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Catherine Deneuve im Erwachsenen-Märchen Eselshaut

24.12.2014 - 08:50 UhrVor 6 Jahren aktualisiert
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Catherine Deneuve mit einem Ex-EselAbspielen
© Paramount
Catherine Deneuve mit einem Ex-Esel
Es muss nicht immer Der kleine Lord sein. Wer seine weihnachtliche Bescherung filmhistorisch sowie märchenhaft aufwerten will, ist mit Jacques Demys exzentrischem Erwachsenen-Fantasyfilm Eselshaut hervorragend beraten.

Wenn bei euch nicht gerade die Jacques Demy-Sammelausgabe der Criterion Collection unterm Weihnachtsbaum liegt, könntet ihr heute einen seltenen Fernseh-Leckerbissen verpassen. Denn arte zeigt den in Deutschland bisher nicht auf DVD veröffentlichten Eselshaut aus dem Jahr 1970. Mit über zwei Millionen verkauften Tickets war das Märchen mit Catherine Deneuve und Jean Marais Demys erfolgreichster Film in seiner Heimat Frankreich. Untermalt wird die eher für Erwachsene geeignete Märchenadaption von der Musik des Oscarpreisträgers Michel Legrand (Die Regenschirme von Cherbourg, Thomas Crown ist nicht zu fassen).

Basierend auf einem von Charles Perrault niedergeschriebenen Märchen, erzählt Eselshaut die Geschichte einer Prinzessin (Catherine Deneuve), die einer inzestuösen Hochzeit entfliehen muss. Denn ihr Vater (Jean Marais) versprach einst seiner sterbenden Gattin, nur eine Frau zu ehelichen, die so tugendhaft und schön wie sie selbst ist. So kommt der König zum Schluss, dass nur seine eigene Tochter dafür in Frage kommt, immerhin benötigt sein Reich einen Erben. Besagte Prinzessin fordert daraufhin als List drei unmöglich beschaffbare Hochzeitsgeschenke von ihrem Vater, darunter eine Eselshaut, die Juwelen ausscheidet. Doch der König ist dieser Aufgabe gewachsen.

Eine der wichtigsten Inspirationen für Eselshaut waren die Filme von Jean Cocteau, was sich beispielsweise im Casting von Jean Marais, dem Biest aus Cocteaus Es war einmal, niederschlägt. Gleichzeitig modernisiert Demy seine farbenfroh ausgestattete Märchenadaption, in dem er seiner Heldin unverhältnismäßig viel Selbstbestimmung zuschreibt, sexuelle Tabus der Zeit aufgreift und das handelsübliche Happy End des Genres hinterfragt. Dan Callahan schreibt bei Slant : "Der ganze Film scheint in einem Disney-Film aus der Kühlabteilung stattzufinden, voll mit französischen Desserts und sexuellen/intellektuellen französischen Subtexten."

  • Heute im TV: Eselshaut
  • Wann: 20:15 Uhr
  • Wo: arte

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