Arrival: Das hat es mit der Sprache der Aliens auf sich

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Chefredakteurin von Moviepilot, sozialisiert von Gerippchen Unsterblich, David Lynch und Kirk aus Stars Hollow. Einziges Redaktionsmitglied, welches Mathe mag. Wertet deshalb am liebsten Daten aus.

Arrival ist heute Abend um 20:15 Uhr auf RTL zu sehen. Der Film von Regisseur Denis Villeneuve mit Amy Adams in der Hauptrolle wurde für 9 Oscars nominiert. Zwar hat er "nur" einen davon gewonnen, in der Kategorie Bester Ton-Schnitt. Nichtsdestotrotz gehört Arrival zu den besten und klügsten Science Fiction der letzten 10 Jahre.

Dabei ist es besonders die Konstruktion der Sprache der Aliens, die ein völlig neues Licht auf unsere Verhältnis zur Zeit wirft. Unsere menschliche Sprache ist linear, sie hat ein Anfang und ein Ende, kann ohne diese Regeln nicht verstanden werden. Bei Arrival funktioniert das etwas anders.

Die Aliens in Arrival sprechen non-linear

Dr. Louise Banks (Amy Adams) ist eine begabte Linguistin. Sie wird vom US-Militär engagiert, um in Kontakt mit den Heptapoden (Siebenfüßler) zu treten. Deren Raumschiffe sind an verschiedenen Orten auf dem Planeten aufgetaucht. Es droht ein globaler Konflikt, weil niemand weiß, was sie wollen und bei den Nationen Uneinigkeit im Umgang mit den Besuchern herrscht.

Louise entschlüsselt mehr und mehr die Sprache der Heptapoden. Sie erkennt, dass Sprache unser Denken formt. Die Sapir-Whorf-Hypothese behauptet nichts anderes. Sie besagt, dass die Art und Weise, wie ein Mensch denkt, stark durch Semantik und Wortschatz der Muttersprache geprägt ist. Stimmen die Prägungen nicht überein, führt dies zu Missverständnissen.

Die menschliche Kommunikation ist linear. Die Sprache der Heptapoden hingegen überschreitet die Linearität. Sie verfügen über eine andere Vorstellung von Zeit, können zum Beispiel die Zukunft sehen und daraus Schlüsse für die Gegenwart ziehen. Ihre Sprache ist daran angelegt, so dass sie Louise beim Erlernen der Sprache dazu bringen, unsere als linear empfundenen Zeit, die einer Art Chronik gleicht, zu überschreiten.

Das sagt Louise zu General Shang

Luise kann im dramatischen Finale des Films den chinesischen General Shang davon überzeugen, von militärischen Maßnahmen abzusehen, indem sie ihm gegenüber die letzten Worte seiner sterbenden Frau wiederholt.

Im Krieg gibt es keine Gewinner, nur Witwen.

Zurecht ist General Shang erstaunt darüber, dass Luise diese Worte kennt. In der Zukunft aber wird er wissen, dass er sie selbst Louise sagte, auf einem Fest, welches die friedliche Zusammenarbeit mit den Aliens feiert. Dort gibt er ihr auch seine private Telefonnummer.

Da Louise die Sprache der Heptapoden beherrscht, kann sie Zeit anders wahrnehmen. Sie sieht Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit. Sie weiß also in der Gegenwart, dass sie die Telefonnummer und die Worte des Generals aus der Zukunft benötigt, um den Frieden zu sichern.

Hat euch das Zeit-Paradox in Arrival fasziniert?

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