent Carter ist da eine erste positiv zu nennende Ausnahmeerscheinung) vom Status der Nebenfigur befreien. Das zeigte sich insbesondere im Fall der potenziell starken Frauenfigur Black Widow, die in dem ansonsten recht tiefschürfenden Drehbuch zu Captain America 2: The Return of the First Avenger als Mittel zum Zweck degradiert wird, um die Handlung und die Entwicklung des männlichen Protagonisten voranzutreiben.

Besser bestellt ist es leider auch nicht um die restlichen weiblichen Figuren der bisherigen Marvel-Produktionen, die keine Funktion als Heldin ausführen. Eine Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) oder Jane Foster (Natalie Portman) mag im ersten Augenblick willensstark und souverän erscheinen, doch das hielt die Drehbuchautoren nicht davon ab, sie früher (Jane) oder später (Pepper) als Jungfrau in Nöten zu inszenieren, die der Rettung ihres Helden und Mannes ihrer Träume bedarf. Ein Blick auf die Poster zu Iron Man 3 und Thor 2: The Dark Kingdom genügt, um das Dilemma der schönen Begleiterin des männlichen Superhelden auf den Punkt zu bringen; auch wenn das Ende von Iron Man 3 mit Pepper als "Iron Woman" ein Umdenken zumindest andeutet.

Marvel Iron Man Poster
Marvel Thor - The Dark Wolrd Poster

Marvels Risikoscheue hinsichtlich der Produktion von Superheldinnen-Filmen bzw. ihrer verspäteten Realisierung ist zum untrennbaren Bestandteil ihres Erfolgsprinzips geworden. Angesichts der Popularität von Heldinnen-Franchises wie Die Tribute von Panem - The Hunger Games, die gleichermaßen von weiblichen und männlichen Zuschauern gesehen werden, steht sich Marvel damit allerdings auch selbst im Wege. Denn genau jetzt oder schon in den letzten Jahren hätte das Studio auf diesen Erfolgszug aufspringen können. Stattdessen bekommen wir erst zehn Jahre nach dem Erfolg von Iron Man das erste Solo-Abenteuer einer Marvel-Superheldin zu sehen. Dennoch geben wir die Hoffnung auf eine quantitative wie qualitative Steigerung der weiblichen Superhelden nicht auf und wünschen uns, dass Captain Marvel in drei Jahren endlich der Film über eine Superheldin wird, auf den wir seit einer Dekade gewartet haben. Dessen potenzieller Erfolg könnte Marvel immerhin dazu anregen, weitere Solo-Abenteuer von Superheldinnen zu produzieren. Welche Wunschkandidatinnen wir da genau im Sinn haben, erfahrt ihr im Folgenden.

Marvel-Heldinnen der Zukunft

  • Captain Marvel

    Eine bzw. die einzige Marvel-Superheldin, die ihr eigenes Solo-Abenteuer bekommen wird, ist Captain Marvel aka Warbird aka Carol Danvers. Die mächtige Figur, deren Kräfteniveau irgendwo zwischen Iron Man und Thor liegt, ist eine Militärangehörige, die sowohl mit Aliens als auch mit dem Geheimdienst verwickelt ist und in den Comics ein Suchtproblem bekämpft. Als weibliche Figur mit Superkräften ist sie eine Abwechslung zu den S.H.I.E.L.D.-Agenten wie Black Widow und Maria Hill oder Anhängseln wie Pepper oder Jane.

  • Black Widow

    Unser erster Vorschlag liegt auf der Hand. Black Widow kennen wir schon aus Iron Man 2, Marvel's The Avengers und Captain America: The Winter Soldier. Ein solider Spionagefilm oder Thriller à la Nikita, in dem Black Widow alias Natasha Romanoff beispielsweise Hydra unterwandert und Gaststars wie Captain America und/oder Iron Man bereithält, sollte für die Autoren kein Problem darstellen. Denkbar: Ein Film, der ihre Vergangenheit enthüllt, oder ein Abenteuer mit Hawkeye als knallhartes Agentenduo.

