Leben auf der Überholspur

Home ist ein meisterhaftes Debüt

Das Leben auf der Überholspur
© Arsenal
Das Leben auf der Überholspur

Home ist nicht der erste Film der Schweizer Regisseurin Ursula Meier. Wohl aber handelt es sich hierbei um ihr Debüt auf der großen Kinoleinwand. In einer Mischung aus Komödie, Drama, Thriller und Pantomime beschäftigt sich die Regisseurin mit einer außergewöhnlichen Familie, deren Zuhause eine stillgelegte Autobahn ist, die nach zehn Jahren wieder in Betrieb genommen wird.

Die Szenerie des Films, eingefangen durch die Kamera von Agnès Godard, zeigt eine leere, stillgelegte Autobahn inmitten einer ruhigen und verlassenen Landschaft. Plötzlich stehen dort am Rand ein Liegestuhl, ein Swimmingpool, ein Grill, ein Sessel, ein Tischfußballspiel und ein einsames Haus. Diese Dinge gehören zum Leben einer Familie, die seit zehn Jahren neben dem Asphalt ihr ungewöhnliches Leben führt: Marthe (Isabelle Huppert) und Michel (Olivier Gourmet) und ihre drei Kinder. Doch eines Tages werden die Bauarbeiten wieder aufgenommen und die Autobahn schließlich für den Verkehr freigegeben. Als Lastwagen um Lastwagen vorbeidonnert und Abgase, Lärm und Ferienreisende dem einst beschaulichen Familienleben ein Ende setzen, regt sich Widerstand…

Auch wenn es zu Freudenstürmen nicht reicht, ist die Kritik durch die Bank überzeugt von dem einfühlsamen Film. Was Euch erwarten könnte, beschreiben die Rezensionen, die wir hier für Euch zusammengestellt haben:

“Home ist ein meisterhaftes Debüt”, meint Kirsten Liese von BRonline.de. “Ein Film, der einen von der ersten Minute an packt und nicht mehr loslässt. Und ganz unaufdringlich stimmt Home nachdenklich angesichts einer Gesellschaft, in der eines der fürchterlichsten Dinge immer selbstverständlicher wird: Lärm.”

“Home ist nicht in erster Linie ein Ökofilm, vielmehr geht es um die Brüchigkeit von Familienstrukturen, um eine Gemeinschaft, die in Frieden lebt und von einem monströsen Aussen eingeholt wird, vor dem sie sich nicht schützen kann. … Ursula Meier hat diese offensichtliche Parabel, die aber vieldeutige Lesarten zulässt, auch als «Roadmovie à l’envers» beschrieben: Statt der Freiheit wartet die Isolation. Eine Reise ins Innere”, resümiert Veronika Grob für die CINEMA.

“Home beschreibt eindrucksvoll anschaulich die psychischen Prozesse mit denen eine Familie, eine Person, eine Gesellschaft auf eine lebensbedrohliche Veränderung reagiert, bzw. nicht reagiert sondern auf Biegen und Brechen versucht, so zu tun, als wäre alles normal. Dennoch bleibt Home stets wunderbar konkret”, findet Hendrike Bake auf programmkino.de. “Das kleine Haus und die große Straße wirken so wirklich und fassbar, dass man sich fragt, wo sie eigentlich liegen und Isabelle Huppert als Wäsche waschende fröhliche Mutter und Hausfrau hat man selten so erdig gesehen.”

“Eine überspitzte Schreckensvision. Fast so etwas wie ein gleichnishafter Film darüber, was der immer stärker wachsende Verkehr, der Lärm, der Gestank, das Gift, die Umweltverschmutzung, die zunehmende Rücksichtslosigkeit der Menschen und alle die anderen schönen Dinge anrichten können. Ein schwieriger, ein deprimierender, drastischer, aber auch zeittypischer, ein in einem gewissen Maße höchst aktueller, notwendiger Film. Wie gesagt absichtlich überspitzt gemacht, aber irgendwie nützlich”, urteilt Thomas Engel auf programmkino.de.

Schaut euch den Trailer an

Home startet am 25. Juni 2009 in den deutschen Kinos.

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