Darum war der Hobbit-Dreh für Ian McKellen eine Qual

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise
© Warner Bros.
Der Hobbit: Eine unerwartete Reise

Peter Jacksons Hobbit-Trilogie ist ein Sonderfall in dem Sinne, dass bei kaum einer anderen Produktion so offen über die diversen Missstände und Schwierigkeiten geredet wird, und das nur wenige Jahre nach Veröffentlichung des letzten Films. Im letzten Monat machte ein Interview mit Oin-Darsteller John Callen die Runde, in dem er sich über die Entwicklung der Filme und ihren neuen Fokus ausließ. Nun bot Ian McKellen, der sowohl in der Hobbit- als auch in der Herr der Ringe-Trilogie als Gandalf mitspielte, nochmal seine eigene Perspektive.

Greenscreen statt Gebirge

In einem Interview mit Time Out anlässlich der Dokumentation McKellen: Playing the Part wurden diverse Aspekte von Ian McKellens Karriere angesprochen. Dazu gehörte seine Erfahrung beim Dreh von Der Hobbit: Eine unerwartete Reise, die auch in der Dokumentation thematisiert wurde und seinen Schilderungen nach zu urteilen zu seinen negativeren Erlebnissen zählt. Denn für den Hobbit wurde weitaus weniger auf praktische Effekte gesetzt, weshalb Schauspieler oft alleine vor einem Greenscreen gefilmt wurden:

Es war eine Qual. Vielleicht ist das nur mein Eindruck, aber ich kann mich bei Herr der Ringe an keinen Greenscreen erinnern. Wenn Gandalf auf einem Berg stand, stand ich auch auf dem Berg. Die Technologie wurde erfunden, während wir den Film drehten. Damit hatte ich nichts zu tun, ich habe weit weg auf einem Berg geschauspielert. Für gewöhnlich erinnere ich mich nicht an die schlechten Zeiten, aber ich glaube, es gab keine [beim Herrn der Ringe]. Ich denke, ich habe jeden Moment genossen, diese Filme zu machen.

Eines der wohl traurigsten Bilder vom Hobbit-Dreh zeigt, wie McKellen vor einem Greenscreen sein Gesicht in den Händen vergräbt. Der genaue Kontext lässt sich nicht so recht bestimmen, unbestätigte Gerüchte über einen Nervenzusammenbruch und McKellens völlige Infragestellung seiner Karriere wirken immer dazugedichtet, wo es sich auch um einfache Erschöpfung handeln könnte:

In jedem Fall wird hier eins der wesentlichen Probleme der Hobbit-Filme veranschaulicht, denn der stärkere Fokus auf Computereffekte und der zunehmende Verzicht auf den Dreh an den tatsächlichen Schauplätzen ließen das Herr der Ringe-Prequel immer sehr künstlich erscheinen. Nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Schauspieler.

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moviepilot Team
Thunderdrome Sebastian Wienecke
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