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Gewagtes Projekt

ARD bringt Geschichte der NSU ins Fernsehen

21.02.2014 - 19:00 Uhr
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Ausschnitt aus dem Film "Wut" (2006) von Regisseur Züli Aladag
© Mondo Entertainment
Ausschnitt aus dem Film "Wut" (2006) von Regisseur Züli Aladag
Die Entstehung der rechtsextremen Organisation NSU ist eines der prägenden Themen der jüngeren deutschen Geschichte. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat sich des Themas angenommen und plant einen dreiteiligen Film darüber.

Ausnahmesweise erreichen uns einmal Filmnews aus der deutschsprachigen Presse. Im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen ist zu lesen, dass die ARD eine Verfilmung über die Entstehung und die Mordserie der rechtsextremen Vereinigung NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) plant. Bisher sind Titel, Besetzung und der Sendetermin noch offen.

Mehr: Sky Deutschland produziert Comicverfilmung

Das Projekt wurde von Journalist und Dokumentarfilmer Stefan Aust zusammen mit Produzentin Gabriela Sperl indiziert. “Das ist einer der interessantesten Fälle der jüngeren Gegenwart”, sagt Aust, “[…] er zeugt von einem seriellen Versagen der Sicherheitsdienste.” Gabriela Sper wird in dem Artikel wie folgt zitiert: “[…] dass unsere Gesellschaft einen dunklen, braunen Fleck hat, den viele, nicht nur die Politik, lieber verdecken möchten. Das muss sich ändern.

Das Projekt selbst soll in drei Episoden inszeniert werden und die Seiten von Täter, Opfer und Ermittler beleuchten. Dafür wurden drei Regisseure und drei Drehbuchautoren verpflichtet. Im ersten Abschnitt wird das rechtsradikale Jugendmillieu in den neuen Bundesländern in den 1990er Jahren behandelt. Christian Schwochow wird als Regisseur genannt, das Drehbuch übernimmt Thomas Wendrich. Teil zwei wird von Züli Aladag inszeniert und wird dem Zuschauer die Perspektive der Opfer näher bringen. Verantwortlich für das Drehbuch ist hierbei Laila Stieler. Die Sicht der Ermittler wird im dritten Segment behandelt. Dafür wurde David Wnendt ins Boot geholt. Hier wird Jan Braren das Buch schreiben.

Abschließend soll der Film durch eine Dokumentation ergänzt werden. Die Inszenierung dieser Doku übernimmt Stefan Aust wieder selbst. Für die Produktion ist weiterhin die Filmproduktion Wiedemann & Berg zuständig. Aus diesem Hause stammen diverse deutsche Kino- und TV-Produktionen, unter anderem Tatort: Dinge, die noch zu tun sind und Männerherzen – und die ganz, ganz große Liebe.

Die ARD fasst damit ein schwieriges Thema an. Auch wenn die Intention dahinter löblich ist, liegt es hier vor allem an den Autoren, darauf zu achten, das richtige Maß zwischen ansprechender und faktenorientierter Erzählung zu finden.

Was haltet ihr von dem Vorhaben einen Film über die Geschichte der NSU zu produzieren?

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