The Perfection bei Netflix: Die wahre Bedeutung des kontroversen Endes

The Perfection
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Achtung, massive Spoiler für The Perfection: Netflix' neuer Psycho-Horrorfilm The Perfection ist nichts für zarte Gemüter, wohl aber gut für eine ausgedehnte Diskussion. Denn die Geschichte rund um die verstörenden Rachefeldzüge zweier Cellistinnen polarisiert seine Zuschauerschaft.

Unter den zahlreichen Twists sorgt natürlich vor allem der finale für Gesprächsstoff. Wir erfahren, dass die beiden Protagonistinnen sich in Wahrheit gar nicht gegeneinander wenden. Vielmehr rächen sie sich an ihrem Lehrer, der sie und vermutlich noch viel mehr seiner Schüler sexuell missbraucht hat. Was für Absichten hinter dieser 180-Grad-Wendung des Films steckt, erklärten die Macher jetzt genauer.

Der finale Twist von The Perfection steht ganz im Zeichen von MeToo

Die ultimative Rache der Missbrauchsopfer erinnert nicht nur zufällig an die Entwicklungen der MeToo-Kampagne. Die Drehbuchautoren Eric C. Charmelo und Nicole Snyder griffen diese Thematik bewusst auf und vertieften sie im Laufe ihres Arbeitsprozesses noch weiter. Das meinte zumindest Charmelo im Gespräch mit dem Hollywood Reporter:

Ich denke, der Film dreht sich vor allem um Selbstermächtigung. Als wir mit dem Film anfingen, drehte sich alles um MeToo. Ich glaube, die erste Harvey Weinstein-Story war gerade veröffentlicht worden, und als wir [The Perfection] schrieben, fühlten wir uns ehrlich gesagt dazu verpflichtet, den Film schnell fertigzustellen.

Die Geschehnisse in Hollywood und auf sämtlichen sozialen Medien hätten dem Film eine wichtige, zeitgemäße Bedeutung gegeben, wegen der er auch zeitnah erscheinen musste:

[...] wir wussten, dass wir [The Perfection zur richtigen Zeit] rausbringen mussten, schon allein wegen allem, was gerade in der realen Welt passierte. Und [der Film] spiegelt, [...] wirklich sehr die Themen der jetzigen Zeit wider.

The Perfection soll eine Warnung für die Zukunft sein

Die zwei Frauen, die sich in The Perfection endlich gegen ihren Peiniger wenden und die Dinge selbst in die Hand nehmen, sollen also den aktuellen Zeitgeist ausdrücken, so Drehbuchautorin Nicole Snyder. Zudem sei der Film gerade in seiner verstörenden Horror-Darstellung eine Art Warnung für die Zukunft:

[The Perfection] gibt dir oft ein richtig unangenehmes Gefühl. Er lässt dich emotional werden. Ich glaube, er macht dir Angst, und am Ende fühlst du die Kraft [der Hauptfiguren] und denkst: 'Ich werde so was nicht noch einmal zulassen.'

Produzentin Stacey Reiss bekräftigte das und fügte hinzu, dass sie sich als Frau in der Filmindustrie sehr mit den Hauptfiguren identifizieren konnte. Und "eine gewisse Szene"

(vermutlich der Schlusstwist) gäbe den weiblichen Zuschauern die Möglichkeit, einen bestimmten Charakter als Stellvertreter für jemanden zu sehen, mit dem sie in ihrem eigenen Leben zu tun hatten.

Regisseur Richard Shepard fasst das Ganze so zusammen, dass er vor allem zum Nachdenken anregen wollte:

Ich hoffe, dass [die Zuschauer] viel Spaß haben und sich ordentlich fürchten, ekeln und überrascht werden, und vor allem hoffe ich, dass sie danach darüber reden [...]

Letzteres hat Shepard in jedem Falle bewirkt. Diskutiert wird das an MeToo angelehnte Ende definitiv. Einstimmig die Meinung der Autoren teilen wird das Publikum jedoch sicherlich nicht.

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