Netflix will Eigenproduktionen für Smartphone-Bildschirme optimieren

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Netflix denkt über die Einführung von eigens für Handybildschirme zugeschnittenen Fassungen ihrer selbstproduzierten Filme und Serien nach. Dies gab Produkt-Chef Neil Hunt gegenüber Journalisten auf einem Briefing in San Francisco bekannt, berichtet The Verge: "Es ist nicht undenkbar, dass man einen Master nimmt und eine andere Schnittfassung für Handys erstellt. Das ist etwas, dass wir über die nächsten paar Jahre untersuchen werden." Nach der weltweiten Expansion des Streaminganbieters in über 190 Länder im vergangenen Jahr nutzt ein Großteil seiner fast 100 Millionen Kunden den Dienst auf mobilen Endgeräten, wie Handys oder Tablets.

Während die Mehrheit der Zuschauer in den USA und Kanada noch vor dem Fernseher sitzen würde, seien mobile Bildschirme insbesondere in asiatischen Ländern, speziell Indien, zum Hauptgerät avanciert, so Netflix' Hunt weiter. Content-Chef Ted Sarandos versucht gegenüber Deadline indes die Kinoerfahrung zu relativieren:

Viele Regisseure werden hereinkommen und sie werden über die Filme sprechen, die sie gesehen haben, und dass diese Filme sie beeinflusst haben und dazu antrieben, Filmemacher zu werden und in fast jedem Fall schauten sie diese zu Hause auf einem VHS-Band. Es gibt eine romantische Vorstellung über den Film auf der großen Leinwand. Eine [Sundance] Premiere im Eccles [Theater] hat definitiv etwas, das man nicht kopieren kann - das ich nicht kopieren kann - aber Fakt ist, das passiert für ein paar hundert Leute einmal im Jahr. Wir machen es jeden Tag für die Welt.

Man müsse den "romantischen Teil" der Kinoerfahrung loswerden, wie Sarandos zu verstehen gibt, der überzeugt sei, dass einschneidende Filmerlebnisse bald sowohl im Kino, als auch via Netflix gleichzeitig zur Verfügung stehen werden:

Leute, die einen Film entdecken, der womöglich ihr Leben verändert; die sind es, mit denen sie reden. Wir müssen den romantischen Teil loswerden. Ich glaube wirklich nicht, dass sie einander ausschließen. Ich denke, dass diese Filme irgendwann in Kinos gebucht und zur selben Zeit auf Netflix zur Verfügung stehen werden.

Wie genau Netflix die Bildschirmverhältnisse anzupassen gedenkt, ist nicht bekannt. Slash Film zeigt sich diesbezüglich besorgt und verweist auf das einstige Missverhältnis zwischen Breitbildformat im Kino und heimischen Fernsehgeräten, die in der Regel auf ein 4:3-Verhältnis ausgelegt waren. Um auf die, für Durchschnittszuschauer damals ungeliebten, Schwarzbalken zu verzichten, wurde bei vielen erhältlichen Filmen und ausgestrahlten Sendungen das sogenannte Pan & Scan-Verfahren angewendet, mit dem ein Cutter einen Film so bearbeitete, dass er den Bildschirm gänzlich ausfüllte.

Dies führte dazu, dass nur noch ein Teil des Bildes zu sehen war und die Vision des Regisseurs beschnitten wurde. Die technischen Voraussetzungen für mobile Schnittfassungen scheint Netflix aber bereits zu legen. Demnach arbeite man an der Verfeinerung seiner Encoding-Technologie, die gleichzeitig Dateigrößen verringern und die Videoqualität für Nutzer mit langsamerem Internet verbessern soll, wie aus einem Bericht bei Variety hervorgeht.

Was sagt ihr zu Netflix' möglichen Handy-Fassungen für eigene Filme und Serien?

moviepilot Team
NeonFox Alexander Börste
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