Kommentar der Woche

Auf Entzug nach der letzten Staffel von Breaking Bad

Auf Entzug nach der letzten Staffel von Breaking Bad
© moviepilot/AMC
Auf Entzug nach der letzten Staffel von Breaking Bad

Jede Woche präsentieren wir euch in unserer Selbsthilfegruppe "Kommentar der Woche" die Worte, mit denen euch ein anderer User angefixt hat. Seien es Worte zu einer Serie, die euch nach Monaten Entzug sofort wieder im Griff hat, zu einem Film, der an jeder Ecke zu haben ist, oder zu einer Person, die bisher als Szenedroge nicht einmal den Behörden ein Begriff ist. Wenn auch ihr erkannt habt, dass dort irgendwo auf moviepilot ein Kommentar steckt, der euch einfach nicht mehr loslässt: Steht dazu! Schreibt uns, laut und voller Selbstbewusstsein: "Mein Name ist (natürlich nur, wenn ihr euren Namen noch wisst, sonst reicht auch "Whoah!"), und ich habe einen Kommentar der Woche!"

Der Kommentar der Woche

Vielleicht hätten wir uns Gedanken über die Einrichtung einer Entzugsklinik machen sollen, BEVOR eine der besten Serien dieses Jahrzehnts endete - naja, nu is zu spät, Breaking Bad ist fulminant zu Ende gegangen, und wir alle suchen den nächsten Serienfix. Mit seinem Kommentar zur 5. Staffel erinnert uns filmfreak180 noch einmal daran, warum diese Serie so verdammt gut war - und warum noch ein bisschen mehr Zeit zum Entwöhnen vielleicht gar nicht schlecht gewesen wäre...

Die 5. Staffel von "Breaking Bad" zieht enorm im Tempo an und hat pro Folge sehr viel Stoff zu bieten. Manchmal wirkt die Staffel dadurch leider etwas zu überstürzt und insgesamt auch ein wenig konstruiert, was mir vor allem bei Staffel 5.2 stark aufgefallen ist. Zwar finde ich es sehr aufregend, dass in der Season nun endlich das Tempo und damit auch die Spannung erhöht wird, und man innerlich merkt, wie die Serie in Endzeitstimmung Richtung Finale steuert, aber irgendwie wirkt es so, als ob die Autoren noch mehr Zeit gebraucht hätten, um die Serie zu beenden... 


Die 5. Staffel von "Breaking Bad" ist natürlich nach wie vor grandios, aber leider verliert sie etwas an Dramatik und Intensität. Vor allem der zweite Teil der Staffel ist an einigen Stellen etwas zu hektisch geraten. Vielleicht hätte man aus den 16 Episoden tatsächlich zwei Staffeln mit jeweils 13 Episoden machen sollen oder zumindest den 2. Teil auf 13 Folgen ausstrecken sollen. So kommen in den letzten 8 Folgen viele Handlungsverläufe leider etwas plump und konstruiert daher (z.B. Jesses Geistesblitz). Des Weiteren dienen die Charaktere in dieser Staffel mehr als Schachfiguren; man konzentriert sich eigentlich nur noch auf das Voranschreiten der Handlung, weshalb einige Charaktermomente einfach viel zu kurz kommen. Natürlich wird das Tempo in der letzten Staffel ordentlich angezogen, was für die meisten wohl den größeren Unterhaltungswert ausmacht. Aber ich persönlich finde diese hypnotisierende Inszenierung mit Schwerpunkt auf die Charaktere, die insbesondere in Staffel 1+2 im Vordergrund stand, um einiges faszinierender.
Insgesamt mag ich die ruhigeren Töne der Serie lieber und deshalb bleibt die Staffel aus meiner Sicht auch etwas hinter den phänomenalen Vorgängerstaffeln zurück, der Qualitätsverlust ist allerdings nur minimal. "Breaking Bad" bleibt natürlich auch in der 5. Runde das Beste, was das Fernsehen zu bieten hat. Der Abschluss ist ebenfalls stimmig (wenn auch vorhersehbar^^) und bietet einen mehr oder weniger gelungenen Serienabschluss. Der Zuschauer wird mit keinen offenen Fragen zurückgelassen und jeder Charakter bekommt einen einigermaßen würdigen Abschluss. Mit dem Serienfinale der "Sopranos" allerdings nicht vergleichbar, denn dieses finde ich persönlich noch interessanter, einzigartiger und gewagter. Es sorgt für Diskussionsstoff, beim "Breaking Bad" Finale fällt dies hingegen leider etwas weg. Ich persönlich hätte mir einfach etwas spezielleres und außergewöhnlicheres für das Ende dieser Serie gewünscht.
Im Nachhinein betrachtet bin ich sogar der Meinung, dass sich das Staffelfinale von Season 4 auch sehr gut als Serienfinale geeignet hätte. Denn die Wandlung von Walter wurde mit der letzten Kameraeinstellung einfach genial "beendet". Natürlich wären dadurch viele Fragen unbeantwortet geblieben, aber mir persönlich hätte dieses offene Ende sehr zugesagt... Das mag jetzt alles viel schlimmer klingen, als es eigentlich ist, aber während Staffel 1-4 für mich nahezu auf der selben Höhe standen, ohne jeglichen Qualitätsverlust, schneidet die 5. Staffel bei mir sowohl objektiv als auch subjektiv betrachtet etwas schlechter ab, als bei den meisten anderen. Insgesamt bietet Staffel 5 natürlich trotzdem einen gelungenen Abschluss der mit Abstand besten Serie aller Zeiten, auch wenn sie, wie bereits gesagt, aus meiner Sicht nicht mit den hervorragenden ersten vier Staffeln, die nahe an der Perfektion waren, mithalten kann. Meine unbeschreibliche Faszination für die ersten 4 Staffeln wird mir aber trotzdem keiner nehmen können und dafür bin ich dieser Serie so unglaublich dankbar! Meine Liebe für Filme/Serien ist erst durch "Breaking Bad" so richtig aufgeblüht und jedes Mal, wenn ich einen neuen Durchlauf starte, ist es ein Gefühl, als würde ich selbst eine Droge konsumieren, die (bis Staffel 4) Gefühlsregungen bei mir aufweckt, die ich mit keinem Wort beschreiben kann. Ein großes Dankeschön dafür und an alle, die sich diesen Kommentar bis zum Ende durchgelesen haben ;)

Den Originalkommentar findet ihr übrigens hier.

Community Autor
folgen
du folgst
entfolgen
"His soul swooned slowly as he heard the snow falling faintly through the universe..."
Deine Meinung zum Artikel Auf Entzug nach der letzten Staffel von Breaking Bad
Ready or Not - Ab 26. September im Kino!Ready or Not