  • Spider-Woman

    Spider-Woman ist dank ihrer mysteriösen Hintergrundgeschichte eine der spannendsten und vielschichtigsten Marvel-Heldinnen. Wie so oft in der Welt der Comics gibt es allerhand Varianten der Heldin. In den aktuellen Marvel-Comics ist Jessica Drew die prominenteste Spider-Woman. Mit ihrem rot-gelben Dress und ihrem Achselhöhlennetz hat sie auch eine gewisse ikonische Ausstrahlung. Besonders während des Marvel-Crossovers „Secret Invasion“ wurde sie als Doppelagentin für HYDRA und S.H.I.E.L.D. durch eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt.

  • She-Hulk

    Jennifer Walters ist die Cousine von Bruce Banner und gleichzeitig eine zwei Meter große, grüne Frau und Anwältin. Wenn es schon nicht mit weiteren Hulk-Solofilmen klappt, warum nicht ein erstes Abenteuer mit der großartigen She-Hulk im Zentrum der Handlung? Viel lieber als im Film hätten wir sie aber fast als Superheldenversion von Ally McBeal in einer Fernsehserie.

  • Wasp

    Ein Gründungsmitglied vieler Avengers-Inkarnationen ist Janet Van Dyne aka The Wasp. Diese tritt oft in Kombination mit ihrem Lebensabschnittsgefährten und Ehemann Hank Pym aka Ant-Man (aka Giant-Man aka Yellowjacket aka Goliath) auf. Wasp ist so etwas wie eine Stilikone und Modedesignerin. Wasp wäre eine Figur, die sich zunächst durch ihren Ruhm zu bereichern versucht und völlig abhebt, aber dann durch einen Schicksalsschlag ermutigt wird, ihre Heldenseite zu zeigen - oder aber ordentlich auf die Nase fällt.

  • Dagger

    Bei dieser Wahl ist quasi obligatorisch ein Mann an der Seite der Heldin. Dagger ist in den Comics von ihrem Cloak nämlich kaum zu trennen, weshalb die beiden auch ihre eigene Comic-Reihe haben. Cloak aka Tyrone "Ty" Johnson kann mit seinem Mantel andere Menschen transportieren und Dagger, die eigentlich Tandy Bowen heißt, kann Lichtdegen erzeugen und lenken. Zusammen sind sie so etwas wie die Ausreißer des Marvel-Universums, die auf den Straßen zu Hause sind.

  • Elektra

    Elektra? Hatten wir die nicht schon? Ja, und genau darin liegt das Problem. Denn die Vorlage, die von Frank Miller geliefert wurde, ist so gut und tragisch wie kaum ein anderer Marvel-Comic der 80er. Darum sind wir der festen Überzeugung, dass es einen neuen Elektra-Anlauf geben muss. Wie wäre es mit einem Elektra-Film im Stil von Sin City oder ein Rachethriller à la Park Chan-wooks Lady Vengeance?


Facebook, Twitter und Co.: Superhelden auf Augenhöhe

Facebook, Twitter und Co.: Superhelden auf Augenhöhe

Am 12. März dieses Jahres ging ein Video online, in dem Robert Downey Jr. einem kleinen Jungen einen bionischen Arm schenkt. 9 Millionen Views sammelte es bei YouTube. Downey Jr. teilte es mit seinen rund 27 Millionen Facebook- und Twitter-Abonnenten, Buzzfeed titelte, es werde unsere Herzen zum Schmelzen bringen. Versprochen! Das von Microsoft unterstützte Collective Project organisierte die Aktion, die stellvertretend für Bemühungen steht, Kinder mit partiell entwickelten Armen durch künstliche Gliedmaßen zu unterstützen. Was dieses knapp zweieinhalb Minuten lange Video von anderen Wohltätigkeitsaktionen unterscheidet, lässt sich an zwei Koffern erkennen, auf denen "Stark Industries" prangt. Denn eigentlich steht da nicht Robert Downey Jr. im Raum, sondern Tony Stark, mit Brille, Bart, Anzug, Tonfall - wie wir ihn kennen. Der Multimilliardär und Erfinder schenkt dem kleinen Alex vor laufender Kamera einen Iron Man nachempfundenen bionischen Arm und für ein paar Sekunden scheinen Superheldenträume aus dem Kino wahr zu werden. Das Video ist die Vollendung dessen, was Marvel und seine Stars im Social Media-Bereich projizieren - selbst falls das keine Absicht war.

