Lucifer - Die Geschichte hinter der spektakulären Rettung

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Lucifer
21.09.2018 - 08:50 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Die Lucifer-Rettung ist eine Erfolgsgeschichte friedlichen Fan-Protests. Die Lucifer-Gemeinde wurde geführt von Internet-Aktivistinnen wie Heather Hauenstein, die die wichtige Petition startete.

Stellen wir uns mal eben vor, der Sender FOX setzt im Mai Lucifer ab und das ist das Ende der Geschichte. Die verschreckte Lucifer-Gemeinde gibt sich geschlagen, bleibt still und unsichtbar auf der Popkultur-Landkarte, die sowieso überschattet wird von den Riesen Marvel, Star Wars und Game of Thrones. Hätte Netflix die Serie wirklich gerettet? Vermutlich nicht. Sicher, die Entscheidung des weltweit führenden Streaming-Dienstes wird am Ende vor allem eine wirtschaftliche gewesen sein - genau wie zuvor die Absetzung durch FOX -, und keine barmherzige Rettungsaktion. Netflix ist kein Serien-Tierheim mit Herz für die Ausgestoßenen, dankbare Lucifer-Fans sind die Abonnenten von morgen. Auch PR-technisch ist so eine lärmende Serienrettung wertvoll. Das schmälert aber nicht den Einfluss der Fans in dieser Geschichte. Die Lucifer-Rettung ist ein Triumph der Lucifans, sie erzählt eine Geschichte über Social-Media-Energie und friedliche Internet-Fankultur.

Nach dem Lucifer-Aus: "Den Sendern zeigen, dass es viele wütende Fans gibt"

Heather Hauenstein betreibt aus Salt Lake City in Utah fünf Fanseiten bei Facebook, unter anderem Luci.FansTV , die "aktivste und beste Lucifer-Fan-Seite", die immerhin 11.600 Mitglieder zählt, von denen 1.700 in den letzten dreißig Tagen beitraten. Heather Hauenstein war einer der lautesten Lucifans in der Rettungskampagne und sie ergriff als eine der ersten nach dem Ende der Serie Rettungsmaßnahmen. "Nur Minuten nach der Absetzung" kam ihr die Idee, eine Petition zu starten. "Ich wusste, dass unsere Fan-Gemeinschaft schnell handeln und Bemühungen anstellen musste, um FOX und Warner zu zeigen, dass es da draußen viele wütende Fans gibt", berichtet sie. In unserem Interview mit ihr beschreibt Heather Hauenstein eine Art Aufmerksamkeitsfeldzug, den sie durch die Kanäle der sozialen Medien führte und der bis zu den Studios und schließlich zu Netflix vordrang und in der Lucifer-Rettung mündete.

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Über Heather Hauensteins Petition  steht seit dem 16.06.2018: "Erfolg". Mehr als 300.000 Menschen haben unterzeichnet, was eine einschüchternde Zahl ist, aber auch nicht mehr als das, eine Zahl. Petitionserfolge, und seien sie auch noch so groß, haben natürlich keine bindende Wirkung auf mögliche Abnehmer wie The CW, Amazon und Netflix, die Heather Hauenstein direkt ansprach. Aber, so Hauenstein, "Petitionen können den Studios Zahlen überliefern, wie viele Fans es gibt, die wütend über die Absetzung sind."

Wie die Lucifer-Rettung funktionierte

Die Lucifer-Blase müsst ihr euch als loses weltweites Netzwerk vorstellen, es werden Hotspots in Lucifer-Nischen in Spanien, Deutschland  und den USA unterhalten, die die Liebe zu Lucifer feiern und verbreiten - mit (erotischer) Fan-Art, Diskussionen und Fan-Aktionen. Die Lucifer-Community ist klein, seltsam, laut und unheimlich aktiv und energetisch - und versprengt. Um Lucifer aus dem Serien-Fegefeuer zu ziehen, mussten die Fan-Stützpunkte zusammenarbeiten. Hardcore-Fans wie Heather Hauenstein reagierten, empört durchaus, aber auch mit unerhörtem Optimismus. Umgehend, wie nach einem Feueralarm in einer Schule, wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, die der Serienrettungs-Notfall-Plan vorsah.

Die Lucifer-Rettung dauerte trotzdem einen Monat; zwischenzeitlich ließ sich sogar der Sender FOX von der Fan-Kampagne erweichen, die in den sozialen Netzwerken eine ungeahnte Dynamik entwickelte und in der viele Heather Hauensteins kämpften und unermüdlich Tweets abfeuerten. Die Lucifer-Fans haben sich bemerkbar gemacht und nach Rettung gerufen. Heather Hauenstein, in dieser Rettungsexpedition eine Art Internetaktivistin für die gute Popkultur-Sache, organisierte den Widerstand mit einem Social-Media-Megaphon: "Ich habe die Petition in Kombination mit anderen großen Social Media Events, etwa Tweet Storms, genutzt, um die größtmöglichen Auswirkungen zu erreichen." Sie initiierte einen gewaltigen Fan-Protest.

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