100 neue Folgen Detektiv Conan: Darum hat sich das lange Warten gelohnt

Detektiv Conan
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Betrachtet das Leben in 2.35:1 und hat in Programmkinos aufgrund der freien Platzwahl Angst vor einem Kontrollverlust.

Achtung, Spoiler zu Detektiv Conan: Für jedes Rätsel, und sei es noch so mysteriös, gibt es eine logische Erklärung. Und durch diese Devise von Schülerdetektiv Shinichi Kudo hat jeder gelöste Fall in der Serie Detektiv Conan zugleich auch immer etwas leicht Ernüchterndes. Der vermeintliche Spuk und das Übernatürliche weichen am Ende immer dem Rationalen und Erklärbaren.

Ob eine Mumie im Wald ihr Unwesen treibt oder ein Mord in einem verschlossenen Zimmer stattfindet, alles wird bis ins Detail aufgeklärt. Diese konsequente Entmystifizierung vollzieht die Animeserie heute genauso souverän wie schon zu ihrer Geburtsstunde im Jahr 1996. In Deutschland startete Detektiv Conan im Jahr 2002 auf RTL II und brachte 333 Folgen auf die Waage, bis der Anime 2006 plötzlich pausierte.

ProSieben Maxx ist an neuen Detektiv Conan-Folgen dran

Erst 12 Jahre später, im Oktober vergangenen Jahres, setzte sich ProSieben Maxx den Hut auf, die leidenden Fans zu erlösen und mit neuen auf deutsch synchronisierten Folgen zu versorgen. Exakt 100 davon wurden produziert, die letzte mit der Nummer 433 wird am heutigen 13.03.2019 mit dem Titel Die Anfrage einer seltsamen Familie - Teil 2 ausgestrahlt.

Für danach gibt es schon Ersatz: Besser als Detektiv Conan: Magic Kaito 1412 stiehlt dem Meisterdetektiv die Show

Fans der ersten Stunde, die zwar deutlich gealtert, aber wieder mit dabei sind, werden mit bester Krimi-Kost und endlich auch mit Antworten belohnt. Das lange Warten macht sich durch wichtige Schlüsselmomente und Wendungen bezahlt, die Detektiv Conan tatsächlich voranbringen. Nach einem solchen Erzählsturm gilt vor der erneuten Pause erstmal: durchatmen. Es bleibt die Frage, ob wir auch in Zukunft mit neuen Folgen rechnen können.

Laut der Seite Manime konnte Detektiv Conan trotz langersehntem Comeback keine besonders starken Quoten erzielen. Im Schnitt soll die neue Staffel auf ProSieben Maxx 140.000 Zuschauer pro Folge erreicht haben. Reicht das für eine Verlängerung? Der Unterföhringer Sender entgegnete uns auf diese Frage, dass sie bereits an neuen Folgen dran wären. "Genauere Infos kommunizieren wir zu einem späteren Zeitpunkt", so Sendersprecher Michael Benn.

Ein Recap: Das ist in den 100 Folgen passiert

Klingt ganz so, als würden Conans Ermittlungen demnächst weitergehen. Eine weitere enervierende Dekade des Wartens steht damit wohl nicht bevor. Doch zunächst ein Rückblick auf die zurückliegende 5. Staffel (international sind es die Staffeln 12 und 13): Ob der geschrumpfte Meisterdetektiv Shinichi Kudo, der seine Fälle im Körper eines Kindes unter dem Pseudonym Conan Edogawa löst, der Schwarzen Organisation etwas nähergekommen ist?

Kurz gesagt: Ja. Es ist einiges passiert. Nachfolgend eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse der letzten 100 Episoden:

  • Der mysteriöse Fremde mit der Mütze, dem Conan in Folge 333 begegnete, heißt Shuichi Akai. Dieser gehört jedoch nicht zu den Männern in Schwarz, sondern ist ein FBI-Agent.
  • Rans Englischlehrerin Jodie ist in Wahrheit ebenso wie Akai eine FBI-Agentin, die es auf die zur Schwarzen Organisation gehörende Vermouth abgesehen hat, die in Wahrheit Sharon Vineyard heißt.
  • Vermouth hat sich die ganze Zeit als der freundliche Dr. Araide getarnt und findet die geheime Identität von Conan und Ai Haibara heraus
  • Vermouth verschont Conan jedoch und verspricht, ihm und Ai nichts mehr zu tun. Außerdem behält sie dessen Geheimnis für sich.
  • Im Rest der Staffel versucht Conan, das Rätsel um die Telefonnummer des Bosses der Schwarzen Organisation zu lösen. Ihm liegt nur die Vorwahl zugrunde, als er Vermouth telefonieren sah.
  • Die Vorwahl gehört zur Präfektur Tottori. Der Tastenton entspricht dem japanischen Musikstück Die sieben Kinder. Anhand der Noten kann Conan die Mail-Adresse des Bosses entschlüsseln.

Die 5. Staffel von Detektiv Conan hat mit ihren Sprechern nicht enttäuscht

Ganze Arbeit geleistet habe die Verantwortlichen für die Vertonung. Dass nach einer so langen Pause fast alle Stammsprecher zurückgewonnen werden konnten, ist alles andere als selbstverständlich. Neue Stimmen wie von Ayumi und Sonoko fallen kaum ins Gewicht. Neben Jonah Hill-Stimme Tobias Müller als Conan wird Onkel Kogoro Mori zum Glück noch immer von Jörg Hengstler eingesprochen.

Von diesem tollpatschigen Stümper-Detektiv und seinem "Gekonnt ist eben gekonnt" kann man einfach nicht genug kriegen. Wenn Inspektor Megure den Mordfälle wie Fliegen anziehenden Kogoro auch noch als Todesengel bezeichnet, beweist die Serie abermals auf sehr sympathische Weise ihren gelegentlichen Hang zur Selbstironie.

