Venedig 2014

Wütend & ehrlich - 99 Homes mit Andrew Garfield

29.08.2014 - 10:40 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Andrew Garfield in 99 Homes
© Noruz Films
Andrew Garfield in 99 Homes
Für seine fünfte Regiearbeit konnte Ramin Bahrani Andrew Garfield, Michael Shannon und Laura Dern gewinnen. Nun wurde das Drama 99 Homes bei den Filmfestspielen in Venedig gezeigt.

In 99 Homes muss sich Bauarbeiter Andrew Garfield durch die Wirtschaftskrise kämpfen und geht dabei einen Pakt mit dem Teufel alias Makler Michael Shannon ein. Wie das Drama bei den Kritikern in Venedig ankam, könnt ihr hier nachlesen. Außerdem findet ihr oben zwei neue Clips aus dem Film.

Worum geht es in 99 Homes?
Orlando, Florida: Der junge Vater Dennis Nash (Andrew Garfield) wird mit seiner Familie von dem charismatischen Immobilienmakler Mike Carver (Michael Shannon) aus dem eigenen Haus geworfen. Gemeinsam mit seiner Mutter (Laura Dern) und seinem kleinen Sohn muss er in ein schäbiges Motel ziehen. Um seine eigenen vier Wände zurück zu bekommen, beginnt der gelernte Bauarbeiter Dennis, für Carver zu arbeiten. Ein Deal mit dem Teufel, denn Dennis lässt sich aus purer Verzweiflung auf illegale Geschäfte ein. Doch nachdem er seine finanziellen Probleme dank der Unterschlagung von Bank- und Regierungsgeldern lösen konnte und mit seiner Familie wieder in sein Haus gezogen ist, bekommt er allmählich moralische Bedenken. Schließlich hat er auch Familien aus ihren Häusern geworfen und diese Situation kennt er selbst nur zu gut. Dennis muss sich nun entscheiden: Will er maximale Gewinne, will er ein ehrenwertes Leben führen oder will er Rache, für das, was ihm und vielen anderen angetan wurde?

Das sagen die Kritiker zu 99 Homes:
Dieser "dynamisch gespielte, sich in seiner gestellten Art gar nicht rechtfertigende Film markiert die bislang beste Chance des Regisseurs, eine breitere Zuschauerschaft zu erreichen - eine, die sicherlich die kochende Wut über die aufrechterhaltenen Klassenunterschiede im modernen Amerika teilt". So Guy Lodge in der Variety , der den Film mit dem thematisch ähnlich gelagerten Up in the Air vergleicht und besonders das Ensemble um Andrew Garfield und Michael Shannon lobt.

Todd McCarthy kritisiert im Hollywood Reporter  den manipulativen Score, der wie der gesamte Film darauf ausgelegt ist, das Blut des Zuschauers zum Kochen zu bringen. "Diese Art der ehrlichen, harten Präsentation der Auswirkungen bestimmter Strategien der Regierung und Banken in den vergangenen drei Dekaden - der Film spielt 2010 - ist vergleichsweise selten zu finden in kommerziell ausgerichteten amerikanischen Filmen, weswegen es erfrischend und ernüchternd ist, dies so schlicht als alltäglichen Lebensumstand präsentiert zu bekommen." So könnten sich viele Zuschauer in den Figuren wiederfinden.

"Berührenderweise Roger Ebert gewidmet, ist 99 Homes keineswegs ein perfekter Film, aber er schafft etwas besonderes, das seltener als glänzende Perfektion zu finden ist: Er nimmt dich bei den Schultern und schüttelt die Apathie und Selbstgefälligkeit einfach weg." (Jessica Kiang, The Playlist )

Peter Bradshaw vergibt im Guardian  4 von 5 Sternen und nennt 99 Homes ein "taffes. starkes, idealistisches Drama, das es in sich hat und Shannon und Garfield spielen exzellent".

Ein deutscher Kinostart von 99 Homes ist noch nicht bekannt.

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