Sci-Fi-Horror auf Netflix: Die Alien-Reihe darf nicht nach Covenant enden

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© 20th Century Fox
Alien: Covenant
13.06.2020 - 14:00 UhrVor 5 Monaten aktualisiert
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Auf Netflix ist aktuell Alien: Covenant zum Streamen verfügbar. Die Zukunft der Science-Fiction-Horror-Reihe ist ungewiss. Es wäre ärgerlich, wenn sie ausgerechnet jetzt endet.

Erst kürzlich sprach Ridley Scott in einem Interview mit Filmkritiker Justin Chang von der Los Angeles Times  über die Alien-Reihe und zeigte sich dabei äußert engagiert, als es um die Frage nach einer weiteren Fortsetzung ging. Im Grunde redet er seit dem Kinostart von Alien: Covenant vor drei Jahren davon, mit weiteren Filmen in das 1979 von ihm geschaffene Universum zurückzukehren. Bisher ist aber wenig passiert.

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Das hat seine Gründe: Alien: Covenant entpuppte sich als Enttäuschung an den Kinokassen. Trotz seines für Blockbuster-Verhältnisse moderaten Budgets von rund 100 Millionen Dollar konnte der Film in den USA nur ein Dreiviertel davon wieder einspielen, während er weltweit nicht einmal über die 250-Millionen-Dollar-Grenze kam. Das sind 150 Millionen Dollar weniger als der Vorgänger, Prometheus, erreichte.

Die Alien-Reihe kämpft im Kino um ihr Überleben

Es steht folglich nicht gut um die Alien-Reihe. Die Zukunft ist ungewiss, zumal vor ein paar Jahren auch die potentielle Alien-Rückkehr von Sigourney Weaver unter der Regie von Neill Blomkamp in der Vorproduktion kollabierte. Hier hätte das Franchise zu seinen Wurzeln zurückkehren können. Ridley Scott drängte es jedoch in eine andere Richtung und manövrierte sich damit in eine Sackgasse - aber nur aus finanzieller Sicht.

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Denn wenn wir uns - Achtung Spoiler! - die Geschichte anschauen, die Ridley Scotts Alien-Ableger seit Prometheus erzählen, versteckt sich da eine der mutigsten Neuerfindungen, die eine Filmreihe in den vergangenen Jahren durchlaufen hat. Es wäre wirklich ärgerlich, wenn Alien: Covenant nach all der sorgfältigen Vorarbeit als abruptes Ende der Vorgeschichte herhalten muss, die mindestens noch einen dritten Teil verdient.

Vom Science-Fiction-Horror zum Ursprung des Lebens

Mit Prometheus erkundet Ridley Scott eine neue Ecke des Alien-Universums, ähnlich, wenn auch nicht ganz so radikal, wie es George Lucas im Zuge der Star Wars-Prequels getan hat. Die Welt, in die wir eintauchen, ist eine vertraute - und dennoch lernen wir sie aus einem ungewohnten Blickwinkel kennen. Prometheus entfernt sich etwa vom Survival-Horror des ersten Alien-Films und denkt über den Ursprung des Lebens nach.

Damit verrät Ridley Scott die DNA der vorherigen Filme keineswegs, im Gegenteil: Er sucht sich eine Facette aus, die schon in vorherigen Geschichten im Hintergrund mitgeschwungen ist, und baut diese aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Franchises durchläuft die Alien-Reihe hier eine spannende Transformation und wir kommen am Ende definitiv an einem anderen Punkt an, als wir eingestiegen sind.

Alien: Covenant

Hier keimt eine faszinierende Schöpfungsgeschichte, die vom (mehr oder weniger) unfreiwilligen Dialog zwischen dem Schöpfer und seiner Schöpfung berichtet. Auf verschiedenen Ebenen breitet Ridley Scott diesen Dialog aus. Am Anfang ist da der Mensch, der dem Geheimnis seiner Existenz auf den Grund fühlen will, ehe Alien: Covenant die menschliche Komponente zunehmend ausklammert.

Alien: Covenant gibt eine extrem düstere Richtung vor

Was bleibt, ist der Androide David (Michael Fassbender), der gefunden hat, was er sucht - und sein eigener Schöpfer aus Fleisch und Blut gehört zu dieser Zukunft nicht dazu. Ausgerechnet David, der nach menschlichem Ebenbild geformt wurde und sich auch noch den Namen mit Michelangelos formvollendeter Monumentalstatue teilt, wendet sich in letzer Konsequenz von seinem Ursprung ab, um selbst zum Schöpfer zu werden.

Der Mensch liegt derweil im eigens geschaufelten Grab. Anstelle Antworten und eine größere Bedeutung zu finden, breitet sich eine erschreckende Ohnmacht aus. Es ist wirklich bemerkenswert, wie unglaublich düster und bitter dieser Film endet. Mit dem Einzug der Götter in Walhall löscht Ridley Scott die letzten Menschen aus dem Alien-Universum aus, ehe es Ellen Ripley (Sigourney Weaver) wieder zurückerobert.

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Wo sich die Geschichte später hin entwickeln wird, ist dementsprechend bekannt. Dennoch wäre es zu schade, wenn wir das offene Kapitel dazwischen niemals sehen werden. Ausgehend von Prometheus und Alien: Covenant ist ziemlich deutlich zu erkennen, dass Ridley Scott hier (mindestens) eine Prequel-Trilogie vorschwebte, wobei sich der dritte Teil als der kniffligste, aber eben auch als der spannendste entpuppt.

Nach Alien: Covenant muss noch ein Alien-Film kommen

Der Bund zwischen Mensch, Maschine und Gott wurde gebrochen. Erneut hat ein unheimliches Wesen die Kontrolle über ein riesiges Raumschiff gewonnen - doch dieses Mal bewegt es sich nicht wie eine unberechenbare Bestie tötend durch das finstere Labyrinth, sondern geht aufrechten Gangs zielstrebig auf den Akt der Schöpfung zu. Selten lagen Wunder und Weltuntergang näher beieinander.

Unter diesen Voraussetzungen könnte der nächste Teil ohne Frage ein großartiger Science-Fiction-Albtraum werden, der den Weltraum trotz seiner unendlichen Weiten so beklemmend und hoffnungslos erscheinen lässt, wie es kein Alien-Film zuvor getan hat.

Alien: Covenant streamt aktuell auf Netflix.

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