Neuer Horror-Spaß bei Netflix: 1000 Liter Blut für so einen schlechten Witz

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The Babysitter: Killer Queen
12.09.2020 - 09:30 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Mit The Babysitter: Killer Queen soll der Vorgänger von 2017 auf jeder Ebene getoppt werden. Herausgekommen ist ein überzogener Netflix-Reinfall, bei dem nur die extremen Splatter-Einlagen punkten.

Vor gut drei Jahren veröffentlichte Netflix mit The Babysitter einen Film, der die Gemüter ordentlich spaltete. Viele sahen in dem Film von Regisseur McG eine alberne, halbgare Mischung aus Horrorfilm und Komödie, die in beide Genre-Richtungen nicht funktioniert.

Für mich war The Babysitter dagegen eine angenehme Überraschung. Zwischen schriller Parodie, die sich nie ernst nimmt, schicker 80s-Hommage und irren Splatter-Einlagen war der Film über die sehr kompakte Laufzeit von nur 85 Minuten ein kurzweiliges Vergnügen. Von dem jetzt bei Netflix veröffentlichten Sequel The Babysitter: Killer Queen lässt sich das aber kaum noch behaupten.

Hier könnt ihr euch den Trailer zu The Babysitter 2 anschauen

The Babysitter Killer Queen - Trailer (Deutsch) HD
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The Babysitter 2 schießt komplett übers Ziel hinaus

In der Fortsetzung ist aus dem Jungen Cole (Judah Lewis) ein Jugendlicher geworden. Traumatisiert von den Ereignissen aus Teil 1 ist er ein Therapiefall, der von seinem Umfeld eingeredet bekommt, dass sich die schrecklichen Vorfälle nur in seinem Kopf abgespielt haben.

Als er mit seinem Schwarm zu einer Party am See mit Schulfreunden abhaut, tauchen die bösen Dämonen seiner Vergangenheit aber wieder auf und stürzen Cole in einen neuen Albtraum. Dabei folgt The Babysitter: Killer Queen deutlich dem typischen Fortsetzungsmotto "höher, schneller, weiter" und dreht sämtliche Regler aus dem Vorgänger auf Anschlag.

The Babysitter: Killer Queen kommentiert sich in einer Szene sogar kurz selbst, wenn Terminator 2 als eine der wenigen Fortsetzungen genannt wird, die das Original sogar noch übertreffen. So ein Film wäre das Sequel auch gerne, doch am Ende ist der Film eher Titanic 2 - Die Rückkehr im Vergleich zu Titanic geworden.

Mit fast schon aggressiver Penetranz schleudern die Drehbuchautoren dem Zuschauer einen miserablen Gag nach dem anderen um die Ohren, wobei fast keiner davon auch nur ansatzweise zündet. Der kleine Nebenhandlungsstrang rund um Coles Eltern erinnert gar eine der unsäglichen Teenie- oder College-Komödien der frühen 2000er-Jahre, als das Genre sowieso schon längst übersättigt war.

The Babysitter: Killer Queen

Während The Babysitter noch wie eine Parodie klassischer 80s- und Slasher-Klischees aufgezogen war, wirkt das Sequel jetzt wie eine hyperaktive Parodie des Vorgängers. Die abstruse Erklärung, wie die zuvor getöteten Anhänger der Satanisten-Clique zurückkehren konnten, ist da noch einer der glaubwürdigsten Momente in dieser Ansammlung müder Klischees und anstrengend überdrehter One-liner, die um dringenden Zeitgeist bemüht sind und 10 Sekunden später schon altbacken wirken.

The Babysitter: Killer Queen fällt nur als Blutfontänen-Splatter-Orgie auf

Am Ende bleiben von dem Sequel höchstens die brutalen Szenen in Erinnerung, in denen der Film zum wüsten Splatter-Fest mutiert. Durch sprudelnde und spritzende Blutfontänen in schwindelerregendem Ausmaß sowie kreuz und quer durchlöcherte oder abgetrennte Körperteile wird The Babysitter: Killer Queen zumindest für hartgesottene Horror-Fans ansehnlich.

Trotzdem fühlt sich die absurd überzeichnete Gewalt ähnlich wie die anderen Elemente des Films wie ein lauter Hilfeschrei an, um Teil 2 irgendeine Art von Daseinsberechtigung zu verleihen. Der Vorgänger war schon eine Horrorkomödie, die Zuschauern mit dem garstigen Holzhammer in den Schädel geprügelt wurde. The Babysitter: Killer Queen schlägt immer weiter auf einen ein, nachdem man schon längst aufgegeben hat.

Welche Netflix-Horrorfilme sind wirklich gut? Hört den Moviepilot-Podcast:

Jenny, Max und Andrea knöpfen sich in dieser Streamgestöber-Folge die Horrorware von Netflix vor.

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Wir prüfen unter anderem die Horrorfilme Still, Das Spiel, Bird Box, The Babysitter, Cam, The Perfection und Eli bei Netflix und müssen erkennen, dass die Qualität der Filme einer Berg- und Talfahrt gleicht. Ab 00:17:20 geht es mit dem Netflix-Horror los.

Habt ihr The Babysitter 2 schon geschaut? Wie findet ihr die Fortsetzung?

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