3 Wochen langer Dreh: Martin Scorsese strich riesige Szene aus Killers of the Flower Moon

20.11.2023 - 19:00 UhrVor 3 Monaten aktualisiert
Killers of the Flower MoonParamount/Apple
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Martin Scorsese vergleicht eine Szene, die es nicht in Killers of the Flower Moon schaffte, mit Ben Hur. Aber warum löschte er die Monster-Sequenz aus seinem Film?

Eine halbe Ewigkeit arbeitete Martin Scorsese an seinem Crime-Epos Killers of the Flower Moon – und das schon lange bevor der eigentliche Dreh begann. Die Geschichte basiert auf dem Sachbuch von David Grann, jedoch nahmen Scorsese und Drehbuch-Autor Eric Roth einige Änderungen vor.

Und damit nicht genug: Der Regisseur sprach in einem neuen Interview mit Entertainment Weekly  über die ursprüngliche Eröffnungsszene von Flower Moon – uns ist ein inszenatorisches Monstrum entgangen (das aus gutem Grund nicht im Film landete).

"Wie Ben Hur": Die ursprüngliche Eröffnungsszene von Flower Moon klingt gewaltig

Lily Gladstone und Leonardo DiCaprio in Killers of the Flower Moon

Killers of the Flower Moon spielt im Amerika des Jahres 1920. Auslöser der Handlung ist die Ermordung von Mitgliedern des Osage-Stamms in Oklahoma, die Land mit sehr viel Ölvorkommen besaßen. Scorsese wollte die Story mit einer brachialen Rückblende beginnen. Im Drehbuch war die Szene "fünf Seiten lang, oder so, und es hätte drei Wochen gedauert, sie zu drehen, auch mit CGI."

Aber was genau sollte passieren?

Die Idee war, einen Landrausch zu zeigen. Man tritt einen Schritt zurück und beobachtet die amerikanischen Ureinwohner:innen, die nur dabei zusehen. Ich dachte, das wäre eine perfekte Metapher für das, was wir gemacht haben.

Mit "Landrausch" meint Scorsese den Sturm der angloamerikanischen Siedler auf das wertvolle Land von Oklahoma im 19. Jahrhundert. Das historische Ereignis war auch bekannt als Oklahoma Land Run.

"Es war unglaublich, und jeder hat es geliebt", sagt er über die Szene. "Ich weiß, wenn ich gesagt hätte: 'So wird der Film beginnen', hätten sie wohl eine separate Dreh-Einheit gebildet, wie beim Wagenrennen in Ben-Hur."

Scorsese und sein Autor hatten bereits alle Details der Szene festgeschrieben, verwarfen das Vorhaben aber.

Warum die Eröffnungsszene letztlich nicht im Film landete

Martin Scorsese erzählt in Killers of the Flower Moon die grausame Mordserie am Osage-Volk nach. Gleichzeitig tastet er, wie in den meisten seiner Filme, die amerikanische Seele ab. Es war entsprechend verführerisch, den historischen Bogen der Vorlage zu erweitern. Aber hätte das der eigentlichen, ohnehin komplizierten Geschichte gedient? Nein, wohl eher nicht.

[Autor] Eric Roth wies darauf hin, dass der Landrausch in Oklahoma und die Entdeckung des Öls in den späten 1890er Jahren so weit auseinander liegen, dass es zu weit weg von [unserer] Geschichte ist. Aber ich mochte all die Details, die er einbrachte. Es sollte auch alles in einem Take gedreht werden.

So blieb uns zwar eine weitere Mega-Sequenz in Killers of the Flower Moon verwehrt. Aber dafür haben wir einen konzentrierteren Film bekommen. Sofern man das über ein 206 Minuten langes Werk sagen kann.

Killers of the Flower Moon läuft seit dem 19. Oktober in den deutschen Kinos.

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