Überfällige Änderung: The Masked Singer schafft die Telefon-Votings ab

The Masked Singer mit Faultier
© ProSieben/ Boris Breuer
The Masked Singer mit Faultier
09.03.2020 - 11:30 UhrVor 7 Monaten aktualisiert
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Die Abstimmung über Telefon und SMS gehört bei The Masked Singer der Vergangenheit an. Ab sofort entscheidet eine App über das Schicksal der Teilnehmer. Na endlich!

Eine der nervigsten Gesten wird aus dem Fernsehen verschwinden. Wer regelmäßig Casting-Shows oder allgemein Shows schaut, in denen Teilnehmer von der Gunst des Publikums abhängig sind, kennt ihn: Den mit abgespreiztem Zeigefinger und kleinem Finger gebildeten Telefonhörer, den die Kandidaten mit beschwörendem Blick in die Kamera an ihr Ohr drücken, womit sie manchmal aussehen wie ein etwas entrückter Metalfan. Aber die Telefon-Voting-Ära steht vor ihrem überfälligen Ende.

Bei The Masked Singer musste Moderator Matthias Opdenhövel in der ersten Staffel mit langem Atem die Durchwahlnummern für Monster, Kudu und Astronaut verlesen. In der neuen Ausgabe wird er die Zeit darauf verwenden, die neue ProSieben-App zu erklären. Denn die Wahl, welcher Teilnehmer die Show verlassen und enthüllt werden muss, findet demnächst im Internet statt. Das gab ProSieben in einer Pressemitteilung bekannt.

Das neue Voting-Prozedere: So funktioniert es

  • Wenn ihr abstimmen wollt, müsst ihr euch die neue ProSieben-App herunterladen.
  • Ab dem 10. März steht die App zum kostenlosen Download bereit - für IOS- und Android-Geräte
  • Die Abstimmung ist fortan kostenlos.
  • Der Teilnehmer mit den wenigsten Stimmen fliegt weiterhin raus.

Die Technik, die bei The Masked Singer zum Einsatz kommt, testete ProSieben zuletzt schon in der Show Alle gegen einen - und kämpfte mit technischen Problemen. Die Kinderkrankheiten sollten aber bis zum morgigen Start von The Masked Singer auskuriert sein. Zunächst zählt ohnehin allein der Versuch. Denn wir sprechen hier von einem notwendigen Durchbruch in der Geschichte interaktiver Fernsehshows.

Warum Die Internet-Abstimmung bei The Masked Singer so wichtig ist

Beim Dschungelcamp manipulierte das umständliche Telefonvoting, das eine ganze Generation Fernsehzuschauer ausschließt, die Ergebnisse. Die Vorstellung, dass eine 22-jährige Zuschauerin vor Begeisterung für ihren Kandidaten eine ellenlange Nummer in ihr Handy tippt (oder eine SMS verschickt) ist bizarr.

Das Faultier in The Masked Singer

Die Abstimmung per App holt die Zuschauer dort ab, wo sie sich ohnehin während der Show und in den Werbepause aufhalten: Im Internet, wischend und browsend auf den Smartphone-Bildschirmen. Die Abstimmung in eine App zu verlagern, ist die logische Konsequenz einer veränderten Kommunikationsrealität. Künftig steht zwischen Sympathie und Stimmabgabe für den Lieblingskandidaten keine Barriere mehr. Die Abstimmzahlen werden in die Höhe schießen.

Live-Events brauchen das Internet

ProSieben setzt immer häufiger auf Live-Shows wie The Masked Singer. In der Konkurrenz mit Disney+, Netflix und Amazon Prime sind sie die Überlebensgrundlage des Fernsehens, weil sie im Gegensatz zum Streaming das unmittelbare und gleichzeitige Erleben eines Events bieten. Noch aber hat das Fernsehen das Internet nicht als Chance wahrgenommen, die Live-Events mit dem übersprudelnden Leben aus dem Internet zu füllen. Hier jubelt das Publikum bei Twitter, Facebook und Instagram.

The Masked Singer tritt neue Pfade aus. In der App, wo auch die Abstimmung stattfindet, können Zuschauer gemeinsam über die Identität hinter den Masken spekulieren, der Weg zum Abstimmungsfenster ist nur eine Daumenlänge entfernt. Genau so sollte die dringend notwendige Verzahnung des Live-Fernsehens mit der der Lebenswelt Internet aussehen.

Wann habt ihr das letzte Mal bei einer Fernsehshow angerufen?

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