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Knightfall - Intrigen, Machtspiele und Konflikte

Jede Menge Schlachten sehen wir in Knightfall.Abspielen
© History Channel
Jede Menge Schlachten sehen wir in Knightfall.
05.04.2018 - 13:50 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Die Ritterserie Knightfall wurde vom ausstrahlenden History Channel offensiv als Konkurrenz zu Game of Thrones beworben. Doch hält die Pilotfolge auch das, was die Macher rund um Jeremy Renner versprechen? Die Antwort lest ihr in unserem Serien-Check.

Update, 05.04.2018: Wir haben diesen Serien-Check ursprünglich am 08.12.2017 zum US-Start von Knightfall auf den History Channel veröffentlicht. Zum heutigen Deutschland-Start bei Entertain TV haben wir ihn noch einmal hervorgeholt.

Ritter brauchen keine Drachen. Ritter brauchen keine Magie. Ritter brauchen keine Throne. Und es interessiert sie nicht, ob der Winter kommt.

Mit diesem Slogan aus einem Teaser-Trailer zu Knightfall positioniert der History Channel seine Ritterserie klar in Konkurrenz zur Genre-Referenz Game of Thrones. Damit gehen die Schöpfer allerdings auch das Risiko ein, sich am Epos von George R.R. Martin messen zu lassen. Das wollen wir hier aber nur in Ansätzen tun und Knightfall größtenteils als eigenständige Produktion betrachten.

Die Handlung der Pilotfolge setzt nach einem kleinen, aber feinen Intro im Heiligen Land am 43. Tag der Belagerung von Akkon ein. Die Tempelritter um Landry (Tom Cullen) wollen den Heiligen Gral vor den angreifenden Arabern schützen und in Sicherheit bringen. Dazu müssen sie sich durch eine Menge Feinde kämpfen, um das heilige Artefakt auf ein Schiff und aus dem Nahen Osten herauszubringen. Der Plan geht allerdings schief. Das Schiff, auf dem der Heilige Gral transportiert wird, wird von einem Katapult getroffen und sinkt. Das Artefakt scheint verloren.

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Nach diesem durchaus ansehnlichen Einstieg springt Knightfall ins Paris des Jahres 1306. Landry ist inzwischen Schwertkampflehrer von König Philipp IV. (Ed Stoppard) und hat sich mit dem mächtigsten Mann Frankreichs angefreundet. Unterbrochen werden die beiden von Guillaume de Nogaret (Julian Ovenden), oberster Berater der königlichen Familie. Schnell wird klar, dass Guillaume über Leichen gehen würde, um die Macht der Krone und damit seine eigene zu sichern. Philipp IV. will allerdings ein beliebter König sein, was seinen Berater nicht unbedingt glücklich stimmt.

Landry kehrt nach seinem Training in den Tempel des Templerordens zurück, wo wieder einmal eine Diskussionsrunde stattfindet. Der Ritter hat das ewige Reden allerdings satt und fordert seine Brüder auf, sich stattdessen endlich das Heilige Land zurückzuholen. Außerdem will Landry etwas gegen den aufkommenden Hass gegen die Juden unternehmen. Seine Ordensbrüder bestehen aber darauf, sich aus den Angelegenheiten herauszuhalten.

Landry (Tom Cullen) ist die zentrale Figur in Knightfall.

Nach einem Gespräch zwischen Landry und Godfrey (Sam Hazeldine), dem Meister des Tempels, äußert letzterer Verständnis für Landry und pflichtet ihm bei, dass die Juden beschützt werden müssen. Allerdings verlässt Godfrey unvermittelt die Szene und reitet aus der Stadt heraus, um einer Aufgabe nachzugehen. Auf dem Weg wird er von unbekannten Männern angegriffen, die ihn nach einem harten Kampf schließlich töten. Da nützt auch die Hilfe des heranstürmenden Bauern Parsifal (Bobby Schofield) nichts. Im Sterben bittet Godfrey den jungen Mann, sein Schwert in den Tempel zu bringen.

Dort angekommen trifft Parsifal auf Landry, den wir kurz zuvor mit Johanna (Olivia Ross) im Bett gesehen haben. In den Straßen der Stadt fand in der Zwischenzeit ein Mord statt. Ein Jude tötete in aller Öffentlichkeit einen christlichen Prediger und flüchtete. Das Volk sinnt auf Rache, König Philipp IV. gibt seinem Berater nach und ordnet die Evakuierung der Juden aus Paris zu deren Schutz an. Doch Guillaume de Nogaret hatte den Mord inszeniert und verfolgt ein anderes Ziel. Er will die Flüchtlinge auf ihrem Weg töten und ausrauben lassen, um an deren Geld zu kommen. Denn die Krone ist pleite und braucht dringend finanzielle Mittel.

