Mein Herz für Serie

Black Books - Ein Eremit und Ekel im Buchgeschäft

Black Books
© Channel 4
Black Books

Irgendwo in der Nähe des Russel Squares in London steht der kleine, mehr oder weniger verträumte (aber in jedem Fall verrauchte) Buchladen Black Books, benannt nach seinem Inhaber, Bernard Ludwig Black (Dylan Moran). Der irische Exzentriker funktioniert erst nach einem gewissen Input an Wein und Zigaretten am Morgen, hat allerdings weniger für die parasitären Eindringlinge übrig, die sich Kundschaft schimpfen und ihn aus der Ruhe bringen oder irritieren. Seine Busenfreundin aus Gewohnheit, Fran Katzenjammer (Tamsin Greig), betreibt mit noch weniger Erfolg den Krimskramladen nebenan, ist vielmehr people person als Bernard, aber ebenfalls nur bedingt lebensfähig. Die Dynamik der beiden wird durch einen Dritten aufgemischt, der zu Beginn der Serie auftaucht: Manny Bianco (Bill Bailey) sieht aus wie ein verlorenes Cast-Mitglied aus Lord of the Rings und war mal Buchhalter. Nach dem Vorfall, bei dem er durch das Verschlucken eines Ratgeberbuches im Hosentaschenformat kurze Zeit zum Pseudo-Messias wurde und Bernard vor einer Gruppe Fußballhooligans rettete (Folge 1: Cooking the Books), bekam er einen Job in Bernards Buchladen und wurde somit zu seinem human plaything. Da wird es mir gleich ganz warm ums Herz.

Mehr: ROFL² = The IT Crowd

Don’t you dare use the word party as a verb in my shop!
Wer mit britischem Humor der kantigeren Art etwas anfangen kann, kennt Serienschöpfer Graham Linehan vermutlich bereits durch Father Ted oder spätestens seit dem genial-komischen Nerd-Tribut The IT Crowd. Der Serie, an die The Big Bang Theory so unheimlich gern herankommen würde. Für Black Books tat er sich mit dem bohemischen Grummel Dylan Moran zusammen, der als Buchladentroll seine Bühnenpersona zum Besten gibt, die er schon in der kleinen, irischen Serie How Do You Want Me? gezeigt hat und für seine verschiedenen Stand-Up-Programme regelmäßig überstülpt. Wieviel davon dem echten Menschen Dylan Moran entspricht, sei dahingestellt. Stellt euch den TV-Trope des “magnificent bastard” vor, allerdings ohne das magnificent. Verschrobener Bastard trifft es schon eher, aber er ist auf seine tappsige, unbeholfene Art dermaßen liebenswert, dass ich mich ihm unheimlich nahe fühle, besonders nach ein paar Gläsern Wein. Ich würde sogar soweit gehen, Mr. Black meine Lieblingsfigur im TV zu nennen, weshalb mein Herz für Serie leichterdings an Black Books geht. Meine Bibel zum Thema Comedy.

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