Meine glorreichen Sieben

7 Filme, die Kathi very british findet. Indeed

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Ich bin ja seit Jahren ein großer Fan der britischen Inseln. Daran muss ich London die Schuld geben, auch wenn es vielleicht noch die unbritischste Stadt in England ist. Als ich vor zehn Jahren das erstmal nach England kam, wollte ich mich eigentlich nur mit einer guten Freundin treffen und mit ihr gemeinsam an der Masterclass von Bill Nighy (den damals außerhalb der UK so gut wie niemand kannte) teilnehmen. Taten wir auch, aber danach war ich verknallt. So richtig heftig, mit Herzrasen und Schweißausbrüchen: in London selbst! Ich hatte ja schon immer ein Faible für diese roten Telefonboxen und gebackene Bohnen auf Toast und furchtbar laute Pubs, ab da war ich aber auf jeden Fall besessen. Ich mag’s britisch: meine Schauspieler, meine Serien, meine Filme. Und deswegen hier sieben Filme, die ich persönlich als ziemlich britisch empfinde.

… weil Familie eben Familie ist, besonders eine irische
An dieser Stelle könntet ihr euch jetzt beschweren, dass Irland ja nun keinesfalls zu Großbritannien gehört, aber da The Snapper – Hilfe, ein Baby von der BBC produziert wurde, drückt doch bitte einmal ein Auge zu. Ja, es war die irische BBC, aber BBC heisst immer noch British Broadcasting Corporation, deswegen gilt das. Und es wäre eine Schande, The Snapper von Stephen Frears nicht in dieser Aufzählung zu haben. Die 20jährige Sharon lebt mit ihrer achtköpfigen Familie in einem Vorort von Dublin und dummerweise ist sie schwanger. Wer allerdings der Vater ist, das will sich nicht sagen und so muss sich die gesamte Familie nach und nach damit anfreunden, dass bald ein neuntes Maul zu stopfen ist. Als wäre das nicht alles anstrengend genug, gibt es bald reichlich Klatsch und Tratsch in der Nachbarschaft, schließlich ist Sharon nicht gerade als Klosterschülerin bekannt. Und für diejenigen, die sich mit The Snapper in dieser Liste überhaupt nicht abfinden können: seht euch Cashback an, der ist auch grandios.

… weil das Leben in London nicht immer in Kensington spielt
Der Londoner Osten ist nicht schön, er war es niemals und eigentlich haben die Bauarbeiten zu den letztjährigen Olympischen Festspielen daran auch nicht viel verändert. Nur die Hausbootbesitzer mussten sich kurzzeitig eine andere Liegestelle suchen. Eben in dieser eher uncharmanten, von Hochhäusern und Armut geprägten Gegend spielt Lügen und Geheimnisse von Mike Leigh. Eine junge und durchaus erfolgreiche Frau (Marianne Jean-Baptiste) macht sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter (Brenda Blethyn) und findet sie schließlich in einem Reihenhaus am Stadtrand, das auch schon bessere Zeiten gesehen hat. Zum Erstaunen der Mutter ist ihre Tochter allerdings schwarz. Und wer wissen will, wie man als Mutter nicht bemerken kann, dass man ein schwarzes Kind zur Welt gebracht hat, der sollte sich den Film unbedingt ansehen. Es lohnt sich, denn wo ein Geheimnis und eine Lüge sind, da stecken immer noch mehr.

… weil in Cardiff am Wochenende die Straßen gesperrt werden
Ja, das machen die da wirklich. Damit nicht ein armer, betrunkener Waliser versehentlich in ein Auto läuft, wird am Wochenende die St. Mary Street für den Autoverkehr gesperrt. Wenn man sich Human Traffic so ansieht, scheint das auch eine recht gute Idee zu sein. Das Leben ist nämlich nicht immer nett, der Job ist dämlich und so bleiben der Clique um John Simm nur die Wochenenden, die sie mit Alkohol, Drogen und Technomusik verbringen. Nur um dann am Sonntag zu bemerken, dass “what goes up must come down”

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