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Mein Herz für Klassiker

Ich, Dawn of the Dead & die Zombie-Apokalypse

22.02.2013 - 08:50 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Ich, Dawn of the Dead & die Zombie-Apokalypse
© Anchor Bay Entertainment
Ich, Dawn of the Dead & die Zombie-Apokalypse
Mein Herz für Klassiker erhält diese Woche Dawn of the Dead von George A. Romero. Der Regisseur und Zombie-Urvater schuf mit dem zweiten Teil seiner Untoten-Saga einen Meilenstein des Horrorfilms.

When there’s no more room in hell, the dead will walk the Earth.

Ende der 1960er Jahre revolutionierte George A. Romero mit Die Nacht der lebenden Toten das Subgenre des Zombiefilms. Im Gegensatz zu thematischen Vorgängern wie White Zombie (1932) oder dem wunderschönen Ich folgte einem Zombie (1943) entfernte sich der Drehbuchautor und Regisseur mit seinem Untoten-Ansatz von den klassischen haitianischen Voodoo-Wurzeln. Bis zu diesem Zeitpunkt zeichneten undurchsichtige Voodoo-Priester für die Grenzüberschreitung zwischen Leben und todesähnlichem Trancezustand verantwortlich. Die Betroffenen verwandelten sich zu willenlosen Sklaven übernatürlicher Mächte. George A. Romero hingegen definierte die Spielregeln neu. Er verlieh seinen Zombiefilmen den Charakter einer ansteckenden Epidemie, die keinen restlos geklärten Ursprung aufweist. Um ihre motorischen Fähigkeiten aufrechtzuerhalten, mussten sich die Zombies fortan von Menschenfleisch ernähren. Mein Herz für Klassiker geht diese Woche an die erste Fortsetzung aus George A. Romeros Untoten-Saga. Wie kein zweites Werk steht Zombie – Dawn of the Dead ikonographisch für das gesamte Subgenre.

Dawn of the Dead setzt die Geschehnisse aus Die Nacht der lebenden Toten mit zeitlichem Abstand fort. Überall im Land kehren die Toten zurück ins Leben und greifen auf der Suche nach Nahrung die Menschen an. Jeder Biss führt zur Wiederauferstehung als Zombie. Die US-Regierung erweist sich als machtlos angesichts der herrschenden Epidemie. Selbst schwer bewaffnete Polizei-Kommandos können nichts gegen die Überzahl der Untoten ausrichten. Die SWAT-Mitglieder Peter (Ken Foree) und Roger (Scott H. Reiniger) treten gemeinsam mit dem Helikopter-Piloten Stephen (David Emge) und dessen Freundin Francine (Gaylen Ross) die Flucht ins Ungewisse an. Als die Gruppe auf eine verlassene Shopping Mall stößt, scheint ein Rückzugsort gefunden. Zumindest bis schlurfende Zombies und plündernde Biker-Horden in das Einkaufszentrum eindringen.

Warum ich Dawn of the Dead mein Herz schenke
Dawn of the Dead erhält Mein Herz für Klassiker vorrangig aufgrund des klaustrophobischen Grundtenors. War die Zombie-Apokalypse in Die Nacht der lebenden Toten erst im Entstehen begriffen, so herrscht im Sequel bereits der Ausnahmezustand. Ohne große Exposition wird der Zuschauer unmittelbar in eine zusammenbrechende Weltordnung katapultiert. Die Kommunikationswege stehen kurz vor dem Kollaps und die Rettungsstationen fallen im Stundentakt aus. Dawn of the Dead vermittelt das Gefühl einer sich kontinuierlich enger ziehenden Schlinge. Als die vier Protagonisten auf ein letztes Refugium stoßen, blitzt ein flüchtiger Silberstreifen am Horizont auf, der erstmals Anlass zum Durchatmen gibt. Das zugrunde liegende Drehbuch versteht es meisterlich, die Gefühle der Zuschauer über zwei Stunden Spielzeit kontinuierlich zwischen Spannung und Entspannung changieren zu lassen. Nichtsdestotrotz verliert Dawn of the Dead nie die permanente Bedrohung durch die menschenfressenden Unwesen aus den Augen.

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