Castle Rock - Die Horrorserie ist die beste Stephen King-Adaption, die keine ist

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Castle Rock
25.01.2019 - 08:40 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Mysteriöse Dinge gehen in der Horrorserie Castle Rock vor sich, die in der Welt der Stephen King-Romane spielt. Doch funktioniert die Serie auch ohne die unzähligen Easter Eggs?

Update, 25.01.2019: Diesen Seriencheck zu Castle Rock haben wir bereits zur US-Ausstrahlung auf Hulu geschrieben. Pünktlich zur deutschen Veröffentlichung beim Amazon Channel Starzplay haben wir den Artikel für euch aktualisiert.

Die Werke des Kultautors Stephen King sind aus Filmen und Serien nicht mehr wegzudenken. In letzter Zeit erlebten wir einen regelrechten Stepehn King-Boom, der auch in den kommenden Jahren mit weiteren Adaptionen seiner Horrorstoffe aufwartet. Mit Castle Rock gibt es nun eine spannende Serie, die die Geschichten des Autors zu einem regelrechten Cinematic Universe verbindet und dabei eine komplett neue Story erzählt, die sich keiner direkten Vorlage bedient. Doch wird die von J.J. Abrams und Stephen King produzierte Serie dem Stil des Horrormeisters gerecht?

Willkommen in Castle Rock

In Castle Rock geht es um die mysteriösen Vorkommnisse in der titelgebenden Kleinstadt, die King-Fans aus den Romanen des Autors kennen. Nach dem brutalen Selbstmord des Direktors des Shawshank Gefängnisses (Terry O'Quinn), entdeckt seine Nachfolgerin einen heruntergekommen Teil der berühmten Haftanstalt. In einer verborgenen Zelle in den Tiefen von Shawshank wird ein mysteriöser junger Mann (Bill Skarsgård) aufgefunden. Diese Entdeckung bringt den Anwalt Henry Deaver (André Holland) zurück nach Castle Rock, der vor 27 Jahren für den Tod seines Vaters verantwortlich gemacht wurde.

Durch die Entdeckung des namenlosen und wortkargen Mannes setzt sich eine Reihe von unheimlichen Vorfällen in Gang und es stellt sich die Frage, ob der Tote Gefängnisdirektor ein Monster war, das einen armen Jungen jahrelang gefangen gehalten hat. Oder war er eigentlich ein Held, der etwas Uraltes und Böses in den geheimen Kerker sperrte, um die Stadt zu beschützen?

Castle Rock ist typischer King mit zähem Einstieg

Auch wenn Castle Rock keine direkte Adaption ist und mit neuen Charakteren und Stories aufwartet, fühlen sich Stephen King-Fans direkt zu Hause. Denn Castle Rock vermischt viele Zutaten und Motive, die eine echte King-Geschichte ausmachen. Wie auch viele der Romane erforscht Castle Rock die Schrecken und der Horror, der unter der Oberfläche einer amerikanische Kleinstadt schlummern. Schon die ersten Minuten der Pilotfolge verdeutlichen dies, wenn uns ein monströses Grölen unter der dicken Eisschicht des zugefrorenen Castle Lakes einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen lässt.

Der Aufhänger für den Einstieg in das Stephen King-Universum ist eine übernatürliche Macht des Bösen, die die Menschen in Castle Rock korrumpieren und langsam in den Wahnsinn treiben will. Dies wird durch die Geschichte um den enigmatischen Insassen in Gang gesetzt, der in Shawshank bekannte King-Motive von Schuld und Sühne symbolisiert, die wir aus Romanen wie The Green Mile oder der Novelle Rita Hayworth and Shawshank Redemption kennen.

Pennywise ohne Clowns-Makeup?

Auch von der Erzählweise kommt Castle Rock einem Stephen King-Roman sehr nahe und bietet einen gewohnt zähen und langsamen Einstieg in die Geschichte und die Charaktere. So dreht sich die komplette erste Folge fast ausschließlich um die Vorgänge im Shawshank Gefängnis, ehe sich uns erst in Folge 2 die Welt von Castle Rock eröffnet und wir das komplette Ensemble vorgestellt bekommen. Nach diesen langen Prolog nimmt auch die Handlung langsam an Fahrt auf.

Die Serie investiert viel Zeit in die Einführung und das Kennenlernen der einzelnen Figuren, was dem Stil Stephen Kings entspricht. Nach drei Folgen lässt sich bereits erkennen, dass sich jede Episode einem Charakter und seinen Erlebnisse und dunklen Geheimnissen widmet, während die Haupthandlung um Henry Deaver im Hintergrund voranschreitet. Nur in kleinen Häppchen bekommen wir Antworten präsentiert, was vor 27 Jahren in Castle Rock passiert ist und wie diese Ereignissen mit den Vorfällen in der Gegenwart zusammenhängen könnten.

