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Akira - Ein Anime-Klassiker wird 30 und wir feiern mit

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© Universum Anime
Shotaro
16.07.2018 - 08:50 UhrVor 3 Jahren aktualisiert
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Akira, einer der ganz großen Namen der Anime-Geschichte wird heute sage und schreibe 30 Jahre alt. Zweifelsohne ein Grund zu feiern und euch meine Sicht auf diesen Klassiker näher zu bringen.

Hach ja, wie doch die Zeit vergeht. Stolze 30 Jahre alt wird Akira dieser Tage und hat dabei doch nichts von seinem Glanz eingebüßt. Noch immer gilt der Film zu Recht als eines der einflussreichsten Werke des Science-Fiction-Kinos und das dürfte vermutlich noch dezent untertrieben sein, denn Akiras Einfluss geht weit über simple Genre-Grenzen hinaus. Der Anime führte Verfahren ein, die in heutigen Produktionen Standard sind. Auf eine Zusammenfassung der Story des Films möchte ich indes übrigens verzichten, denn diese dürfte sicherlich hinlänglich bekannt sein. Stattdessen soll es zunächst darum gehen, wie Akira eine ganze Industrie in die Zukunft führte.

Akira, ein Wegweiser in die Zukunft

1988 feierte der Film seine Kinopremiere in Japan und konnte sowohl Kritiker- wie auch Fan-Herzen für sich gewinnen. Zu verdanken ist dies sicherlich zu großen Teilen Katsuhiro Ôtomo, dem Regisseur des Films. Darüber hinaus war er ebenfalls Autor der Manga-Vorlage, die im Jahre 1982 startete und erst 1990 in ihrem Finale gipfeln sollte. Ôtomo sah sich also mit der Aufgabe konfrontiert, eine zu jenem Zeitpunkt noch unvollendete Geschichte zu konzentrieren und, bedeutend wichtiger, diese zu einem runden Ende zu führen, obwohl sie noch kein Ende hatte.

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Die Anstrengungen, welche dafür unternommen wurden, waren enorm, was sich besonders im für die Produktion des Anime betriebenen Aufwand widerspiegelt. Umgerechnet 19 Millionen Dollar sollte der Film letztendlich verschlingen und bewegte sich somit auf Augenhöhe mit der westlichen Konkurrenz aus Hollywood. Darüber hinaus wurden Verfahren eingeführt, die heute in Produktionen dieser Größenordnung Standard sind. So wurden die Dialogzeilen der Charaktere vor der Vollendung der Animationen aufgenommen, damit das Bild an den Ton angepasst werden konnte. Zudem ist die Kamera-Arbeit des Films sowie die damit verbundenen jederzeit herrlich flüssigen Animationen auch heute noch mehr als beachtlich. Wenn man gemeinsam mit Shotaro durch die gigantischen Häuserschluchten Neo-Tokyos rast oder sieht, wie die Funken aus seinen Haaren fliegen, nachdem er durch eine Feuerwand gerast ist, dann sieht das auch heute noch famos aus und zieht einen unweigerlich mitten ins Geschehen hinein. Die spektakulären Kamerafahrten aus aktuellen Werken wie einem Attack on Titan oder Fate/Stay Night: Unlimited Blade Works hätten wir ohne Akira womöglich nie gesehen.

Das Tor nach Westen

Als eine der ersten Anime-Produktionen fand Akira außerhalb Japans große Beachtung und dürfte für viele sicherlich ihr erster Berührungspunkt mit dem Medium Anime gewesen sein. Des Weiteren fungierte der Erfolg von Akira gewissermaßen als eine Art Türöffner, denn Ôtomos Werk bereitete den Weg für viele Serien, die in den darauffolgenden Jahren zu uns in den Westen gelangen sollten. Der große Boom kam zwar erst Ende der 1990er Jahre sowie in den frühen 2000ern, als Anime wie Dragon Ball, Pokémon, Sailor Moon und Naruto ihren Weg zu uns fanden, doch ohne Akira wäre dieser vermutlich sehr viel steiniger gewesen.

