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Der anhaltende Zauber von Der Herr der Ringe

05.02.2013 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Der Herr der Ringe
© Warner Bros./moviepilot
Der Herr der Ringe
Es gibt Filme, die hauen einen richtiggehend um. User sebastian.boehler wurde von der wohl bekanntesten Trilogie aller Zeiten weggeblasen. In seinem Text schildert er uns, wie sehr er diese Filmreihe liebt.

Im folgenden Text versuche ich lediglich, den Lesern näherzubringen, was es ist, das ich an Der Herr der Ringe so liebe und was für mich so besonders an diesem Film ist. Aufgrund der Tatsache, dass dies äußerst schwer in Worte zu fassen ist, soll keinesfalls geglaubt werden, die folgenden Zeilen seien alles, was ich über diesen Film denke bzw. was ich an ihm mag.

Es war ein Junge von achteinhalb Jahren am Abend des Ostersonntages im Jahre 2005.
Das besondere Highlight im Fernsehen war an jenem Tag die Free-TV-Premiere von Der Herr der Ringe: Die Gefährten um 20:15 Uhr auf RTL. Obwohl er sich früher nie darum gekümmert hatte, was es mit diesem Titel auf sich hatte und auch immer die kleinen Filmfiguren aus den Überraschungseiern seinem Vater gegeben hatte, weil er selbst sich nicht dafür interessiert hatte, wollte dieser Junge an besagtem Tag unbedingt den ersten Teil einer Trilogie sehen, die ihn noch sein ganzes Leben lang begleiten sollte.

„Die Welt ist im Wandel… Ich spüre es im Wasser… Ich spüre es in der Erde… Ich rieche es in der Luft.“ Ab diesem Moment war dem Burschen insgeheim schon bewusst, dass er dabei war, etwas ganz Großes zu sehen und knappe drei Stunden voller Schwerterklirren, Magie und Emotionen wusste der kleine Junge: „Das ist mein Lieblingsfilm!“. Und es hat sich auch nie geändert. Im Laufe des Jahres lieh er sich dann auch Der Herr der Ringe: Die zwei Türme und Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs aus und dachte sich bei jedem der Beiden erneut: „Das ist mein Lieblingsfilm!“. Und es hat sich auch nie geändert.

Knappe acht Jahre später kann der nun nicht mehr kleine Junge behaupten, zu seinem Wort gestanden zu haben. Es gab nie mehr einen Film wie Der Herr der Ringe und das macht ihm auch nichts aus, da der Zauber dieses Streifens niemals verflog.

Und – ob ihr’s glaubt, oder nicht – dieser Junge bin ich. ;-)

Der Herr der Ringe fehlt es einfach an nichts. Mit einer fantastischen Epik erstrahlt das sagenumwobene Mittelerde in voller Pracht und bietet alles, was die Zuschauer und auch die Kritiker sehen wollen. Nach außen hin sind es die traumhaft schönen Bilder, die actionreichen Schlachten und die Darsteller, an denen ich eigentlich nichts groß zu bemängeln habe. Es ist schlichtweg ein wahrhaft großartiger Plot mit tollen Charakteren.
Im Inneren wird kurzgesagt bewusst, wie wichtig Freundschaft, Gemeinschaft, Zusammenhalt und auch Durchhaltevermögen sind. Keiner soll sagen, der Film besäße gar keine Tiefe.

Wenn ich sagen müsste, wer mir von allen Personen, die bei Der Herr der Ringe mitgewirkt haben, am wichtigsten sei, fielen mir genau zwei ein.
Als Musiker ist für mich eine der zwei Personen natürlich niemand geringeres als Howard Shore! Man kann sich darüber streiten, ob er Mainstream-Filmmusik erschafft, oder doch ein Meister auf seinem Fachgebiet ist. Für mich zählt jedoch nur, dass er das meiner Meinung nach wundervollste Stück Filmmusik zum Leben erweckt hat, das unsere Ohren bis heute zu hören vermocht haben! Jedes Volk bzw. jede im Film erwähnte Kultur Mittelerdes wird mittels der so vielseitigen und komplexen Musik als Individuum dargestellt, wodurch man Tolkiens Welt noch viel leichter in sich aufnehmen und verstehen kann. Die schnellen und munteren Melodien in „Concerning Hobbits“, dann die lauten und durch dramaturgische Elemente gekennzeichneten Klänge in „Minas Morgul“ – Allen Themen gelingt es, den Zuschauer, mich, mittels u.A. Streich– und Blasinstrumenten, mittels Gesang in Elbisch oder sogar der Zwergensprache, in den Bann zu ziehen und schon beim ersten Erklingen der Ring-Melodie in der ersten Szene des ersten Films beginnen sich die Haare auf meinen Armen und Beinen aufzustellen.
Die Musik macht für mich in den drei Filmen also gewaltig – und wenn ich sage gewaltig, dann meine ich mehr als gewaltig – viel aus!

Meine zweite respektvolle Verbeugung gebührt natürlich dem Manne, der dieses Mammut-Projekt in die Hand nahm, um es zu verwirklichen, wo es doch jeder für unmöglich hielt –
Mister Peter Jackson!
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Liebhaber und Regisseur von Splatter-Filmen dieses Epos auf die große Leinwand gebracht haben wird? Vermutlich niemand, und wie es zu einer gerade solch großen Stil-Änderung seinerseits gekommen ist, kann ich auch nicht sagen. Peter Jackson macht Filme, weil es ihm schlicht und einfach Spaß macht und es das ist, was er schon immer tun wollte. Wenn dem nicht so wäre, hätte er mit Sicherheit nicht so viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Denn was dieser Mann alles getan hat, oder – was in diesem Abschnitt auch sehr wichtig ist – hat tun lassen (!), um das Beste aus seiner Literatur-Verfilmung zu machen, ist nichts als beeindruckend.
Das schon Monate vor Drehbeginn begonnene Trainieren der Darsteller ist eine Sache.
Aber auch das Schmieden der Waffen und Rüstungen, das Bauen verschiedener Städte und Festungen (Der Bau von Edoras dauerte ca. 8 Monate! Und für die Festungen wurden selbstverständlich nur Miniaturfestungen angefertigt, welche aber letztendlich auch schon riesig waren und mit ihrer Liebe zum Detail nur so glänzten.), das Versehen der Darsteller mit den kunstvollsten Masken und Kostümen, das Absuchen der gesamten zwei Inseln nach den perfekten Drehorten, um zusammen mit einem fabelhaften Drehbuch und der subtilen Einwirkung von Spezialeffekten eine wunderschöne Darbietung des Films möglich zu machen, all diese Dinge sind es, die meinen Respekt verdienen und sich meines Erachtens auch mehr als gelohnt haben und in Folge dessen ebenfalls zu meiner Liebe zu diesem Film beitragen!
Damals war bestimmt jedem bewusst, dass die Verfilmung von „Der Herr der Ringe“ etwas ganz Besonderes bedeutet, also hätte es in einer großen Enttäuschung enden können, wenn Peter Jackson nicht alles getan hätte, was in seiner Macht und in der des ganzen Teams stand.

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