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Hast du das Zeug zur Kino-Guerilla?

Kinosaal der Wied Scala
© Hüsch, Leicher, Hüsch GbR - Wied Scala
Kinosaal der Wied Scala
01.05.2019 - 20:15 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Kann die Moviepilot-Community das Kino neu erfinden? Einen Rettungsplan erstellen und umsetzen? Aus Fehlern lernen und es besser machen? Selbstverständlich, jeder kann mitmachen, und hier erfahrt ihr wie.

Genug mit dem Gejammer. Hand hoch, wer möchte gerne mit seinen Kumpels ins Kino und gemeinsam mit ihnen diesen einen Film anschauen, den ihr neulich in grottiger Qualität auf youtube entdeckt habt? Danke, dachte ich mir. Und jetzt Hand hoch, wer gerne mit anderen Fans diese eine Netflix-Serie gucken würde, die außer euch keiner in der Clique leiden kann? Yepp. Und jetzt Hand hoch, wer gerne Filmemachern oder tollen Leuten beim Quatschen über Filme zuhören möchte, die man vorher auch zu sehen bekommt? Genau. Und damit kratze ich nur an der Spitze des Eisbergs.

Wir haben in der Community schon einige tolle Aktionen ins Leben gerufen, Wichtelkommentare, Abstimmungen … jeder ist bestimmt schon über das eine oder andere gestolpert. Jetzt gehen wir einfach noch einen Schritt weiter. Virtuell zu reden ist toll, aber dass wir uns nur einmal alle 5 Jahre in Berlin zum Moviepilot-Geburtstag oder Tag der offenen Tür sehen, ist zu wenig, zu lokal, und zu selten. Wie wäre es, wenn es in jeder größeren Metropole zunächst 1x pro Monat ein Treffen gäbe, in einem Kino, das auf diese Weise auch noch unterstützt wird? Hab ich jetzt eure Aufmerksamkeit? Gut.

Task-Force(s)

Wie viele Leute passen in einen vollbesetzten Kinosaal? Die Antwort darauf ist unsere Währung. In jeder Stadt, in unserem Partnerkino. Das Partnerkino ist da, wo wir diese Währung eintauschen, und zwar für ein Kinoerlebnis, das wir organisieren, und zwar regelmäßig. Wie genau das funktioniert, gilt es zu planen und zu beweisen. Wo? In Berlin, denn da sitzt nicht nur Moviepilot, sondern auch genügend Piloten, mit denen man einen Saal regelmäßig gefüllt bekommt.

1. Der erste Schritt ist, dass wir also eine Berlin-Gruppe gründen und dafür einen eigenen Community-Artikel schreiben. Analog dazu können sich auch schon in weiteren Städten und/oder Regionen weitere Gruppen gründen und finden, ja eventuell sogar Alternativen ausprobieren. Der Gruppe tritt bei, wer nicht dem Artikel selbst sein Herz schenkt, sondern dem ersten Kommentar darunter, der vom Gruppenmoderator (aka Artikelautor) selbst gestellt wird (vgl. Seite 3 dieses Blog-Artikels). Daran kann man dann sehen, wann wir die kritische Masse erreichen. Ich würde mal sagen, 200 sollten es schon sein. Geht eure Freundesliste durch, on- wie offline, verbreitet es via Hörensagen und fragt herum. Seid kreativ.

Jede dieser Gruppen kann sich weiter organisieren, und dazu am besten auf andere Plattformen ausweichen, Slack  würde sich anbieten, aber nutzt bitte jeden Kanal, der sich euch anbietet, um MitstreiterInnen zu erreichen, auch gerne via Facebook, Twitter oder Hastenichgesehen - Hauptsache ihr lasst uns hier wissen, wo man euch überall findet. Der Community Artikel soll Internettreffpunkte, Ergebnisse und Tipps nach außen transportieren, so dass man sich auf dem Laufenden halten kann, was in jeder Region oder Stadt passiert.

2. Der zweite Schritt ist, ein Partner-Kino zu finden. Je kleiner und feiner, desto besser. Darum ist es gut, wenn man sich in seiner Kinostadt auskennt. Wahrscheinlich kennt man den Betreiber sogar, oder wenigstens vom Sehen. Tauscht euch in der Gruppe aus, und dann sprecht dort mit der Leitung. Es gilt ein Kino zu finden, das für dieses Experiment, das wir starten offen ist. Wenn nicht, gehen wir eben woanders hin. Wir wollen mit den Kinos zusammenarbeiten, gemeinsam mit ihnen Probleme lösen und Hürden nehmen - die gibt es Zuhauf. Material und Ideen findet ihr auf dKino-Guerillaen nächsten Seiten, die laufend ergänzt werden, so wie mich die Informationen erreichen.

3. Der dritte Schritt ist, einen Jahresplan zu entwerfen, also tatsächlich das Programm für die ersten 12 Monate, zwölf Termine zu organisieren. Um dem Kino zum Beispiel bereits vorab die Karteneinnahmen zu garantieren, können wir über Patreon  oder Steady  entsprechende Konten einrichten, wobei wir letzteres bevorzugen, um eventuell besser auf eine später notwendige DSGVO-Konformität vorbereitet zu sein. Klärt eventuell in eurer Gruppe, wer die Kosten eventuell für andere übernehmen kann, weil sie minderjährig sind, gerade auf Jobsuche oder weiß der Geier. Das kriegen wir hin. So hat aber a) das Kino Planungssicherheit, selbst wenn mal nicht alle kommen, und die Betreiber werden sich an ein völlig neues Gefühl gewöhnen müssen: Sicherheit. Vielleicht finden sich so auch Mäzene und Förderer, die für andere Freikarten finanzieren, damit auch in den schwächeren Regionen Kinos mitmachen können. Helfen wir einander als Community aus. Das wird Spaß machen Leute, ich weiß wovon ich rede, denn ich hab’s schon mal gemacht, in einem großartigen Team, und ein Semester lang sogar alleine. Und wenn ihr sogar 52 Termine vollbekommt? Respekt. Erzählt davon, und zwar:

4. Der Presse, und das ist der vierte Schritt. Der Lokalpresse zuerst, dem Stadtrat, und natürlich hier auf Moviepilot, im Podcast mit der Nachbarskatze, am Gartenzaun, beim Metzger, überall. Das ist die Vorbereitung für den nächsten Schritt.

5. Der fünfte und letzte Schritt ist zu wachsen, eine Bewegung losgetreten zu haben, die so viel gute Presse generiert, dass die PR-Abteilungen von Netflix, Amazon, der Criterion Collection und anderen Schlange stehen, um Teil davon zu werden. Nach einem Jahr sind wir vielleicht schon eine Bewegung, die nun ja, Bewegung in den Markt bringt. Das ist der Plan, und dann immer so weiter.

Auf der nächsten Seite sammele ich Ideen und Vorschläge für mögliche Kino-Events - was ihr dort nicht findet, schreibt bitte unten in die Kommentare. Ebenso die Gründung erster Städtegruppen, die ich dann auf Seite drei verlinke. Weitere Fragen und Anregungen? In die Kommentare.

Los geht’s - Licht an!

Edit (5/5/19): Text unter Punkt 1 um zwei Nebensätze und eine Klammerbemerkung ergänzt.

Edit (8/5/19): Text unter Punkt 3 zugunsten von Steady um Nebensatz ergänzt.

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