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Tabu - Experimentelles Filmdrama aus Portugal

19.11.2014 - 18:01 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Ana Moreira in Tabu
© Real Fiction
Ana Moreira in Tabu
Tabu - Eine Geschichte von Liebe und Schuld besticht mit einer unkonventionellen Narration, hypnotischen Bildern und einer grandios melancholischen Stimmung. Genügend Gründe, um das portugiesische Drama zum heutigen TV-Tipp zu erklären.

Für ein außergewöhnliches Seherlebnis sorgt heute Tabu - Eine Geschichte von Liebe und Schuld, ein portugiesisches Kunstfilmdrama, das um 21.50 Uhr von Arte ausgestrahlt wird. Wer sich mit einer traurig-melancholischen Geschichte, Schwarz-Weiß-Optik und unkonventionellen Erzählweise anfreunden kann, der ist bei dem Film von Miguel Gomes bestens aufgehoben.

Die Handlung von Tabu ist in zwei Erzählstränge geteilt. Der erste dreht sich um die sozial engagierte Pilar (Teresa Madruga), die es sich zur Lebensaufgabe gemacht, andere Menschen glücklich zu machen. Die alte Nachbarin Aurora (Laura Soveral) ist für diese Mission wie gemacht. Die notorische Rentnerin verspielt ihr ohnehin schon weniges Geld im Casino von Estoril und verdächtigt Haushälterin Santa (Isabel Cardoso) des Voodoo-Zaubers. Doch als die alte Dame todkrank ans Bett gebunden ist, eröffnet sie Pilar ihren letzten Wunsch. Ihr verschollener Liebhaber Gian Luca Ventura (Henrique Espírito Santo) soll wiedergefunden werden. Der zweite Teil setzt im Afrika des Jahres 1960 zur Zeit des portugiesischen Kolonialkrieges ein und widmet sich schließlich der Romanze zwischen der jungen Aurora (Ana Moreira) und Gian Luca.

Im Laufe seiner Spielzeit verwandelt sich das tragikomische Drama in einen Stummfilm und wird zur Hommage an F.W. Murnaus letztes Werk Tabu. Patrick Wellinski von Kino-Zeit  äußert sich folgendermaßen zum Film:

Tabu ist zugegebenermaßen ein recht eigenwilliges Werk, eine Erfahrung und eine großartige Kinospielerei. (...) Doch der Film (...) ist mitnichten ein rein intellektueller Spaß. Kein Film nur für Eingeweihte. Er ist auch berührend und traurig. Eine unsentimentale Bildstrecke einer unerfüllten Liebe, der melancholische Abschiedsbrief einer verstorbenen Frau und ein Abenteuermärchen, das langsam in einen wunderschönen Traum abgleitet. Das Geflecht aus Realität und Fiktion webt der Film jedenfalls so elegant und dicht, dass sich in ihm auch stets Spuren des Lebens verfangen. Wir sehen hier einen Kinofilm, wie er selten geworden ist. Er gleicht einer fremden Melodie, die uns irgendwie doch bekannt vorkommt.

Wer jetzt noch Überzeugung braucht, der greift heute einfach nach der Fernbedienung und schaltet ein.

Was? Tabu - Eine Geschichte von Liebe und Schuld
Wo? Arte
Wann? 21.50 Uhr

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