Castle Rock bietet Stephen King-Easter Eggs bis zum Umfallen

Castle Rock bietet für Fans von Stephen King ein reichhaltiges Buffet an Easter Eggs, deren komplette Aufzählung den Umfang dieses Artikels sprengen würde. An jeder Ecke und in jedem Nebensatz verstecken sich kleine und große Anspielungen auf Charaktere, Motive, Ortsnamen und Geschehnisse aus den Werken Kings. Bereits die Titelsequenz besteht fast ausschließlich aus Verweisen auf Geschichten wie Green Mile, Salem's Lot, Es, Misery, Cujo und Shining.

Die meisten Easter Eggs erschließen sich nur aufmerksamen King-Kennern, wenn beispielsweise in Zeitungsartikeln von einem tollwütigen Hund und dem Fund einer Jungenleiche im Jahr 1961 berichtet wird, ein Gefängnisinsasse die kurze Bekanntschaft mit einer Maus macht oder im Büro des Gefängnisdirektors ein Einschussloch an den Selbstmord des ehemaligen Direktors Norton erinnert. Und ist es bloß ein Zufall, dass vor genau 27 Jahren etwas Schreckliches passiert ist?

Ein kurzer Abstecher nach Derry?

Neben den zahlreichen und flüchtigen Verweisen können sich King-Enthusiasten auch an offensichtlicheren Easter Eggs erfreuen. Das wären zum Einen natürlich der Handlungsort des Shawshank Gefängnisses, die Stadt Castle Rock selbst und natürlich der Auftritt der bekannten King-Figur Alan Pangborn (Scott Glenn).

Ein weiteres Easter Eggs ist der Name der von Jane Levy gespielte Figur Jackie Torrance, dem vielleicht eine noch größere Bedeutung zukommt als ein eindeutiger Verweis auf Shining. Auch die Besetzung von Carrie-Darstellerin Sissy Spacek lässt Fans schon spekulieren, ob ihre demente Figur als Henrys Mutter in den kommenden Folgen nicht eine Vergangenheit in der Kleinstadt Chamberlain enthüllen könnte.

Castle Rock funktioniert auch ohne Stephen King-Verweise

Während Fans des Horrorautors kaum aus dem Staunen über die vielen Verweise herauskommen, stellt sich natürlich die Frage, ob Castle Rock auch ohne diese als eigenständige Serie zu begeistern weiß. Tatsächlich bieten die Querverweise in den ersten Episoden nur spannende Hintergrundfakten und Verweise auf eine reichhaltige und größere Welt außerhalb der eigentlichen Handlung.

Castle Rock ist darüber hinaus eine fesselnde Horrorserie mit unzähligen Mysterien, die sich Stück für Stück offenbaren. Zudem besiedeln zahlreiche interessanten und ausgearbeiteten Charakteren den Höllenschlund von Castle Rock. Gleichzeitig verlangt die Serie sehr viel Aufmerksamkeit und Geduld, die sich erst im Verlauf der Geschichte bezahlt macht. So springt die Handlung oft unvermittelt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her, was unaufmerksame Zuschauer schnell desorientieren kann.

Horror kommt in Castle Rock nicht zu kurz

So gruselig ist die Horrorserie Castle Rock

Bei all den Mysterien und Charaktermomenten verliert Castle Rock den (Psycho-)Horror nicht aus den Augen. Die Serie zieht ihre Kraft aus einer dichten und schwelenden Atmosphäre, die besonders durch das Sounddesign hervorgehoben wird und ein wenig an den Kleinstadthorror Twin Peaks erinnert. In kurzen Szenen bekommen wir immer wieder die brutalen Selbstmorde und grausamen Vorfällen in der Stadt zu sehen, die zur düsteren Stimmung beitragen.

Besonders in Folge 3 nimmt der Horror an Fahrt auf, wenn die Telepathin Molly (Melanie Lynskey) unheimliche Stimmen hört und von einem rachsüchtige Geist fast in Slasher-Manie verfolgt wird. Eine Gruppe von Kindern in grotesken Masken, die einen Mordprozess nachspielen, tut schließlich ihr Übriges. Neben ein paar eingestreuten Jumpscares müssen Horrorfans jedoch auch beim Grusel Geduld und Aufmerksamkeit aufbringen und sich auf das gemächliche Erzähltempo von Castle Rock einlassen.

Die 1. Staffel von Castle Rock umfasst insgesamt 10 Episoden, die seit dem 25.01.2019 wöchentlich in Deutschland bei Starzplay veröffentlicht werden. Als Grundlage für diesen Serien-Check dienten die ersten drei Folgen.

Seid ihr bereit für einen Horrortrip nach Castle Rock?

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