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Komödie Hereinspaziert! sieht sich heftiger Rassismus-Kritik ausgesetzt

27.09.2017 - 12:00 Uhr
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À bras ouverts - Trailer (Französisch) HD
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Hereinspaziert!Abspielen
© Universum Film
Hereinspaziert!
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sieht in der französisch-belgischen Komödie Hereinspaziert! einen tief rassistischen Film und warnt via Pressemitteilung davor.

Der Film sei "eine zutiefst rassistische Komödie über rumänische Roma in Frankreich." Die französisch-belgische Komödie Hereinspaziert! sieht sich scharfer Kritik vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma ausgesetzt. In einer offiziellen Pressemitteilung  wirft die Interessenvertretung dem neusten Film von Philippe de Chauveron (Monsieur Claude und seine Töchter) die Produktion und Reproduktion rassistischer und antiziganistischer Stereotype über die Minderheit vor - Antiziganismus ist umgangssprachlich auch als Zigeunerfeindlichkeit bekannt.

Hereinspaziert! läuft seit dem 21.09. in den deutschen Kinos. In der Komödie nimmt ein wohlhabender Liberaler (Christian Clavier) eher unfreiwillig eine Roma-Familie in seinem Garten auf, um zu zeigen, wie tolerant und freigiebig er ist. "Zugewanderte rumänische Roma werden in der Produktion durchweg als nicht integrierbare Gegenkultur zur westlichen Zivilisation konstruiert", heißt es nun in der Kritik des Zentralrats. Hereinspaziert! führe zur weiteren Ausgrenzung und Stigmatisierung der Minderheit, die eine Jahrhunderte umfassende Historie der Verfolgung mit sich trägt. Gefährlich sei "dieser Film vor allem dadurch, dass er vermeintlich leichte Unterhaltung im Gewand der Komödie bietet und über komödiantische Elemente rassistische und antiziganistische Denkmuster über Roma tradiert." Der Zentralratsvorsitzende Romani Rose bezeichnete die Charakterisierung der Minderheiten "als vormoderne und unzivilisierte 'Wilde‘" als "unerträglich".

Bereits am 31. Juli habe sich der Zentralrat an den zuständigen Verleih Universum Film gewandt und darum gebeten, Hereinspaziert! nicht in Deutschland zu veröffentlichen. Die Argumentation des Unternehmens, das auf die Fähigkeit des Publikums im Erkennen einer Komödie vertraue sowie dessen nicht allzu ernste Betrachtung der im Film gezeigten Situationen, sei nicht hinnehmbar. Nach Angaben der Stellungnahme verurteilten die Roma-Selbstorganisation La Voix des Rroms sowie das Kollektiv Droits de l’Homme Romeurope den Film in Frankreich bereits zu Beginn des Jahres. Das Kollektiv erinnerte demnach an die noch immer prekäre Stellung von Roma in Frankreich und Europa, die sich in "oft gewalttätigem Rassismus" zeige.

Was sagt ihr zur Rassismus-Kritik an der Komödie Hereinspaziert?

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