Gold - Kritik

Gold / AT: Gold - Gier hat eine neue Farbe

US · 2016 · Laufzeit 121 Minuten · FSK 12 · Abenteuerfilm, Drama, Thriller · Kinostart
Du
  • 6
    doenef 25.04.2017, 23:30 Geändert 25.04.2017, 23:36

    Ich weiß ja auch nicht, aber mich hat das, sicherlich glänzend inszenierte Abenteuerdrama an vielen Stellen einfach an den genialen "Wolf of Wallstreet" erinnert, da dieser eben, wenn nicht sogar an entscheidenden Passagen wirklich ähnlich, d.h. vielleicht sogar 'austauschbar' inszeniert wirkt.
    Die Handlungspassage über die brillant dargestellte Erfolgswelle, die schonbar unaufhaltsam ins Unglück steuert mag zwar durchaus recht innovativ sein,
    nur leider ist dieses 'Platzen der Erfolgsblase', wobei allerdings auch noch die, scheinbar gewünschte Kernaussage "Geld regiert die Welt" sicherlich nicht unmaßgeblich beteiligt ist, spätestens nach der Warnung der immer unglücklicher werdenden Freundin Kay (Bryce Dallas Howard) zu vorhersehbar.
    => "ganz gut",...mehr aber auch nicht. (6,0)

    • 6

      'Gold' ist hervorragend inszeniert und gut gespielt, krankt aber an seinem Drehbuch, das leider nur an der Oberfläche kratzt. Ähnlich wie in 'The Founder' kommen einzelne Personen (und hier auch Institutionen) enorm schlecht weg, das System an sich wird aber nicht wirklich in Frage gestellt. Natürlich kann und muss es nicht die Aufgabe eines Abenteuer-Dramas sein, immer wieder Missstände zu benennen und zu thematisieren, aber allzu blauäugig sollte man vielleicht auch nicht an die Sache herangehen. Aber immerhin wird auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wie gezielt blinde Flecken von diversen Akteuren ausgenutzt werden. Das hat schon was.

      [ACHTUNG, massiver SPOILER!!]
      Wenn man sieht, wie in den letzten Jahren und Jahrzehnten von Rohstoffexporteuren im indonesischen Regenwald gewütet wurde, muss man fast schon froh sein über den Ausgang der Geschichte...

      3
      • 7
        mercedes-jan: Jans Filmwelt 21.04.2017, 15:50 Geändert 21.04.2017, 15:51

        [...] Der von Stephen Gaghan ("Syriana") inszenierte Film lebt indes von seiner außergewöhnlichen Story, die auf wahren Begebenheiten basiert und den Hauptcharakter durch ein Wechselbad der Gefühle treibt. Besonders sehenswert wird "Gold" vor allem dann, wenn man die wahre Geschichte hinter dem Film noch nicht kennt. Denn für alle Unwissenden hält der Film eine nette Wendung bereit, die das ohnehin unterhaltsame Drama, erst recht sehenswert macht. [...]

        • 8

          Kurz:
          Abgebrannter Goldjunge tut sich mit erfahrenem Goldschürfer zusammen, um mitten im indonesischen Dschungel den grossen, goldenen Fund zu machen.

          Lang:
          1981 ist Kenny Wells (Matthew McConaughey) noch ein smarter, gewiefter Verkäufer. Einige Jahre später hat er zwar das Bergbauunternehmen seines Vaters geerbt, dummerweise jedoch nicht dessen Geschick und Erfahrung. Lieber lechzt er nach der goldenen Abkürzung zum Reichtum. So versucht Kenny den Gerüchten über Goldfunde in Indonesien nachzugehen und tut sich dafür mit dem lokalen Goldschürfer Mike Acosta (Edgar Ramírez) zusammen. Dank dessen erfahrenen Spürnase werden sie nach ersten Fehlschlägen im Dschungel bald belohnt. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. Oder so.

