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Hafen der Düfte - Kriminalromanze in Hongkong

07.12.2013 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Veronica Ferres verliebt sich in Hongkong
© ARD Degeto/Thomas Kost
Veronica Ferres verliebt sich in Hongkong
Ein Kunstdiebstahl in Hongkong und eine gefährliche Affäre – Ist das der Stoff, mit dem das deutsche Fernsehen seine Ehre rettet?

Neulich war es noch Hawaii, in Hafen der Düfte ist es Hongkong – und da sag noch mal einer, das deutsche Fernsehen würde sich nicht um abwechslungsreiche Spielorte bemühen. Diesmal spielt ausnahmsweise mal nicht Martin Brambach die Rolle des Ehemanns, sondern der andere deutsche Schauspieler Herbert Knaup (mehr als diese beiden scheint es, zumindest in der Welt der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, ja nicht zu geben). Im Zentrum steht jedoch eine Frau, von niemand Geringerem verkörpert als Veronica Ferres, der wir wahrhaft Unrecht täten, würden wir sie dem deutschen TV-Standardrepertoire zuordnen. Und weil die Kriminalromanze, ein Genre-Mashup wie es nur das deutsche Fernsehen lieben kann, schließlich im Ausland spielt, hat sich damit der deutsche Cast im Grunde schon erschöpft. Und das ist gut so.

Twilight in Hongkong: Was ist eine Kriminalromanze?
Aber kommen wir zur Handlung. Veronica Ferres spielt Victoria Philipps (ein höchst irritierender Gleichklang, wenn man mich fragt), die zu ihrem Banker-Gatten Peter (Herbert Knaup) nach Hongkong reist, um ihm bei der Organisation einer Ausstellung zu helfen. Dummerweise wird ein Großteil der altchinesischen Kunstwerke an ihrem Heimatstandort auf dem Festland von kriminellen Individuen entwendet. Doch es gibt Glück im Unglück: Die Spur führt nach Hongkong, wohin die Objekte ohnehin hätten transportiert werden müssen. Während sich der britische Inspektor Braddock (Matthew Marsh) auf die Suche nach dem Diebesgut begibt, macht Victoria die Bekanntschaft eines geheimnisvollen und vor allem attraktiven Mannes. Doch welche Rolle spielt der millionenschwere Kunstliebhaber Edward Lim (Russell Wong) in dieser Geschichte wirklich und wie kann Victoria seinem unendlichen Charme widerstehen?

Der letzte Satz meiner kurzen Synopse ist ganz bewusst derart schwülstig gewählt, denn Hafen der Düfte ist in der Tat eher ein Schmachtfetzen als eine Kriminalgeschichte, auch wenn die Handlung vorgibt, um einen Kunstdiebstahl zu kreisen. Vom Moment ihres ersten Aufeinandertreffens, starren sich Victoria und Edward gegenseitig derart intensiv an, dass sie es mit den hypnotischen Blickwechseln des Twilight-Paares locker aufnehmen könnten. Die Namensgebung der männlichen Hauptfigur erhält dadurch eine – sicherlich unbeabsichtigte – ironische Note. Alles an dieser Liebesgeschichte ist überladen und die intensiven Blicke, die dem Zuschauer mit dem Holzhammer eintrichtern, dass sich hier zwei Leute gegenseitig geil finden, kulminieren schließlich in einer Zeitlupen-Sexszene, die neben einer großen Portion unfreiwilliger Komik leider keinen Platz für Erotik lässt.

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