Marvels Social Media-Strategie ist zunächst eines: umfassend. 4,8 Millionen Follower allein bei Google+ lassen erahnen, wie groß Marvels Fanbase in Netzwerken sein muss, in denen etwas passiert. Profile auf Twitter, Facebook, Instagram, Vine und Tumblr werden für Marvel Entertainment und zugehörige Marken zum Teil intensiv gepflegt. Dabei unterscheidet sich Marvel von anderen Firmen durch Ansprache und Inhalte der Posts. Jeden Dienstag wird die aktuelle Folge von Agents of S.H.I.E.L.D. durch mehrere Kanäle live getweetet, darunter Marvels Twitter-Account mit 2,5 Millionen Followern. Die Kurzmeldungen unterscheiden sich im Tonfall bis auf mangelnde Kritik kaum von Fan-Beiträgen. Auf der internationalen Facebook-Seite von Marvel Entertainment (18 Mio.) präsentiert sich die Disney-Tochter selbst als Web-Publikation. Neben News stehen Beiträge auf Marvel.com im Vordergrund, darunter Lexika-Einträge zu Superhelden, Podcasts und Interviews. Zum Vergleich: DC Comics mit seinen 2,8 Millionen Likes bietet überwiegend Veröffentlichungshinweise, gelegentlich unterbrochen von share-würdigen Inhalten. Marvels deutsche Facebook-Präsenz glänzt weniger durch Eigen-Content, doch auf ihr wird der Besucher zuallererst als Fan, nicht als Kunde angesprochen.

Hinweis: Klicke auf die Vorschaubilder um den Post im Original anzuzeigen.


Dass ein Facebook-Nutzer, der Marvel oder Avengers gelikt hat, Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron sehen will, liegt nahe. Umso wichtiger ist es, durch geteilte Beiträge seine oder ihre Freunde zu erreichen. Das kann sich in Tausenden von Tweets mit dem Hashtag #AvengersAssemble äußern, die einen neuen Trailer "freischalten" sollen. In Gewinnspielen, Cosplay-Fotos, Skype-Chats oder einem kichernden Robert Downey Jr. So begegnet Marvel den Fans in Umgangston und Inhalt oft auf Augenhöhe, regt sie zur Interaktion an, schürt Loyalität und weckt gleichzeitig Vorfreude auf aktuelle Projekte, die durch Shares, Reblogs und Retweets multipliziert wird. Was Marvel abseits dieser gängigen Social Media-Strategien als Marke enorm entgegenkommt, sind seine Stars.

Im Juni 2013, mehr als ein Jahr vor dem Start von Guardians of the Galaxy, heizte Vin Diesel bei Facebook Gerüchte über ein Treffen mit Marvel an. Diesel löschte den Post. Die Filmnachrichtenmaschinerie hielt das nicht auf. Zwei Monate später wurde er als Baum Groot gecastet. Eine anonyme Quelle aus dem Studio meinte im Nachhinein, Diesel hätte den Anruf Marvels erfunden. Demnach sei der Kontakt erst wegen der überwältigenden Reaktion der Facebook-Fans zustande gekommen. Diesel selbst erzählt eine andere Geschichte. Etwa zur selben Zeit postete Chris Pratt ein Sixpack-Selfie bei Instagram, das den Übergang vom pummelig-gemütlichen Andy Dwyer zum Actionhelden Star-Lord zementierte. #GOTG als Hashtag, “ein bisschen idiotisch”, lautet der Kommentar, “mein Bruder hat mich dazu gebracht”. Womit Pratt den seinem Wesen nach narzisstischen Post im selben Moment erdet. Nick Fury-Darsteller Samuel L. Jackson tweetet derweil ekstatisch über College-Football, seine Muhfuggaz und Avengers-Poster. Tom Hiddleston war auf dem Höhepunkt des Loki-Hypes sogar eine Art virale Waffe. Im vollen Kostüm trat er überraschend auf der Comic-Con 2013 auf und ließ die Fans niederknien. Statt des kaum hype-würdigen Clips aus Thor 2: The Dark Kingdom wurde Loki in geteilten Handyvideos und Gifs die Nachricht des Tages. Nicht alle Marvel-Stars sind derart präsent. Scarlett Johansson beispielsweise hält sich von sozialen Medien fern. Ihrem Erfolg scheint es nicht abträglich zu sein. Da Besetzungschefs berichten, Follower-Zahlen spielten bei einem Casting in Hollywood mittlerweile eine fast so große Rolle wie Talent, dürfte sich Marvel mit seinen überwiegend Social Media-affinen Stars auf der Höhe der Zeit bewegen.