          „Jesses, der Bub hat zugenommen!“ ist beim Anblick von McConaughey noch gelinde ausgedrückt, denn der gute Matthew ist schlicht und einfach FETT geworden! Anscheinend hat er sich die Kilos durch „Anti-Diäten“ mit Bier und Frühstücks-Burger angefuttert und ja, die Halbglatze rundet sein Aussehen „gekonnt ab“. (Hatte seine Frau wohl ihren Spass an seinem Method-Acting?) Nach einigen locker/flockigen Romanzen oder seichten Komödien mit dem Tiefgang eines abgebrochenen Bohrkopfes, scheint McConaughey mit dieser Rolle seine McConauhessance fort zu setzen. Die Rolle ist ein weiterer Treffer auf dem aktuellen CVs des Amerikaners. Die Darstellung von Kenny Wells ist eine emotionale Achterbahnfahrt und verlangt entsprechend viel von McConaughey ab: Kenny Wells ganz oben, Kenny Wells ganz unten. Verschwitzt und goldsüchtig im Dschungel, verwöhnt und whiskey-süchtig in NYC. Und wiedermal schafft es der McConaughey, dass er den Charakter authentisch porträtiert. Die Zuschauer können einfach nicht anders, als mit ihm mitzufiebern und mitzuleiden. Hut ab! – trotz Glatze.

          Ein paar wenige Abstriche gibt es dennoch zu verzeichnen. Wer bei den Büroszenen genau hinsieht, wird bemerken, dass gewisse Gegenstände nicht aus den 80er Jahren stammen, sondern viel eher aus den späten 90ern. Doch dieses Detail ist aufgrund der sonst soliden und einwandfreien Machart des Films locker zu verschmerzen. Schön auch, wurde grösstenteils an den Original-Schauplätzen mit echtem Equipment gedreht. Zudem wäre es dem Film sehr gut gestanden, wenn noch weitere Schauspieler mit tiefer schürfenden Rollen gesegnet worden wären. Schade, stellt Regisseur Stephen Gaghan (Syriana) McConaughey in den Vordergrund und fertigt Mike Acosta trotz nicht minder tragendem Auftritt mit einer Sidekick-Nebenrolle ab. So bleibt „Gold“ vorallem wieder eine (weitere) McC-Show.

          Für seine knapp 2 Stunden Laufzeit ist der Film überraschend kurzweilig, switcht gleichmässig zwischen den Schauplätzen hin und her und bleibt schön im Fluss.

          Fazit:
          Dieser Film lässt mich mit seinen goldgierigen Hauptfiguren mitfiebern, trotz deren unedler Motive. Stark auch, dass die wahre Begebenheit spannend und originalgetreu erzählt wird, ohne den Moralapostel zu geben.

          • 5

            Im Gegensatz zu den Figuren von The Wolf of Wall Street, zu denen auch Matthew McConaughey eine beisteuerte, hat dieser naive, saufende Gold-Sucher außer verblassendem Charme nichts Fesselndes. [Günter H. Jekubzik]

            1
            • 6

              [Gold] lohnt sich zwar bereits aufgrund des hervorragenden Schauspieler-Ensembles und eines interessanten Achtziger-Jahre-Soundtracks. Man hat aber am Ende das ungute Gefühl, dass auf der künstlerischen Ebene letztlich mehr Chancen vergeben als genutzt wurden. [Dirk Henninger]

              • 5

                Gold ist ein interessanter Film, der seine Identität in der Hälfte etwas verliert und so zu viel zu erzählen versucht. [Dani Maurer]

                • 5 .5

                  Einem Traum folgen und den ganz großen Reibach machen: Gold will Big Business als romantisches Abenteuer feiern. Aber was geschieht, berührt nicht im Geringsten. [Andreas Günther]

                  • 7

                    Der cinema, Europas größter Filmzeitschrift, gefiel die Zweiteilung des Films in Goldgräberabenteuer und "Wolf of Wall Street" nicht. Ich gehe noch weiter und spreche von einer Dreiteilung, empfand die Erzählweise des auf wahren Ereignissen beruhenden Films jedoch als gefällig.

                    Der Ex-Sonnyboy und seit (spätestens) "Dallas Buyers Club" ernstzunehmende Oscar-Gewinner Matthew McConnaughey verkörpert (+22,5 kg !) den Goldgräber Kenny Wells, der in den 1980er Jahren seine indonesischen Schürfrechte an der New Yorker Wall Street vergolden möchte. Zunächst mit seinem Geologen (Frauenschwarm Édgar Ramírez, "Point Break"-Remake) auf der Aurum-Jagd, gilt es sodann die Mittel für dessen Gewinnung zu akquirieren. Das wiederum ruft Investoren auf den Plan, welche dem proletarisch-cholerischen Alkoholiker nicht immer zugeneigt sind und lieber ohne zu arbeiten vom American Dream profitieren wollen. Im letzten Crime-Kapitel entpuppt sich dann, dass nicht alles Gold ist, was glänzt...

