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Der Verlorene mit und von Peter Lorre

19.02.2014 - 15:01 UhrVor 7 Jahren aktualisiert
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Der Verlorene
© National Film GmbH
Der Verlorene
Heute zeigt Servus TV einen westdeutschen Klassiker der Nachkriegszeit: Der Verlorene mit und von Peter Lorre. Es ist einzige Regie-Arbeit des Schauspielers, der 1933 Deutschland verlassen musste.

Die erste Filmrolle prägte das Image des Schauspielers Peter Lorre. Als psychopathischer Kindermörder Hans Beckert in M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) wurde er über Nacht bekannt. Ein Großteil seiner späteren Rollen legten ihn auf den ewigen Bösewicht, den brutalen, zynischen und psychisch gestörten Verbrecher fest. Überaus schade, denn der Schauspieler gehörte zu den ganz Großen seiner Zunft. Im März 1933 musste Peter Lorre Deutschland verlassen: Er war Jude. 1949 kehrte er zurück nach Europa und realisierte in Deutschland seinen ersten und einzigen Film als Regisseur.

Der Verlorene (1951) erzählt die Geschichte eines Wissenschaftlers, der nach dem Zweiten Weltkrieg zum Richter und Rächer wird. Dr. Karl Rothe (Peter Lorre) entwickelt in den letzten Kriegsjahren ein bedeutendes Impfserum. Seine Verlobte leitet die Forschungsergebnisse heimlich ans Ausland weiter. Als sie Rothe den Verrat beichtet und er zudem erfahren muss, dass sie ein Verhältnis hat, kommt es zu einer Kurzschlusshandlung: Er tötet die Frau, die er liebt. Voller Reue erwartet Rothe seine Strafe, doch der Vorfall wird vertuscht. Den Nazis sind seine Forschungen wichtiger als Rothes Wunsch nach Sühne. Aber kann er mit der Schuld leben? Rothe leidet an dem, was er getan hat. Nach Kriegsende trifft er unter falschem Namen den Nazi in einem Flüchtlingslager wieder, der damals für die Vertuschung sorgte. Als dieser für Rothes Schuldgefühle nur Hohn und Spott übrig hat, begeht der Arzt abermals einen Mord…

Von den Kritikern wurde der Film positiv aufgenommen; er erhielt in lobender Anerkennung den Deutschen Filmpreis und den Bambi. Im Lexikon des Internationalen Films hieß es: “Ungeachtet einiger Schwächen in der Verzahnung der Geschichte und der psychopathologischen Zeichnung ein atmosphärisch sehr dicht und quälend eindringlich gestalteter, hervorragend gespielter Film, der in der deutschen Nachkriegsproduktion seinesgleichen sucht und lange Zeit verkannt blieb.” Aber dem damaligen Publikum war der Film zu diesem Zeitpunkt zu problembeladen. Frustriert kehrte Peter Lorre nach Amerika zurück.

Was: Der Verlorene
Wann: 22:25 Uhr
Wo: Servus TV

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