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Rudi Dutschke

Der Anführer der Studentenrevolution

27.04.2010 - 12:00 Uhr
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Nicht einmal die Polizei konnte Rudi Dutschke aufhalten
© ZDF
Nicht einmal die Polizei konnte Rudi Dutschke aufhalten
Dutschke gilt als bekanntester Wortführer der westdeutschen und West-Berliner Studentenbewegung der 1960er Jahre. Nun wurde das Leben des deutschen Che Guevara verfilmt und wird heute auf ZDF ausgestrahlt.

Die 68er-Bewegung hat als eine geistesgeschichtlich-soziologische Bewegung das Gesicht der Bundesrepublik maßgeblich mitgeprägt. Rudi Dutschke war ein Kristallisationspunkt und eine der entscheidenden Figuren seiner Zeit. Der deutsche Che Guevara ging als Bürgerschreck in die bundesdeutsche Nachkriegsgeschichte ein.

30 Jahre nach dem Tod Dutschkes rücken zwei Filmemacher den charismatischen Revolutionär auf ganz eigene Weise in den Fokus. Daniel Nocke und Stefan Krohmer erzählen die Lebensgeschichte Rudi Dutschkes in Form eines doku-fiktionalen Films. Dieser ist durch die Verbindung von Interviewpassagen, Dokumentarmaterial und inszenierten Szenen geprägt.

Die beiden jungen Filmemacher äußerten sich über Dutschke und die Erstellung des Interviewmaterials:

“Da Rudi Dutschke ein Mensch war, der polarisiert hat und es bis heute tut, war bereits zu Beginn des Projekts klar, dass wir die stark auseinander gehenden Sichtweisen auf Dutschke und seine Zeit im Film zeigen wollen. Eine Mischung von Spielszenen und Interviews erschien uns daher naheliegend.

Die Interviews sollten dabei nicht dazu dienen, die Spielszenen zu bestätigen oder sich selbst durch die Spielszenen bestätigen zu lassen. Wir sind der Meinung, dass man Dutschke und seiner Zeit am besten gerecht wird, wenn man Widersprüche herausstellt, statt sie zu verstecken. Insofern wurde den Interviewpartnern immer mitgeteilt, wie wir Dutschke erzählen wollen, auch und gerade dann, wenn davon auszugehen war, dass die Interviewpartner mit dieser Erzählweise nicht einverstanden sein würden. So ergab sich die Möglichkeit, dass Wolfgang Kraushaar sich im Interview auf die Spielszenen beziehen und ihnen gleichzeitig widersprechen konnte.

Wir halten diese Herangehensweise für angemessen, was Zeit und Hauptfigur, aber auch, was das Genre Biopic und das halbdokumentarische Format angeht. Menschen erinnern sich unterschiedlich an die damalige Zeit, und die Unterschiede in den Erinnerungen erzählen mehr über die Menschen und die Zeit als die Behauptung einer einzigen Wahrheit durch die Filmemacher. Insofern waren wir von Beginn an daran interessiert, dass die Zeitzeugen nicht nur uns, sondern auch einander widersprechen und ihre unterschiedlichen Sichtweisen im Film nebeneinander stehen. Die Auseinandersetzung zwischen Gaston Salvatore und Bernd Rabehl vor der Kamera vermittelt einen direkteren Eindruck von der Stimmung in der Spitze des SDS, als wenn man einen dritten Zeitzeugen diese Stimmung anekdotisch hätte referieren lassen, um das dann 1:1 zu bebildern."

Quelle: ZDF Pressematerial

Das Doku-Drama Dutschke läuft am 27. April 2010 auf ZDF um 20:15. Wenn euch der revolutionäre Studentenführers nicht interessiert, dann findet Alternativen in unserem Fernsehprogramm.

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