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Herr der Affen

Tarzan - Der Dschungelheld auf der Leinwand

19.02.2014 - 08:50 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Tarzan 3D
© Constantin Filmverleih
Tarzan 3D
Mit Tarzan 3D startet morgen die neuste und damit eine von unzählig vielen Verfilmungen rund um den Dschungelheld in Lendenschurz in den deutschen Kinos. Wir haben einmal geschaut, warum Tarzan für Filmemacher immer wieder interessant ist.

Ab morgen erwacht Tarzan erneut zu animiertem Leben auf der großen Leinwand. Geben wir den Suchbegriff in der IMDB ein, spuckt diese weit über hundert Einträge aus, in denen das Thema um den Herren der Affen verarbeitet wurde. Nicht alle Verfilmungen haben zu der Zeit ihrer Entstehung auf das Urheberrecht geachtet, so dass eine ganze Reihe dieser Filme unautorisierte Verwertungen darstellt. Im Falle des morgen startenden Tarzan 3D müssen wir uns da aber keine Sorgen machen. Anlässlich dieses Kinostarts haben wir uns Gedanken zur Figur des Tarzan gemacht, insbesondere zur Frage, weshalb sie nach wie vor für Filmemacher interessant ist.

Mehr: The Wolf of Wall Street-Star als Jane in Tarzan

Tarzan und der Sprung auf die Leinwand
Der Autor Edgar Rice Burroughs veröffentlichte die erste Geschichte Tarzan bei den Affen (engl. Tarzan of the Apes) 1912 im Pulp-Magazin All-Story Magazine. Danach erschienen 23 vom Autor selbst geschriebene Fortsetzungen. Schon damals war die Filmindustrie pfiffig und sah das Potential in der Geschichte und der Figur selbst. 1918 erschien mit dem Stummfilm Tarzan bei den Affen die erste Verfilmung des Stoffes und dies auch noch relativ werkgetreu. Die Hauptrolle spielte Elmo Lincoln. Dieser übernahm die Rolle noch weitere zwei Male, bevor er sich, mit Beginn des Tonfilms, für etliche Jahre aus der Filmbranche zurückzog. Auf Grund seines Alters ist der Originalfilm mittlerweile frei zugänglich, zum Beispiel auf Plattformen wie YouTube.

Tarzan und das Geheimnis der Zeitlosigkeit
Während das Setting, die Regisseure, Schauspieler und auch die Geschichte selbst sich veränderten, blieb die Figur des Tarzan zumeist unangetastet. Es gab zwar immer wieder leichte Ausbrüche wie beim Film Tarzan und die goldene Stadt. Aber im Großen und Ganzen blieb Tarzan bis in die 1950er Jahre unverändert: Der Junge John Clayton alias Lord Greystoke verliert bei einem Unglück im afrikanischen Dschungel seine Eltern. Er wird von Affen gefunden und aufgezogen. Als junger Mann ist er zu einem muskulösen Recken (und in den meisten Darstellungen Herr über diverse Tierarten) herangereift. Er beherrscht zwar die Sprache der Tiere, noch nicht aber die der Menschen. Sein Leben wird ab dem Moment kompliziert, als er die junge Jane kennen lernt. Mit der Formel Mann + Frau = Probleme spiegelte Tarzans Geschichte die Basis vieler Abenteuergeschichten und eine klassische Heldenreise wider.

Nach der Ära von Johnny Weissmuller als Tarzan – der letzte Film war Tarzan in Gefahr von 1948 – wurden mit dem Bodybuilder Gordon Scott vier weitere Filme nach Schema F produziert. Als Produzent Sy Weintraub das Ruder im Franchise übernahm, besann er sich wieder auf den Grundton von Edgar Rice Borroughs Vorlage. Tarzan beherrschte die menschliche Sprache, konnte sich stammelfrei mit einer Frau unterhalten und wurde im Film Tarzans größtes Abenteuer als waschechter Dschungelheld (mit Betonung auf Held) dargestellt. Aber dies änderte sich, wie in der Filmindustrie üblich, von Zeit zu Zeit.

Mit Greystoke – Die Legende von Tarzan, Herr der Affen erreichte die Zeit der Tarzan-Realfilme einen ihrer vorerst letzten Höhepunkte. Hier erleben wir Christopher Lambert als Titelfigur (auch wenn die Bezeichnung Tarzan im Film selbst nicht vorkommt) und seine Sicht auf die menschliche Gesellschaft dieser Zeit. Der Film ist tatsächlich mehr Gesellschaftsdrama denn Abenteuerfilm.

Tarzan und die Gegenwart
Firmen wie Disney haben das Potential in Richtung der jungen Zielgruppe ausgebaut. Der Zeichentrickfilm Walt Disney’s Tarzan war mit einem weltweiten Box-Office-Einspielergebnis von über 450 Millionen US-Dollar ein voller Erfolg und zog zwei weitere Filme und eine TV-Serie nach sich. Auch bei dem aktuellen Film Tarzan 3D ändert sich nicht mehr viel an der Hintergrundgeschichte. Sie wurde etwas aufgehübscht und das erste Mal im Motion-Capture-Verfahren realisiert. Das Studio Warner Bros. hat indes angekündigt, selbst eine Neuauflage des Stoffes zu verwirklichen. Für The Legend of Tarzan wird 2016 als Erscheinungsjahr genannt. Christoph Waltz und Samuel L. Jackson sind aktuell im Gespräch für eine Rolle im Film – vermutlich nicht die Titelrolle. Diese wird aller Wahrscheinlichkeit nach Alexander Skarsgård übernehmen (wir berichteten).

Was haltet ihr von Tarzan? Ist der Stoff längst antiquiert oder ein zeitloser Klassiker, der eine High-Budget-Verfilmung verdient hat?

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