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Oliver Pocher: Der überflüssigste Entertainer Deutschlands

29.05.2020 - 17:40 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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© Instagram / @oliverpocher
Oliver Pocher
Spätestens seine aktuelle Show Pocher - gefährlich ehrlich! beweist: Oliver Pocher ist der überflüssigste Entertainer Deutschlands. Auf ihn können wir getrost verzichten.

Es ist schon fast bewundernswert, wie sich Oliver Pocher in seiner über 20-jährigen Karriere trotz der sich ständig verändernden TV-Landschaft immer wieder erfolgreich ins Fernsehen drängen konnte.

Von seinem Start bei VIVA ging es mit Rent a Pocher zu ProSieben, ehe er an der Seite von Harald Schmidt das alte Publikum der ARD aufmischte, um dann in Sat.1 mit seiner eigenen Die Oliver Pocher Show mäßig durchzustarten, weiter mit einem kurzen Schwenker als Fußball-Experte bei Sky und schließlich ab nach Köln, wo er uns bis heute in zahlreichen Shows terrorisiert - und das war nur ein kleiner Ausschnitt.

Seine neueste Personalityshow Pocher - gefährlich ehrlich zeigt nun mit voller Wucht: Oliver Pocher hat sich in zwanzig Jahren nicht ein Stück verändert. Er ist noch immer dieselbe "miese Type" (Zitat Harald Schmidt ), die billige Beleidigungen als geniale Konter versteht, abgestandene Gags als Comedy und lahmes Rumgehampel vor der Kamera als großes Entertainment.

Oliver Pocher: Nichts gelernt, nie verändert

Anfang des Jahres konnte sich Pocher wieder einmal eine mediale Relevanz erspielen, als er sich auf Instagram großmäulig mit Michael Wendler anlegte. Nach zahlreichen Parodien mündete die Rivalität schließlich in eine Liveshow bei RTL.

Schaut euch die ganze Meinung im Video an:

Wann habt ihr genug von Oliver Pocher?
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Alle hatten gewonnen: Pocher war wieder in Gespräch und gewann etliche Follower auf Instagram hinzu, der Wendler konnte seinen Ausspruch "Egal" in bares Geld verwandeln und RTL verbuchte erfolgreiche Einschaltquoten.

Hatte Oliver Pocher also doch dazugelernt, war erwachsen geworden und suchte sich von nun an seinesgleichen als Zielscheibe? Nein, sein Markenzeichen ist die beleidigende, pubertäre Provokation und daran sollte sich auch nach zwanzig Jahren Showgeschäft nichts ändern.

Oliver Pocher: Mobbing getarnt als unterhaltsame Kritik

Seinen neu hinzugewonnenen Followern präsentierte er kurz darauf nämlich einen Feldzug gegen Instagram-Influencer und vor allem -Influencerinnen. In seinen Videos deckte er auf, dass deren Werbung - bitte anschnallen - nicht immer authentisch und der ein oder andere Follower sogar gekauft sei.

Pocher fühlte sich dabei vermutlich wie ein investigativer Topjournalist, kam dabei aber eher rüber wie ein Rentner, der auf dem Fensterbrett lehnt und falsch parkende Autos aufschreibt. Die Kritik an irreführender Werbung ist ja eigentlich nicht schlecht, nur kann es Oliver Pocher eben nicht dabei belassen und muss fast schon zwanghaft irgendwann ins Beleidigende, ja ins Mobbing abdriften.

Mit peinlichen Beschimpfungen hetzte er seine digitale Fanschar auf die Influencerinnen und schließlich ging er sogar so weit, dass er altes Videomaterial einer Influencerin sammelte und veröffentlichte und sie damit als ehemalige Sexarbeiterin outete (Quelle: Die Zeit ). Den Hass und die Drohungen, die auf die Influencer und Influencerinnen hereinbrachen, nahm er stillschweigend in Kauf.

Das ist nicht investigativ, das ist nicht intelligent, das ist nicht witzig. Geschadet hat es Oliver Pocher aber in keinster Weise, denn wenig später ging bereits seine eigene Late-Night-Show Pocher - gefährlich ehrlich! an den Start.

Eine lieblose, selbstverliebte PR-Show

In dieser Sendung ist Pocher der Star, während seine Frau Amira als Sidekick fungiert. Mehr als Stichwortgeberin für seine lahmen Gags ist sie allerdings nicht. Ist auch egal, hier geht's ja eh nur um ihn und seinen Instagramkanal. In der ersten Folge schauen wir in Zusammenschnitten dabei zu, wie geil er doch ist, und müssen dann mit ansehen wie lange es dauert bis die fehlenden 20.000 Follower hinzukommen, damit er die zwei Millionen auf Instagram geknackt hat. Was soll das bitte?

Wendler & Pocher

In der zweiten Folge besäuft er sich mit Michael Wendler und hampelt halbnackt an der Seite von Laura Müller durch das Studio. Weil das offenbar so geil war, tanzt er zu Beginn der gestrigen dritten Folge schon wieder durch das Studio. Leute, fällt euch wirklich nichts Besseres ein?

Da sich Oliver Pocher aller Kritik zum Trotz noch immer als investigativer Superman sieht, versucht er zudem noch das Thema Sexismus zu behandeln, indem er eine Werbekampagne von Philipp Plein zeigt, in der die Germany's Next Topmodel-Gewinnerin Jacky auftritt. Leicht bekleidet tanzt sie auf einem Lamborghini und spreizt die Beine, während Plein davor posiert, begleitet von einem fragwürdigen Rapsong.

Das könnte man nun tatsächlich mal auseinandernehmen und differenziert bewerten. Oliver und Amira Pocher fällt allerdings nicht viel mehr ein, als zu sagen, dass Jacky damit nicht viel für Frauenrechte und die Wahrnehmung der Frau beitrüge. Dass man da etwas genauer hinschauen und eher Plein, als das junge Model ins Visier nehmen sollte, darauf kommen die beiden nicht.

Wann habt ihr genug von Oliver Pocher?

Am Ende kann ich so viel meckern, wie ich will, denn Oliver Pocher findet sein Publikum. Ohne die soliden Einschaltquoten, ohne die vielen Follower und ohne sein geschicktes Medienspiel wäre er ja nicht, wo er jetzt ist.

Aber warum zur Hölle schauen ihm noch so viele Menschen zu? Wie viel Bullshit muss er zustande bringen, damit ihn niemand mehr sehen will? Diesen überflüssigsten aller Entertainer Deutschlands. Der außer der plumpen Provokation nichts liefert. Der fröhlich durch die Gegend mobbt und trotzdem seine eigene Show bekommt. Wann habt ihr endlich genug von Oliver Pocher?

Was sagt ihr dazu, teilt ihr meine Meinung oder seht ihr das komplett anders?

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