Kommentar der Woche

7 Tage, 7 Haie - und was ist überhaupt Trash?

7 Haie und fast so viel Trash
© moviepilot/Sunfilm/Tiberius Film
7 Haie und fast so viel Trash

Jeden Samstag versuchen wir einen eurer Kommentare da draußen aus den Weiten moviepilots zu heben und als Kommentar der Woche zu präsentieren. Sei es zu einem Meisterwerk in spektakulär unsichtbarem 3D, das nie im Leben eine Leinwand gesehen hat; zu einer Person, selbst wenn sie Ed Wood heißt; zu Piranhas, Haien, Taranteln und… Enten – quaaak – unter den Serien. Wenn euch ein Schmuckstück auf euren täglichen Tauchgängen durch die Riffe moviepilots begegnet, sagt uns bitte Bescheid. Bindet einfach eine kurze Nachricht an einen vorbeifliegenden Hai und werft ihn in unsere Richtung!

Der Kommentar der Woche
Diese Woche erzählt euch der Kommentar der Woche eine ganz besondere Fabel von Haien und Schildkröten. Sam_Schildkroete und seinem Kommentar zu Shark Week – 7 Tage, 7 Haie, um genau zu sein. Und die Moral von der Geschicht’? Wahren Trash verschmäht man nicht!

Unter Trashfans gibt es immer wieder Diskussion, was überhaupt Trash ist. Dies zu definieren ist nämlich gar nicht so leicht. Trash kann in jedem Genre stattfinden und auch in jeder Budgetgröße, wobei es naturgemäß natürlich häufiger im Low Budget und darunter rumoxidiert. Wobei, historisch betrachtet, erst einnmal alles Trash war, was nicht als “politisch korrekt” galt, also quasi so gut wie alle Horrorfilme. Gut, dieses Manko wurde abgestreift (oder wer würde heute ernsthaft behaupten Night of the Living Dead wäre ein Trashfilm?), dennoch bleibt als eine Art Nachwehe, dass übermäßige Gewalt oft einen Hauch Trash vermuten lässt. Hat man sich dann aber nach langem Überlegen auf irgendeine Definition geeinigt, kommt ab den 90ern ein neues Phänomen hinzu, der gezielte Hochglanz Trash, also Filme von Tarantino bis Piranha 3D, die ganz bewusst so sind, wie sie sind. Nur haben sie die Trashgemeinde irgendwie in zwei Lager geteilt. Einmal die echten Trash-Gucker, und dann eben die “Cineasten”-Trashgucker. Liebe Leute, Filme wie Machete sind kein Trash. Nennt sie von mir aus Exploitation, wenn ihr ein weiter eingrenzendes Wort dafür braucht, und das übergeordnete Genre dafür nicht ausreicht (also Action, Horror etc.), aber eben nicht Trash. Ansonsten hätte ich gerne eure Definition davon wie sich Inglorious Basterds mit Sharktopus eine Bezeichnung teilen kann.

Eines der Argumente für Trashfans, die oben erwähnten Hochglanztrash (der ja keiner ist) ablehnen, ist, dass Trash nicht absichtlich passieren darf. Gut, für Ed Wood mag das eine passende Erklärung sein, der ja nicht gezielt mit Vorsatz Schrott produzierte. Allerdings wären die Asylum-Filme demnach ja auch kein Trash. Wie man sieht, eine schwierige Kiste. Hier kommt meine Definition:

Trash: Trash ist wie ein Mann, der neben mir die Straße langgeht, sich dabei mit mir unterhält, mich dabei anguckt und gegen eine Laterne läuft. Eine Situation, bei der ich höchstwahrscheinlich lachen kann. Die Überleitung zu Trash ist, dass der Mann das Malheur durchaus in Kauf nehmen könnte, indem er nicht geradeaus guckt. Er könnte an einem Tag Glück haben und ohne Unfall durchkommen, in der Regel wird er aber gegen irgendetwas laufen. Und auch wenn der Witz immer derselbe ist, der Mann sagt halt Autsch, ist es doch interessant zu sehen, gegen welches der vielen Hindernisse (Straßenlaternen, Mülltonnen, Bordsteinkanten, Zeitungsständer vorm Kiosk, Hydrant etc.) er denn nun laufen wird.

Hochglanz, bzw. gezielter Trash: Ist wie ein Mann, der gezielt gegen eine Straßenlaterne läuft. Das find ich nicht mehr lustig, sondern einfach blöd. Warum sollte man so etwas machen? Die “Großen” dieser Filme, mit vielen Stars usw. sind dann noch zusätzlich wie ein Mann, der mit Schutzkleidung gegen eine Laterne läuft. Das ist nicht nur blöd, sondern auch noch langweilig. Da wird für mich einfach zu sehr versucht, eine Situation künstlich zu wiederholen, die zwar forciert, aber im entscheidenden Moment frei jeglicher Vorabplanung stattfinden muss. Also nein, ich bin kein Fan von Piranha 3D und Co., da man dort ganz genau weiß, welche Szene, welcher Satz und welcher Effekt nun der Trash sein soll. Genauso gut kann man, wie bei den Sitcoms, Lacher (oder dieses kleine Schlagzeugspiel bei Stand-up-Comedians) über die Trash-Szenen einfügen, damit jeder merkt, aha, das ist jetzt der Trash Teil.

Asylum-Filme: Ist wie zwei Typen, die sich stundenlang gegenseitig in die Klöten treten, sich dann zum Weggehen umdrehen und dabei zufällig gegen eine Straßenlaterne knallen. Also vollkommen blöd, und in dieser, sich jeglichem filmischen Anspruch verweigernden Stringenz wiederum lustig.

Immer wieder schwierig, relativ gute Asylum-Bewertungen zu erklären, denn nein, es sind keine guten Filme (eigentlich sind sie noch nicht einmal wie richtige Filme), aber ich mag das. Nicht immer, nicht überall, aber, wie es so schön heißt, in der richtigen Runde, mit der richtigen Stimmung (BIER!!!) macht’s Spass.

Und für den Klugscheißer in mir: Es werden weder die Tage gezählt, noch alle Haiarten benannt, aber wenn ich richtig gezählt habe, spielt der Film 7 Tage, 7 Haie an 3 Tagen mit insgesamt 9 Haiarten. Aber bei solchen Filmchen ist es ohnehin schwer richtig mitzuzählen, oder alles richtig zu erkennen. Nicht, dass sich auch nur irgendwer bei der Produktion auch nur einen Furz darum gekümmert hätte, dass der Titel mit der Story in sinnvoller Verbindung steht, daher eigentlich eh egal. Ich wollte es nur mal gesagt haben.


Den Kommentar findet ihr übrigens hier.

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"His soul swooned slowly as he heard the snow falling faintly through the universe..."
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