Was ist also Werbung, was exklusive Information, was Einblick ins Privatleben oder eine Version von Privatleben? Wenn der Star nicht gerade vor scrollender Leserschaft austickt, können sich alle möglichen Posts indirekt der Vermarktung eines Films andienen. Da Marvels Stars Shitstorms erfolgreich aus dem Weg gehen, überwiegen positive Bilder und Assoziationen. Diese reichen von selbstironischen Fanart-Posts über Avengers 2-Trailer bis hin zu Charity-Videos wie jenes mit dem Jungen und seinem bionischen Arm. Wenn Chris Pratt und Chris Evans bei Twitter eine Super Bowl-Wette austragen, zeigen sie zunächst eines: Sie sind wie wir. Wenn sie die Wette einlösen und als Star-Lord und Captain America Kinder im Krankenhaus besuchen, nehmen sie ein Stückchen Superhelden-Aura mit in den Alltag. Da erhält der Fan-Kontakt “auf Augenhöhe” eine neue Bedeutung, Marvel eine unbezahlbare Image-Aufwertung und wir für ein paar Klicks Gelegenheit, an das Gute zu glauben - wie im Film.

Hinweis: Klicke auf die Vorschaubilder um den Post im Original anzuzeigen.
Alles aus einer Hand: Die Marke Marvel

Alles aus einer Hand: Die Marke Marvel

Im Gegensatz zu den altgedienten Recken Batman und Superman waren die Mitglieder der Avengers bis vor wenigen Jahren wohl kaum jemandem außerhalb der Comic-Fanszene bekannt. Trotzdem schaffte es ihr erstes gemeinsames Kinoabenteuer, Marvel's The Avengers, zum bisher dritterfolgreichsten Film der Kinogeschichte zu werden.

Marvel ist das Kunststück gelungen, ihren Namen in eine stets wiedererkennbare Marke zu verwandeln, egal, ob er auf Comics, Kinofilmen oder Fernsehserien klebt. So wird wohl von vielen Kinogängern kein Iron Man- oder Guardians of the Galaxy-Film geguckt, sondern ein Film des Marvel Cinematic Universe. Wie in den Comics brachten die Marvel-Studios nämlich auch in ihre Kinofilme eine straffere Kontinuität als die Konkurrenz (Kevin Feige sei Dank). Alles scheint wie aus einem Guss, egal, ob die Bindeglieder zwischen den Einzelteilen tatsächlich so bedeutend sind, wie impliziert.

Eng verbunden damit ist das Image der Marvel-Helden, die seit ihrem in den 1960er-Jahren beginnenden Comic-Siegeszug anders als die Weltenretter der Konkurrenz-Verlage daherkommen: Schon Marvels erste Superhelden-Truppe, die Fantastic Four, bestand nämlich einerseits nicht aus strahlenden Recken mit angeborenen Superkräften. Stattdessen waren die Fantastischen Vier wie die Mitglieder einer dysfunktionalen Familie, ihre Fähigkeiten verdankten sie einem Unfall. Ihre Probleme lösten die Vier aber andererseits stets mit einer guten Portion Humor und Leichtigkeit, statt sich düsterem Weltschmerz hinzugeben.

