Terminator 4 ist besser als sein Ruf - besonders im Vergleich mit Teil 5 und 6

Terminator: Die Erlösung
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Terminator 4, alias Terminator: Die Erlösung, gilt für viele Fans der originalen Terminator-Trilogie als ungeliebtes Stiefkind der Reihe, steht quasi auf einer Stufe mit Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels für den fehlgeschlagenen Versuch, eine Kultmarke der Actionfilmgeschichte wiederzubeleben. Das Fehlen von Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle des (geläuterten) Terminators stieß dem Publikum bei Erscheinen des Films negativ auf. Das Fazit: Ein Terminator-Film ohne Arnie ist kein echter Terminator-Film.

Doch damit tun die Fans dem cineastischen Machwerk gehörig Unrecht. Denn Terminator 4 taugt gut zehn Jahre nach seinem ursprünglichen Release - und zwei weitere Terminator-Filme später - noch immer sehr wohl als grundsolide Sci-Fi-Actionunterhaltung, die vielleicht nicht mit der Originaltrilogie (und insbesondere Terminator 2 - Tag der Abrechnung) mithalten kann, sich aber trotzdem die Aufmerksamkeit der Fans explosiver Unterhaltung verdient hat.

Terminator: Die Erlösung leidet unter dem Kultstatus der Originaltrilogie

Dafür, dass Terminator 4 meiner Ansicht nach deutlich besser ist als sein Ruf, spielen zwei Faktoren des Films im Kontext der Terminator-Reihe eine wesentliche Rolle:

  • der Kultstatus der Originaltrilogie
  • die Abhängigkeit des 4. Teils von diesem Kultstatus

Widmen wir uns zunächst dem Kultstatus der Originaltrilogie und der Ansicht, ein Terminator-Film funktioniere nicht ohne Arnie. Dass Terminator als Marke eine derart große Beliebtheit erlangte, verdankt die Reihe vor allem dem 2. Teil, der mit seinen schmissigen One-Linern und dem actiongeladenen Plot um den Terminator, der für "die Guten" kämpft, in die Filmgeschichte einging. Sätze wie "Come with me, if you want to live" oder "I need your clothes, your boots and your motorcycle" haben sich einen festen Platz im Zitatrepertoire von Kinofans erobert.

Auch wenn Terminator 3 schon nicht mehr an Glanz und Glorie des 2. Teils anknüpfen konnte, lastete auf Terminator 4 ein schweres Erbe. Denn die Fans hatten nach dem Release von Terminator 3 immerhin sechs Jahre auf einen neuen Terminator-Film warten müssen und hegten vermutlich entsprechend hohe Erwartungen an den neuesten Teil, der einen ganz neuen Blickwinkel auf die Geschichte des Terminator-Universums versprach. Dass Terminator 4 diese Erwartungen dann ganz offensichtlich nicht erfüllen konnte, lag meiner Meinung nach in der Natur der Sache.

Denn letztendlich läuft alles auf die Frage hinaus, was wir von einem Terminator-Film erwarten. Wer diese Frage mit "jede Menge Action mit bösen Robotern in einem dystopischen Zukunftsszenario" beantwortet und darüber hinwegsehen kann, dass Arnie nunmal eben keine Rolle spielt, wird mit Terminator 4 definitiv seinen Spaß haben. Actionfilm-Fans bekommen gute Unterhaltung mit einem durchaus überraschenden Plot-Twist am Ende und schicken Explosionseffekten geboten, die sich auch zehn Jahre nach Release durchaus sehen lassen können.

Darüber hinaus macht sich Terminator 4 am besten, wenn wir den Film losgelöst von der Originaltrilogie betrachten - quasi als eigenständigen, dystopischen Sci-Fi-Actionfilm, der zwar dasselbe Thema wie die übrigen Terminator-Filme behandelt, aber auch ohne Vorkenntnisse und unabhängig von Terminator 1-3 (sogar besser) funktioniert.

Jede Menge Klischees (insbesondere beim arg kitschigen Story-Finale) und die Entmystifizierung von Skynet (in den vorigen Teilen fungierte die KI stets als geheimnisvolle, bösartige Entität, von der wir aber nie viel gesehen haben) trüben zweifelsfrei das Gesamtbild des Films. Aber wer Terminator 4 insbesondere den Hang zur Überdramatisierung mithilfe eben jener Klischees anlastet, vergisst, dass auch die Originaltrilogie hieran nicht ganz unschuldig ist.

Terminator 5 und 6: Schlimmer geht's immer

Doch Terminator 4 muss sich nicht nur mit Terminator 1-3 vergleichen lassen, sondern auch mit Terminator 5: Genisys und Terminator: Dark Fate. Da schneidet Terminator 4 deutlich besser ab. Terminator 5 strotzt nur vor abgedroschenen Klischees, entspinnt eine absolut abstruse und verwirrende Story und endet mit einem Finale, das noch weitaus kitschiger daherkommt als das von Terminator 4.

Dass Arnold Schwarzenegger darüber hinaus als Terminator mittlerweile auch nicht mehr als Selbstläufer funktioniert, zeigt der Flop von Terminator: Dark Fate, der eigentlich den Start einer neuen Terminator-Trilogie mit viel Bombast auf der Kinoleinwand einleiten sollte.

Das Problem: Die Geschichte von Terminator war eigentlich schon mit Teil 2 auserzählt. Teil 4 hat der Reihe immerhin noch einen gewissen Mehrwehr hinzugefügt, indem wir hier die andere Seite der Story in Form des Zukunftsszenarios detailliert zu Gesicht bekommen. Das können Terminator 5 und 6 nicht (mehr) leisten. Wer also nach einer Vorführung von Terminator 6 enttäuscht das Kino verlässt, aber trotzdem noch Lust auf gute Action-Unterhaltung mit Terminator-Bonus hat, sollte Terminator 4 definitiv noch einmal eine Chance geben und den Film vielleicht ein zweites oder drittes Mal anschauen.

Terminator: Die Erlösung läuft am 13. Januar 2020 um 20.15 Uhr auf Kabel Eins.

Was haltet ihr von Terminator: Die Erlösung? Gefällt euch der vierte Teil der Reihe besser als Terminator: Dark Fate?

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