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Zuschauer empört über harte Gewaltdarstellung in Gunpowder mit Kit Harington

24.10.2017 - 18:00 Uhr
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Gunpowder - Trailer (English) HD
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© BBC
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BBCs Mini-Serie Gunpowder mit Kit Harington ruft mit seiner Gewaltdarstellung teils empörte Reaktionen hervor. Der britische Sender verteidigt seine Historienserie mit Verweis auf Fakten.

BBCs Gunpowder sieht sich insbesondere wegen seiner grafischen Gewaltdarstellung harscher Kritik seitens einiger Zuschauer ausgesetzt, berichtet der Guardian . Die Historienserie mit Kit Harington dreht sich um den titelgebenden Gunpowder Plot aus dem Jahre 1605, im Zuge dessen britische Katholiken den protestantischen König Jakob I. mitsamt Familie, die Regierung und alle Parlamentarier während der Parlamentseröffnung töten wollten. In der Auftaktepisode sind etwa Impressionen eines jungen Priesters zu sehen, der zunächst gehängt, auseinandergezogen und schließlich gevierteilt wird. Eine ihren Kleidern entledigte nackte Frau findet den Tod durch eine sie zertrümmernde Steinplatte.

Eine Zuschauerin schrieb via Twitter, dass sie sich "traumatisiert fühlt." Gunpowder sei demnach "abscheulich brutal". Eine andere kam zu dem Schluss: "Diese Hinrichtungsszene ist eines der schmerzhaftesten Dinge, das ich im Fernsehen jemals gesehen habe." Sally Abott, Autorin der BBC-Serie The Coroner, sah derweil "ein gutes Drama". Sie wolle Geschichte nicht falsch dargestellt sehen. Gleichwohl mahnte sie zur Vorsicht dahingehend, wie etwas gezeigt wird. Die Story sei zu wichtig, als dass man Zuschauer vergraulen könnte. Sie selbst habe sich vor dem Hintergrund der Missbrauchsvorwürfe gegen Harvey Weinstein genötigt gefühlt, den Kanal zu wechseln, als eine Frau ihrer Kleidung entrissen und daraufhin gefoltert wird.

Szene aus Gunpowder

Eine Sprecherin der BBC stellte sich nach den Vorwürfen gegen Gunpowder verteidigend hinter die Serie:

Die Szenen wurden nach 21:30 Uhr ausgestrahlt mit einer deutlichen, an die Zuschauer gerichteten Warnung, bevor die Episode anfing. Die dargestellten Methoden gehen auf historische Fakten zurück und reflektieren, was während der Zeit des Gunpowder Plot vor sich ging.

Kit Harington, der in Gunpowder in Gestalt von Robert Catesby als einer der Hauptverschwörer zu sehen ist, rechtfertigte in einem zuvor stattgefundenen Interview ebenfalls den hohen Gewaltgrad. Es sei falsch, sich von der Realität von Folterszenen oder Exekutionen zu weit zu entfernen: "Man muss die Gründe verstehen, wissen, warum sie die Dinge tun, die sie tun." Mit Blick auf die historischen Hintergründe schließen sich Befürworter der Serie diesem Tenor an. "Großbritannien wurde auf Blut, Vergewaltigung und Plünderung aufgebaut", schrieb etwa eine Zuschauerin via Twitter.

In einer via Radio Times  veranstalteten Umfrage sprachen sich über 52% der Teilnehmer für die Gewaltdarstellung in Gunpowder aus. Knapp 48% empfanden die Serie dagegen als zu brutal. Die in Großbritannien zuständige Medienaufsichtsbehörde Ofcom wollte indes Zuschauerbeschwerden abwarten, bevor die Entscheidung für oder gegen eine Ermittlung falle. Unklar ist, wann und ob es die dreiteilige Serie auch offiziell nach Deutschland schafft.

Was sagt ihr zu den Vorwürfen gegen Gunpowder mit Kit Harington?

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