Den Plan des Beraters bekommt Johanna mit und erzählt Landry davon. Als die Juden auf ihrer Flucht angegriffen werden, kommen die Tempelritter zu Hilfe und töten die Angreifer. Nach dem Kampf kehrt Parsifal zu seinem Hof zurück, findet seine schwangere Frau aber hingerichtet vor. Währenddessen verdächtigt König Philipp IV. bereits seinen Berater und warnt diesen, sich nicht gegen die Krone zu stellen.

Der Orden der Tempelritter in Knightfall.

Die Pilotfolge von Knightfall schließt mit einem Cliffhanger. Einer der Templer findet im Schwert von Godfrey eine blaue Glaslinse, die mit Hilfe einer Kerze das Abbild des Heiligen Grals und die Fleur de Lis an die Wand des Tempels wirft. Der Gral muss also noch in Frankreich sein. Außerdem sehen wir Philipp IV. mit seiner Königin, bei der es sich um Landrys Geliebte Johanna handelt.

So viel zum umfangreichen Plot der ersten Folge von Knightfall, die durchaus Potenzial für Intrigen, Machtspiele und Konflikte auf politischen und privaten Ebenen bietet. Dabei werden die unterschiedlichen Schauplätze nur angerissen, was der zeitlichen Knappheit der rund 40 Minuten langen Episode anzulasten ist. Das alles prasselt erstmal auf den Zuschauer ein und wirkt dadurch etwas überladen. Wie so oft dürfen wir aber im Serienverlauf auf Besserung und eine Aufdröselung der einzelnen Handlungsstränge hoffen.

Die Charaktere bieten ebenfalls Potenzial. Tom Cullen als Landry verkörpert seine Rolle stark und mit dem nötigen Charisma. Julian Ovenden als Berater Guillaume de Nogaret wirkt zwar wie der generische Bösewicht und Intrigenspinner (Kleinfinger lässt grüßen), spielt seinen Charakter aber durchaus glaubhaft. Bobby Schofield als Bauer Parsifal ist eine potenziell spannende Figur mit Blick auf die geschichtlichen Hintergründe. Immerhin war Parsifal einer der Ritter der Tafelrunde in der Legende um König Artus. Blass bleiben dagegen die anderen Tempelritter und Olivia Ross als Königin Johanna, die eher dazu da ist, die Geschichte voranzutreiben.

Eine Stärke von Knightfall sind die Kampfszenen, die mit denen in Game of Thrones mithalten können. Es geht ähnlich blutig zu, nur wirken die Tempelritter in ihren Bewegungen schwerfällig und stumpf, was realistischer erscheint als Kämpfe in anderen Historienfilmen oder -serien. Interessant ist die Kameraperspektive in den Helmen der Ritter, die ein Gefühl von Beengtheit vermittelt. Für eine TV-Produktion sind auch die weitläufigen Kameraeinstellungen der Kämpfe um Akkon sehenswert. Störend wirken dagegen die Zeitlupenaufnahmen während der Kämpfe, die nicht wirklich nötig sind. Hier scheint es, als sei Knightfall in diesen Einstellungen zu sehr darauf bedacht gewesen, die Ästhetik der Schlachten hervorzuheben.

Die weitläufigen Einstellungen der Schlachten in Knightfall sind gelungen.

Um die Eingangsfrage an dieser Stelle zu beantworten: Nein, Knightfall kommt in der Pilotfolge nicht an Game of Thrones heran. Die Konflikte wirken dafür zu offensichtlich. Im Grunde wissen wir bereits jetzt größtenteils, wer für was verantwortlich ist und wer welchen Standpunkt vertritt. Das kann sich natürlich noch im Serienverlauf ändern. Trotzdem wirkt es teilweise zu sehr gewollt. Die Kampfszenen reichen dagegen an die Qualität von Game of Thrones heran. Es stellt sich aber die Frage, ob die Macher von Knightfall nicht besser beraten gewesen wären, gar nicht erst den Vergleich zum Fantasy-Epos gesucht zu haben. Dennoch können wir Knightfall an dieser Stelle empfehlen. Genug Stoff für mehr als eine Staffel ist vorhanden, die geschichtlichen Bezüge machen die Serie interessant.

Die zehn Episoden der 1. Staffel von Knightfall sind ab heute in Deutschland bei Entertain TV abrufbar.

Was haltet ihr von Knightfall?

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