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Mein Herz für Serie

Roseanne - Der Familienteufel aus Lanford

28.06.2011 - 08:50 Uhr
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Mein Herz für Serie geht an die liebenswerte Familie Conner
© Universum Film GmbH
Mein Herz für Serie geht an die liebenswerte Familie Conner
Mein Herz für Serien vergebe ich diese Woche an die Sitcom Roseanne von Roseanne Barr. Die schwarz-humorige Serie aus den 90ern brilliert durch eine Familie, die ihre Alltagsprobleme auf ihre ganz eigene Art löst.

Das diabolische Lachen wird mir vermutlich niemals aus dem Kopf gehen: Die gesamte Familie sitzt am Küchentisch, spielt Karten und haut sich dabei jede Menge Snacks rein. Nachdem die Kamera die Runde ein paar Mal umkreist hat, bricht die unterlegte Saxophon-Melodie ab und wir hören und sehen, wie Roseanne Barr ihr zartes Köpfchen in den Nacken legt und herzhaft loslacht. Das ist die Titelsequenz von Roseanne.

White Trash Familien-Sitcom
Von 1988 bis 1997 produzierte der amerikanische Sender ABC die Familienserie, die sich in dem fiktiven Ort Lanford, im Staate Illinois abspielt. In Deutschland wurde Roseanne ebenfalls während der 90er Jahre ausgestrahlt und erfreut mich heutzutage nicht selten auf diversen Sendern, wenn ich in den frühen Morgenstunden nach Hause komme. Die Couch mit der charmanten Strickdecke war insgesamt in 9 Staffeln zu sehen. Die Serie handelt von der Familie Conner, deren Oberhaupt die Mutter Roseanne (Roseanne Barr) darstellt. Der Pantoffelheld und Ehemann ist Dan Conner, gespielt von John Goodman. Die beiden haben drei Kinder und beherbergen nicht selten Roseannes Schwester Jacky (Laurie Metcalf) oder deren Mutter. Die zentralen Themen der Serie sind neben Geldsorgen oder Arbeitslosigkeit die typischen Probleme einer Familie.

Aufgewachsen mit Roseanne
Als Kind der 80er bin ich mit Roseanne aufgewachsen und habe das Heranwachsen der drei Conner Kinder Staffel für Staffel miterlebt. Während DJ (Michael Fishman) in den ersten Staffeln noch nicht alt genug war, um selbstständig ins Bett zu gehen, war er am Ende der Serie inmitten der Pubertät. Ganz zu schweigen von seinen Schwestern. Die älteste Schwester Beccy (Alicia Goranson / Sarah Chalke) bandelte bereits den ersten Staffeln mit ihrem späteren Ehemann Marc an. Darlene (Sarah Gilbert), die scheinbar das beste Erbgut von ihrer Mutter abbekommen hat, war seit Beginn der ersten Staffel das prototypische Rebellenkind. Nach einigen Schwierigkeiten fand sie mit David jedoch ebenfalls recht schnell ihren Topfdeckel. Schwieriger hat es dagegen Jacky, Roseannes Schwester. Seit Bgeinn der ersten Folge ist Jacky darum bemüht, ein ähnliches Leben wie ihre Schwester zu führen. So verbringt sie die Zeit der Serie mit diversen Männergeschichten, einigen Abstürzen und sogar einer lesbischen Erfahrung.

Das teuflische Muttertier
Das faszinierenste war für mich die Mutterrolle, die Roseanne Barr gleichzeitig mit unglaublicher Abfälligkeit und Fürsorge spielt. Roseanne ist unverschämt, laut und interessiert sich einen Dreck für ihre Familie. Aber in Wirklichkeit ist Roseanne ein Muttertier vor dem Herren und würde sich wahrscheinlich beide Arme abhacken lassen, bevor ihrer Familie etwas zustößt. Mit ihrer großen Klappe und den trockenen Kommentaren trägt sie maßgeblich zu unserer Unterhaltung bei und bringt uns im Minuten-Takt zum Lachen. Das gleiche gilt für Dan Conner, der seine Töchterchen am eigentlich lieber vor der Männerwelt einsperren möchte, als sie an Marc oder David zu verheiraten. Anstelle eines herrischen Vaters verhilft er ihnen sogar zu einem neuen Job und kümmert sich liebevoll um die heranwachsende Männlichkeit seines Sohnes DJ.

Familie hält zusammen!
Obwohl die Familie Conner des Öfteren einiges an Problemen um die Ohren hat, lösen sie die Schwierigkeiten auf unterhaltsame Art und Weise. In Roseanne geht es nicht um die fröhliche Welt wie in Eine himmlische Familie, sondern um die Probleme der amerikanischen Unterschicht. Ohne Friede-Freude-Eierkuchen, dafür mit viel Ironie und schwarzem Humor wird herumgebrüllt oder auch mal die ein oder andere Tür geknallt. Worauf sich alle jedoch verlassen können, ist der familiäre Zusammenhalt, der zwar nicht jedes Problem löst, aber immerhin für ein bisschen Glückseligkeit auf der hübschen Couch mit Strickdecke sorgt. Ein Hoch auf Roseanne!

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