  • Marvel Comic Leichtigkeit
  • Marvel Comic Leichtigkeit
  • Marvel Comic Leichtigkeit

Noch unbeschwerter gehen die Mitglieder der Avengers in ihren Kinofilmen ans Werk, die ihre Herausforderungen vor allem bei ihrer Zusammenkunft als Team fluffig, gutgelaunt und bunt erleben, stets mit einem lockeren Spruch auf den Lippen. So sind Marvels Charaktere den Lesern und Zuschauern zweifach nahe, sowohl durch ihre Probleme, als auch durch ihre zugängliche Art. Die Leichtigkeit der Figuren findet sich auch darin wieder, wie sich ihre Darsteller in den sozialen Medien präsentieren. Somit werden die Zuschauer abermals doppelt an das Marvel Cinematic Universe gebunden.

  • Marvel Zitat - Loki Armee
  • Marvel Zitat - Iron Man: Wir haben einen Hulk
  • Marvel Zitat - Loki
  • Marvel Zitat - Hulk: Mickriger Gott
  • Marvel Zitat - Iron Man

Die Bindung der Fans an Marvel ist deutlich enger als bei anderen Superhelden-Studios. Sie ähnelt allumfassenden Firmen wie Apple oder Google, bei denen ebenfalls alle Produkte und Dienstleistungen miteinander verschmelzen. Einerseits gehört Marvel mit Disney zwar einem weltumspannenden Riesenkonzern, andererseits kümmern sich die Marvel Studios ausschließlich um Marvel-Filme, stehen den Fans also nicht als Gemischtwarenladen gegenüber, sondern als Spezialitätenhandlung. Schon in den 1960er-Jahren pflegte Marvel-Redaktionsleiter Stan Lee die Fan-Bindung mittels Berichten aus der Redaktion - Stans Soapbox -, dem Fanclub Merry Marvel Marching Society und Gimmicks wie einer Voices of Marvel-Platte, auf der die Autoren und Zeichner sprachen. Heute pilgern die Fans zu Marvel-Vorträgen auf den Comic-Cons, wo Cast und Crew Rede und Antwort stehen.

Marvel - Stans Soapbox
MMMS - The Merry Marvel Marching Society

Aber nicht nur die Fans werden mehr und mehr an Marvel gebunden, denn es gelingt dem Studio auch zunehmend, einst aus Geldnot fortlizensierte Charaktere wieder nach Hause zu holen: Daredevil, Ghost Rider, Punisher und Blade sind zur Mutterfirma zurückgekehrt, wobei sie teilweise noch in der Helden-Abstellkammer verweilen; die nächsten Spider-Man-Filme entstehen in Koproduktion mit Sony, Spidey-Auftritte in den anderen Abenteuern des MCU inklusive. Sollten diesen Rückkehrern noch die Fantastic Four und die X-Men folgen, wären schließlich auch im Kino alle Helden wie in den Comics frei, nach Herzenslust miteinander auf Schurken-Jagd zu gehen. Diese beiden Superheldenteams könnten zudem den Frauenanteil des Marvel Cinematic Universe bedeutend erhöhen, denn in dieser Hinsicht ist es noch lange nicht führend.

Für die Zukunft haben sich die Verantwortlichen des Marvel Cinematic Universe jedenfalls einiges vorgenommen. Hieß die Marschroute für Phase 2 nach Marvel’s The Avengers noch “Ausbau des Bestehenden” mit weiteren Solo-Abenteuern der altgedienten Recken, erwarten uns nach Age of Ultron neben den bekannten auch ganz neue Helden: Ant-Man, Doctor Strange, Black Panther, Captain Marvel und die Inhumans sollen neben Spider-Man frische eigene Akzente im MCU setzen. Mehr als genug Gelegenheiten also, für mehr Diversität zu sorgen. Wer weiß, in welcher Zusammensetzung die Avengers wohl ab 2018 den Infinity War bestreiten werden? Sicher ist auf jeden Fall, dass das alte Erfolgsrezept um einige frische Zutaten ergänzt werden wird, denn “Langeweile ist eine Sünde, für die es keine Absolution gibt”. Das wusste schon Oscar Wilde.

Alle Filme mit Marvel-Helden, die in den USA ins Kino kamen

Impressum

Deine Meinung zum Artikel Der Erfolg des Marvel Cinematic Universe
C1f1e47f8bf249cbad1c94ffa02651b3