Kurios fallen dagegen die deutschen Titel der Episoden aus

Hier eine Auflistung einiger besonders skurriler Vertreter:

  • Die Aussichtsplattform mit dem kaputten Zaun
  • Ninjakunst: Die Alibi-Erschaffungs-Technik
  • Das Zeichen auf dem Hintern
  • Das glückbringende Zigarettenetui
  • Das verdächtig scharfe Curry

Inhaltlich können die Abenteuer größtenteils überzeugen

Zogen sich die vorherigen Staffeln teils arg in die Länge, weil wichtige Ereignisse ausblieben, jagt beim Nachschub ein Schlüsselmoment den nächsten.

Vor allem die Enthüllung um Vermouth verleiht der Serie einen angenehmen Schwung. Schade ist nur, dass diese Wendungen wenig überraschend sind, da die Detektiv Conan-Spielfilme, die auch in Deutschland erschienen sind, diese längst vorwegnahmen. Die neuen Anime-Folgen überschneiden sich übrigens mit dem 13. Film Der nachtschwarze Jäger.

Einige Charaktere treten kaum auf, andere sind stärker vertreten

Altbekannte Charaktere wie die Mordkomission von Tokio und vor allem Heiji kommen dagegen weitaus seltener vor als üblich. Überraschend stark geprägt sind die neuen Episoden auf anderer Seite von den Detective Boys. Das gefällt nicht jedem, auch da einige dieser Fälle zum Teil arg trivial ausfallen. Gleich zwei überflüssige Angelausflüge mit Ayumi, Mitsuhiko und Genta müssen wir ertragen, Spaß macht dafür eine Rätseltour in der historisch faszinierenden Burgstadt Okayama.

Detective Boy Genta gehört auch einer der witzigsten Momente: In einer Episode klaut der moppelige Junge versehentlich ein Videospiel und malt sich gedanklich schon seine Schlagzeilen-Verhaftung samt Kreuzverhör mit der Polizei aus, ein großer Spaß. Doch auch wenn die neue Staffel mehr an Aktualität für die Haupthandlung zu bieten hat, fehlen ihr insgesamt doch die absoluten Highlight-Fälle der Vergangenheit. Unvergessliche Exemplare wie Rache verjährt nicht oder Eine Stadt als Geisel gibt es diesmal nicht. Dennoch stechen drei Ableger ganz besonders hervor.

Die besten Fälle der zurückliegenden Detektiv-Conan-Staffel

Die Dissonanz der Stradivari (Folge 419 -421)

Wenn es um die neuen Episoden ging, fiel immer wieder in Fan-Foren der Name Stradivari. Kenner der Manga-Vorlage kündigten einen neuen Höhepunkt an, dementsprechend hoch waren die Erwartungen an diesen fulminanten Dreiteiler. Zweifelsfrei ist der Stradivari-Fall die Krönung der Staffel. Es geht um eine Familie von Musikern, bei der jedes Jahr am selben Tag ein Mitglied unter unerklärlichen Umständen zu Tode kommt. Ob es an der verfluchten Geige liegt, auf der alljährlich gespielt wird?

Direkte Konfrontation: Zwei Mysterien in einer Vollmondnacht (371 -375)

Gleich fünf Folgen nimmt der Showdown ein. Bei Direkte Konfrontation handelt es sich um eines der wichtigsten Ereignisse der ganzen Serie, endlich kommt Conans Jagd auf die Männer in Schwarz in die Gänge und gleich mehrere langjährige Geheimnisse werden aufgedeckt. Die gefährliche Vermouth gibt sich zu erkennen und kündigt erstmals ihren Boss Anokata an. Etwas haarsträubend ist nur, wie dumm sich die Killerin bei ihrem Auftrag teilweise anstellt.

Der Synchronizitäts-Fall (395 - 396)

Dieser Zweiteiler spielt für die zentrale Handlung der Serie zwar keine Rolle und existiert auch nicht in der Mangavorlage (Fans bezeichnen diese Episoden als Filler), markiert jedoch den wohl perfidesten Fall der Staffel. Ein Mann stürzt vom Balkon eines Hotels, exakt zum selben Zeitpunkt kommt sein Bruder in den eigenen vier Wänden zu Tode. Ein unglaublicher Zufall? Sehr lange muss Conan knobeln, um hinter die Lösung zu kommen. Am Ende offenbart sich ein wahrlich grausames Verbrechen, das vom Motiv des Täters noch mal übertroffen wird.

Conans Odyssee ist noch lange nicht vorbei

Staffel 5 heilt nicht nur die Wunden des Cliffhangers von 2006, sondern verdeutlicht einmal mehr, was Detektiv Conan besonders auszeichnet: Nach fast 500 Folgen hat die Serie noch immer nicht an Qualität eingebüßt und vermag den Zuschauer genauso zu fesseln wie noch zu Beginn. Gute Ideen scheinen dem Vorlagenschöpfer Gôshô Aoyama nicht auszugehen, Fluch und Segen zugleich. Da auch der Manga nicht enden will, bringt es Detektiv Conan im Herkunftsland Japan mittlerweile sogar schon auf über 900 (!) Episoden, hierzulande ist es also noch ein sehr weiter Weg.

Die letzte Episode des neuen Staffelblocks von Detektiv Conan läuft am heutigen 13.03.2019 auf ProSieben Maxx um 18:30 Uhr. Über den Streaming-Dienst 7TV oder auf der eigenen Homepage sind die jüngsten Fälle ebenfalls einige Tage verfügbar.

Wie fandet ihr die 100 neuen Detektiv Conan-Folgen?

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