Shutter Island - Wir erklären euch das Ende des Thrillers mit Leonardo DiCaprio

Shutter Island: Leonardo DiCaprio
© Concorde
Shutter Island: Leonardo DiCaprio

Diesen Artikel haben wir bereits zu einer zurückliegenden Ausstrahlung von Shutter Island veröffentlicht. Heute wird der Film bei RTL II um 22:30 Uhr gezeigt.

In Martin Scorseses Romanverfilmung Shutter Island spielt Leonardo DiCaprio einen US-Marshal, der auf der mysteriösen Insel Shutter Island das Verschwinden einer Patientin aus der Nervenheilanstalt Ashecliffe aufdecken will. Immer mehr glaubt Edward "Teddy" Daniels an eine Verschwörung und wird zunehmend paranoider. Will der Leiter der Anstalt Teddy mundtot machen, da er zu viele Geheimnisse aufgedeckt hat? Oder ist das Ganze nur ein Spiel und ein verzweifelter Versuch, einen schizophrenen Mörder zu heilen? Wir versuchen, ein wenig Licht ins Dunkel der Twists und Enthüllungen zu bringen. Der Film läuft heute Abend um 22:30 Uhr bei RTL II.

Wer ist Andrew Laeddis?
Bei seiner Untersuchung der Vorkommnisse auf Shutter Island deckt Teddy Daniels immer mehr düstere Machenschaften der Klinikleitung auf, darunter geheime Nazi-Menschenexperimente. Ein mysteriöser 67. Patient der Anstalt soll dort im Geheimen behandelt werden. Teddy vermutet, dass es sich bei dem Patienten um Andrew Laeddis handelt. Dieser war früher Hausmeister in Daniels Haus. In einem großen Twist enthüllt sich Teddy Daniels' Partner Aule als Psychiater der Anstalt. Nun unter dem Namen Dr. Sheehan erklärt er gemeinsam mit dem Chefarzt Dr. Crawley, dass Teddy in Wirklichkeit Andrew Laeddis ist und Schuld am Mord an seiner Frau, die die gemeinsamen Kinder umbrachte, sei. In einem groß angelegten Rollenspiel sollte seine dissoziative Persönlichkeitsstörung geheilt werden.

Während anfangs noch die Frage aufgeworfen wird, ob tatsächlich nur mit Teddy Daniels experimentiert wird, und ihm nur eingeredet werden soll, er sei verrückt, wird ziemlich bald klar, dass er wirklich Andrew Laeddis ist. Er verdrängte die Erinnerungen an den Verlust seiner Familie und gab sich in Wahnvorstellungen einer neuen Persönlichkeit hin. So soll er schon öfters therapiert worden seien, und jedes Mal verfiel Andrew nach anfänglicher Klarheit wieder zurück in seine Wahnvorstellung. Dieses Rollenspiel war ein letzter Versuch, ihn zu heilen. Dr. Crawley macht Andrew klar, dass, wenn er wieder rückfällig werden sollte, eine Lobotomie der letzte Ausweg wäre. Doch schon am nächsten Tag scheint Andrew seiner Erinnerungen wieder verdrängt und die Persönlichkeit von Teddy angenommen zu haben. Nach einem letzten Gespräch mit seinem "Partner" wird Andrew/Teddy unter den Augen eines betrübten Dr. Crawley auf den Weg zur Lobotomie geschickt.

Geheilt oder nicht geheilt? Das ist hier die Frage.
Am Ende scheint das ganze Brimborium und Rollenspiel nichts genützt zu haben. Andrew konnte nicht geheilt werden und wird schließlich lobotomiert. Doch in dem letzten Gespräch mit Dr. Sheehan/Aule lässt ein dahingemurmelter Satz eine noch schockierende Interpretation zu. "Was wäre schlimmer: Zu leben wie ein Monster, oder als guter Mann zu sterben?" Dieser kleine Satz lässt darauf schließen, dass Andrew tatsächlich geheilt wurde. Doch die Erkenntnis, dass er seine Frau umgebracht und seine Kinder verloren hat, bringt ihn dazu, eine gescheitere Therapie vorzugaukeln, um als eine Art Selbstbestrafung lobotomiert zu werden. Die Schuldgefühle sind für Andrew zu groß, um weiterhin mit der Last dieser Wahrheit leben zu können. Oder sind dies bloß die gesäuselten Worte eines Verrückten? In der Romanvorlage von Autor Dennis Lehane kommt dieser Satz nicht vor, und Andrew ist am Ende tatsächlich wieder rückfällig geworden, wie The Guardian anmerkt. Dies lässt darauf schließen, dass die Filmversion ein noch tragischeres Ende für den Hauptcharakter hinzugefügt hat. Denn Regisseur Martin Scorsese überlässt in seinem Film nichts dem Zufall.

Viele versteckte Hinweise
Shutter Island ist ein großes Rätsel, das mit jeder Sichtung neue Hinweise und Anspielungen preisgibt. Denn wer genau aufpasst und hinschaut, wird schon früh etliche Hinweise darauf finden können, dass Teddy Daniels in Wirklichkeit Andrew Laeddis ist, was in einem Video des Youtube-Kanals Storytellers ausführlich unter die Lupe genommen wird. So sehen wir zum Beispiel Teddy Daniels in seiner ersten Szene in einen Spiegel schauen. Dies ist in der filmischen Bildsprache ein Hinweis auf eine gespaltene Persönlichkeit. Zusätzlich ist hier Teddys Gesicht auch durch die Ausleuchtung in zwei Hälften geteilt. In Hinblick auf die große Enthüllung erscheinen viele seltsame Begegnungen und Verhaltensweisen anderer Figuren im Nachhinein etwas klarer. Der Name Edward Daniels ist übrigens, wie im Film auf einer Tafel dargestellt, ein Anagramm für Andrew Laeddis.

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moviepilot Team
wieselmax Max Wieseler
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