                    Eine (zuhause) sehenswerte Studie über Habgier von Oscar-Preisträger Stephen Gaghan (Drehbuch zu "Traffic").

                    Die Vorlage: https://de.wikipedia.org/wiki/Bre-X-Skandal

                    • 7

                      Wie so oft: ein Film der eine wahre Geschichtge erzählt von der ich selber nie etwas gehört habe. In diesem Falle die Aufstieg und „Fall“ Story von Kenny Wells, einem Bohrfachmann der in den 80er Jahren auf die Suche nach einer Goldmine geht und mit Hilfe eines engagierten Partners in der Tat fündig wird. Das folgende Spiel ist ein stetiges Auf und Ab; auf jeden Erfolg folgt ein krasser Rückschlag, auf jeden Sieg eine Niederlage und mehrfach glaubt man die Geschichte sei nun am Ende bevor es dann doch noch eine Wendung gibt. Das alles gibt sich passabel unterhaltsam, Hochspannung ist zwar nicht gegeben, aber stetiges Interesse. Dazu kommt eine überragende Darstellung von McConaughey, der sich bewußt 45 Pfund angefressen und den Kopf rasiert hat um so gut es geht häßlich und und unattraktiv zu wirken – Mission erfüllt. Sollte es die Motivation gewesen sein mal wieder in Oscardimensionen zu landen ist der Film klar gefloppt – als interessantes Drama einer Freundschaftg und einer unbeirrbaren Leidenschaft ist der Film absolut in Ordnung.

                      Fazit: Unterhaltsames Drama mit viel Energie von McConaughey!

                      Videokritik zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=zw8PhIyCLuc

                      • 8

                        Ein Mann findet Gold im indonesischen Dschungel, was jede Menge intriganter Geschäftsleute und Banker auf den Plan ruft. Matthew McConaughey verkörpert wuchtig die Hauptrolle, der Film schwankt in seinem Tonfall zwischen Drama und satirischen Momenten. [Frank Arnold]

                        • 5

                          "Die Sehnsucht nach einer Achterbahn: Stephen Gaghans "Gold" hechelt verbissen dem Rausch einer wilden Fahrt hinterher und verkennt dabei konsequent die müde Seele seiner Hauptfigur." [Philipp Schwarz]

                          • 7

                            Oscar-Preisträger Matthew McConaughey beweist in Gold – einem Mix aus Abenteuer, Drama und Thriller – wieder einmal seine Wandlungsfähigkeit. [...] Der lose auf Tatsachen basierende, mit betörenden Naturaufnahmen ausgestattete Film, überzeugt auch dank eines überragenden McConaughey, der detaillierten Ausstattung und seiner stimmungsvollen Musik. [Björn Schneider]

                            • 6

                              Gold hätte eine beissende Satire von Gier werden können, eine neokonradikale Geschichte des westlichen Missgeschicks in Asien oder eine aufregende Fabel. Es versucht in seiner hektischen Art und Weise alles zu sein, und kommt dem nahe genug, um sich dann erfolgreich als ein ehrenvolles Versagen zu qualifizieren. [A. O. Scott]

                              • 5

                                Gold ist ein weiteres vergessenswertes Drama über unausstehliche Männer, die große Mengen Geld hin und her bewegen. [Matt Zoller Seitz]

                                1
                                • 5
                                  LATimes 27.01.2017, 11:10 Geändert 27.01.2017, 12:34

                                  Ohne seine Hauptfigur würde Gold auf keiner Ebene funktionieren. [Robert Abele]

                                  • 6

                                    Die Intensität der Darsteller ist immer konstant. Was Gold aber fehlt, ist eine gute Geschichte. [Sheri Linden]

                                    • 7

                                      Kenny Wells aus Gold ist ein Charakter, den wir so schnell nicht vergessen werden. [Peter Debruge]

                                      ▲ Top
                                      ?a=5541&i=2&e=1&c=1800302&c0=movpa krit