Die Straßen Neo-Tokyos

Westliche Filmschaffende ließen sich von Akiras visueller Wucht sowie den innerhalb des Films verhandelten komplexen philosophischen Themen inspirieren. Nachfolgende Filme wie beispielsweise The Matrix oder Chronicle sind klar von Ôtomos Meilenstein inspiriert und auch Rian Johnson sagte, ein Quell der Inspiration für seinen Looper sei Akira gewesen. Doch nicht nur westliche Autoren und Regisseure ließen sich von Akira inspirieren, sondern ebenso japanische. Werke wie Ghost in the Shell oder auch Cowboy Bebop sind klar von Ôtomos Geschichte inspiriert und zeigten darüber hinaus eindrucksvoll, dass Anime mehr sein kann als nur bunt und niedlich. Akira demonstrierte deutlich, Anime können sich genauso an ein erwachsenes Publikum richten und komplexe dramatische Geschichten erzählen, wie Live-Action-Produktionen. Doch im Vergleich zu diesen Filmen und Serien hat Akira in meinen Augen einen bedeutenden Vorteil.

Akira ist ein zeitloser Klassiker

Dass Akira einen enormen Einfluss auf nachfolgende Produktionen hatte, sowohl im Anime- als auch im Live-Action-Bereich, damit dürfte wohl jeder übereinstimmen. Doch das ist es nicht, was diesen Film für mich so besonders macht und weshalb ich der festen Überzeugung bin, man sollte sich den Film auch heute noch unbedingt ansehen, wenn man ihn bisher verpasst hat. Anime wie auch Cartoons haben in meinen Augen einen imminenten Vorteil gegenüber Live-Action-Produktionen, die mit ihren Effekten auf einen besonders realistischen Look abzielen. Gewiss sind die Effekte oftmals beeindruckend, doch die Technik, mit der eben jene Bilder erst möglich werden, entwickelt sich unaufhörlich weiter, bis man eines Tages zurückblickt und sich fragt "Sah das damals wirklich gut aus?" Der Zahn der Zeit nagt indes bedeutend weniger an gezeichneten Produktionen wie beispielsweise Klassikern aus dem Hause Disney oder den Geschichten des Studio Ghibli. Ein Der König der Löwen oder Prinzessin Mononoke sieht auch heute noch so bezaubernd aus wie am ersten Tag und ihre wunderschönen Bilder werden gewiss auch zukünftige Generationen noch genauso verzaubern wie mich und euch.

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Katsuhiro Ôtomo ist mit seinem Akira ebenfalls ein solch unvergängliches Werk gelungen, welches damals wie heute audiovisuell zu beeindrucken weiß. Die Bilder mögen nicht so glanzvoll sein wie jene aktueller Produktionen, doch das müssen sie auch gar nicht und letztendlich ist es genau diese aus heutiger Sicht dreckige Optik, die Akira auszeichnet. Ôtomo-sensei erschuf mit seinem Meisterstück ein eigenes Universum, erweckte es zum Leben und kreierte hierfür seine eigenen Regeln - und inspirierte, zusammen mit seinen Kollegen Shotaro Ishinomori und Akira Toriyama, eine ganze Generation. Die Thematiken des Films sind hierbei ebenso immerwährend wie seine spektakulären Bilder und gerade diese Themen, welche im Rahmen der Handlung angesprochen werden und mit denen sich die Charaktere auseinandersetzen müssen, übten auf mich eine ungeheure Faszination aus, fesselten sie mich doch noch lange Zeit über das Ende des Films hinaus. Akira ist für mich mehr als nur ein Anime, mehr als nur ein Film: Es ist ein zeitloser Klassiker, ein kleines Juwel, welches noch immer so grell funkelt wie am ersten Tag und dieses Juwel ist auch heute noch mehr als nur einen Blick wert.

Was ist eure Meinung zu Akira?

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