Neu bei Amazon Prime: Ein 215-Minuten-Epos, wie man es heutzutage nur noch selten sieht

11.08.2026 - 14:50 Uhr
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Der BrutalistUniversal/Amazon
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Lange Laufzeiten schrecken oft ab. Jetzt ist ein preisgekröntes Epos im Streaming-Abo bei Amazon Prime eingetroffen, das ihr euch trotzdem unbedingt anschauen solltet.

Immer wieder erwische ich mich dabei, berüchtigte Klassiker aufzuschieben. Sei es wegen der Laufzeit oder der Befürchtung, ein Film könnte den Erwartungen nicht gerecht werden. Brady Corbet schuf einen solchen modernen Klassiker, der jede einzelne Minute wert ist.

Sein Epos hört auf den Namen Der Brutalist und startete Anfang 2025 in den deutschen Kinos. Bei den Oscars räumte das Drama drei Preise für den besten Hauptdarsteller, die beste Kamera und die beste Filmmusik ab. Wen das noch nicht überzeugt, der sollte unbedingt weiterlesen. Denn jetzt könnt ihr den Film bei Amazon Prime streamen.

Streaming-Tipp bei Amazon Prime: Der Brutalist erzählt ein Epos zwischen Neuanfang und Erniedrigung

In Der Brutalist geht es um den jüdischen Architekten László Tóth (Adrien Brody). Nach dem Zweiten Weltkrieg emigriert er in die USA, um sich ein neues Leben aufzubauen. Die Integration verläuft jedoch schwieriger als erhofft. Zu Beginn arbeitet er bei seinem Cousin, doch selbst dort verfolgen ihn Erniedrigungen.

Schnell muss er sich eine neue Arbeit und Bleibe suchen und landet schließlich als Hilfsarbeiter auf einer Baustelle. Ein Magazinartikel eröffnet ihm letztlich die lebensverändernde Chance, für den Unternehmer Harrison Lee Van Buren (Guy Pearce) ein Kulturzentrum zu entwerfen. Das Megaprojekt soll aus einer Bibliothek, einer Sporthalle, einem Auditorium und einer Kapelle bestehen.

Die Handlung von Der Brutalist herunterzubrechen, ist wegen der eigenwilligen Erzählweise gar nicht so einfach. Von seiner Ankunft in den USA, dem Leben beim Cousin, den Bauanfängen, der Nachholung seiner Frau und Tochter bis hin zu mehreren Schicksalswendungen vergehen viele Jahre. Brady Corbet zeigt uns anstelle einer nahtlosen Erzählung immer nur zentrale Schlüsselmomente.

Der Brutalist bei Amazon Prime: Dieses meisterhafte Epos ist nichts für nebenbei

Die Herangehensweise macht den Film einzigartig und herausfordernd. Als Zuschauer:in muss man sehr aufmerksam sein, um alles zu verstehen und zeitlich einordnen zu können. Das wird durch die Laufzeit von 215 Minuten nicht einfacher. Immerhin wurde bei der Hälfte des Films eine Unterbrechung eingebaut, bei der man das Gesehene sacken lassen kann. Durch die Pause wird klar, wie tief man in die Welt des Films gezogen wurde. Der zweiten Hälfte entgegenfiebernd war ich mir sicher: Der Brutalist reiht sich mühelos in die besten Filme des Jahrzehnts ein.

Sich auf diese monumentale Wucht einzulassen, lohnt sich durchaus. Zum einen wegen der wundervollen Bilder. Der Brutalist wurde auf analogem Film gedreht und setzt auf echte Sets, was die brutalistischen Bauten atemberaubend einfängt. Zum anderen ist da Adrien Brody in der Hauptrolle, der so unfassbar viel Leid und Wut in seine Figur legt. Vollkommen zu Recht bekam er für die Performance einen Oscar. Es ist eine der am stärksten gespielten und geschriebenen Rollen, die ich seit Langem gesehen habe.

Die jüdische Integrationsgeschichte ist sicherlich keine leichte Abendunterhaltung. Der Film verpackt sie aber viel weniger schwermütig als es auf den ersten Blick scheint. Brady Corbet setzt auf ein spannendes Charakterportrait mit packenden Wendungen. Der Brutalist ist ein Drama, das lange noch nachhallt, und wer sich die Zeit nimmt, entdeckt einen der besten Filme der letzten Jahre.

Der Brutalist streamt jetzt bei Amazon Prime im Abo.

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