Polit-Thriller mit hochaktueller Thematik

Mit Florian David Fitz am Set von Lichtjahre

Christoph Hochhäusler, Florian David Fitz und Co.
© moviepilot
Christoph Hochhäusler, Florian David Fitz und Co.

Ende August wird eine Szene zum neue Polit-Thriller Die Lügen der Sieger von Christoph Hochhäusler (Unter dir die Stadt) im Flughafen Tempelhof gedreht. Unser Büro liegt nur einen Katzensprung entfernt und so versteht es sich fast von selbst, dass wir uns auf den Weg machen, als wir zum Setvisit eingeladen werden. Zusammen mit den anderen Journalisten wandern wir durch die gähnend leeren Hallen, die heute nur noch für Messen oder Musikveranstaltungen genutzt werden, aber noch immer das alte Flughafenflair verströmen. Umso überraschter sind wir, als wir am Motiv ankommen und erkennen, dass die Räumlichkeiten zu einem Fechtclub umgebaut wurden. Der Flughafen selbst wird später gar nicht zu erkennen sein, verrät uns Hauptdarsteller Florian David Fitz später im Gespräch.

Die Szene ist im Kasten und Darsteller und Crew strömen hungrig in die Mittagspause. Nur Fitz bleibt zurück, um mit uns über den Film zu plaudern. Der Frauenschwarm, der hierzulande mit der Rolle des Macho-Oberarzt Marc Meier in Doctor’s Diary seinen Durchbruch hatte, ist eher aus massentauglichen Liebeskomödien bekannt. Die kommerzielle Seite am Projekt ist ihm aber erstmal egal: “Für mich ist es natürlich total wichtig nicht auszutrocknen, sondern unterschiedliche Sachen zu machen und dass die Leute auch weiterhin das Gefühl haben ‘Der kann unterschiedliche Sachen machen und spielt nicht die selbe Rolle bis zum Ende seiner Tage.’”

Das scheint ihm zu gelingen: In Lichtjahre spielt er Fabian Groys, einen renommierten Journalist eines politischen Nachrichtenmagazins, der eine brisante Story um die zweifelhafte Invalidenpolitik der Bundeswehr recherchiert. Als diese ihm wegbricht, weil sein Informant abspringt, schwenkt er auf einen Giftmüllskandal um. Dann mehren sich Anzeichen, dass beide Geschichten zusammen hängen. Doch etwas weckt Groys’ Argwohn: Kann er seinen Informationen wirklich trauen? Regisseur Christoph Hochhäusler beleuchtet in seinem Polit-Thriller ein hochaktuelles Thema: Die Auseinandersetzung mit Macht, Lobbyismus und die Manipulation von Medien. Lichtjahre entspinnt ein geschicktes Spiel um gezielte Indiskretionen, lancierte Halbwahrheiten, die Jagd nach der großen Enthüllungsstory und die mitunter zwielichtige Arbeitsweise von Lobbyisten.

Das Thema Lobbyismus findet Fitz sehr spannend: “Ich glaube wir haben alle ein sehr romantisches Verständnis von Demokratie. Lobbyismus gab es ja immer schon und wir sind alle immer empört, wenn man weiß, welche Ausmaße das hat und wie verborgen das ist. Die Grenzen zwischen Politik, Journalismus und Lobbyismus sind ja unscharf und das ist uns allen glaube ich nicht klar.” Auch mit Journalismus hat er sich eingehend beschäftigt und steht dem durchaus kritisch gegenüber: “Man hat immer gedacht Presse ist neutral, aber das gibt es ja so gar nicht. Es ist ja nicht nur Information, sondern es ist ja eine Geschichte, die die Leute auch lesen sollen. Journalisten sind ja ständig in Gewissenskonflikten, ob sie sich für eine gute Story von ihrem Idealismus verabschieden sollen.”

Dann verabschiedet sich auch Florian David Fitz in die wohlverdiente Mittagspause und wir machen uns zurück auf den Weg an den Schreibtisch.

Bis Anfang September wurde Lichtjahre in Berlin und Nordrhein-Westfalen gedreht und soll im Herbst 2014 in den Deutschen Kinos starten.

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