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Im Westen nichts Neues - Schonungslose Kritik am Krieg heute im TV

08.07.2016 - 18:54 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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© Universal Pictures
Im Westen nichts Neues
Der 1. Weltkrieg: Wie seine Mitschüler leistet der Gymnasiast Paul Bäumer den Worten seines Lehrers brav folge und zieht in einen sinnlosen Krieg. Nicht schauen wollten ihn damals die Nazis, die den Antikriegsfilm boykottierten, wo sie nur konnten.

Wenige Filme haben zu ihrer Entstehungszeit so hohe Wellen geschlagen und waren für nachfolgende Generationen so bedeutsam wie Im Westen nichts Neues. Denn das Werk von 1930 ist einer der ersten Antikriegsfilme überhaupt und wurde in Deutschland (und vielen anderen europäischen Ländern) verboten, während sich die Kritiker in den USA beinahe vor Lob für den kontroversen Film überschlagen haben und er auch den Oscar als Bester Film und für die Beste Regie einheimste.

In Im Westen nichts Neues, der auf dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque basiert, geht es um den Gymnasiasten Paul Bäumer (Lew Ayres), der sich Anfang des 20. Jahrhunderts von der ungebrochenen Kriegsbegeisterung in Deutschland anstecken lässt und sich wie viele seiner Klassenkameraden freiwillig zum Kriegsdienst meldet, um fürs Vaterland zu kämpfen und einen heldenhaften Tod an der Front zu sterben. Doch die Realität des Ersten Weltkrieges ist ganz anders und deutlich bitterer, als es sich Paul und die anderen Jungen vorgestellt haben. Aus erster Hand erlebt er die Schrecken des Stellungskrieges mit und sieht seine Kameraden einen nach dem anderen an der Front fallen.

Dass ein Film, der den Ersten Weltkrieg seinerzeit so schonungslos und brutal darstellte und die Sinnlosigkeit des Krieges an den Pranger stellt, im Deutschland der späten Weimarer Republik nicht gut ankommt, versteht sich von selbst. Von Anfang an boykottierten die Nazis, die gerade auf dem Vormarsch waren, Im Westen nichts Neues. Zuerst wurde der Film verboten, später von 139 auf 85 Minuten gekürzt und selbst dann noch von den Nationalsozialisten boykottiert, die Stinkbomben und Mäuse in die Kinosäle schafften. Sie ärgerten sich nicht nur über die Produktionsherkunft und die ausländischen Einflüsse, sondern vor allem über die Botschaft des alles andere als kriegsverherrlichenden Films. Regisseur Lewis Milestone hatte sich noch kurz vor seinem Tod gewünscht, dass sein Film in seiner ursprünglichen, langen Fassung restauriert wird, was erst 2015 passiert ist. In dieser Fassung können wir den Klassiker auch heute bestaunen.

  • Heute im TV: Im Westen nichts Neues (1930)
  • Sender: ARD-alpha
  • Zeit: 21:00 Uhr

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