Community

Blau ist die Farbe der ersten Liebe

Es war fast zu gut ...
© Alamode/Wild Bunch/moviepilot
Es war fast zu gut ...
28.07.2018 - 08:50 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
8
15
Blau ist eine warme Farbe schafft, was nur wenige Filme schaffen: das Gefühl der ersten Liebe, all seine Verwirrung, Unsicherheit und Schönheit so zum Klingen zu bringen, wie damals, als wir selbst das erste Mal hilflos durch diese neue Gefühlswelt stolperten.

Die erste Liebe ist nicht immer schön und nur selten hält sie ewig. Aber jedes einzelne Mal, für jede und jeden von uns war sie aufregend, neu, verwirrend und groß. Wie die meisten Dinge, erscheint sie uns aus der Entfernung, von heute aus betrachtet, kleiner. Aber damals ... Seid ehrlich: Gab es in dem Moment, als die Welt eine andere Farbe bekam, egal wie lange dies her ist, für euch etwas Größeres, etwas Kribbelnderes, etwas Schöneres? Und gab es so einen Moment jemals wieder? War die erste Liebe nicht eher wie eine Melodie? Wir hören sie nur einmal - aber für den Rest unseres Lebens summen wir sie immer wieder mal vor uns hin. Mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen, das uns selbst überrascht.

Hier und da gibt es mal eine Szene in einem Film, die uns an damals erinnert. An diesen Moment, die Melodie, die Farbe, all die Gefühle. Aber selten gelingt es einem Film, all das einzufangen, was unser Leben für immer veränderte, öffnete, einfärbte. ElsaWaltz' Begeisterung für einen solchen Film ist nicht übertrieben. Auch wenn ihr es vielleicht noch nicht glaubt, dieser Film wird auch euch erinnern, ergreifen, überzeugen. Denn Blau ist eine warme Farbe!

Der Kommentar der Woche von ElsaWaltz zu Blau ist eine warme Farbe

Dieser Kommentar enthält Spuren von Spoilern

Erstaunen. Faszination. Liebe.
Diese drei Dinge scheint Adèle zu durchleben, als sie Emma begegnet.

Erstaunen, als sie ihr das erste Mal über den Weg läuft.
Faszination, als sie sich das erste Mal richtig mit ihr unterhält.
Liebe, als sie das erste Mal miteinander schlafen?

Adèle ist 15 Jahre alt und dabei, ihre Sexualität zu erforschen. Jungs. Natürlich muss sie an Jungs interessiert sein. Es scheint eine Tatsache zu sein, dass Frauen und Männer eine Beziehung eingehen, Sex haben, zusammen ziehen, irgendwann heiraten und zusammen alt werden.
Aber schon beim ersten Sex mit einem Jungen merkt Adèle, dass etwas fehlt. Und erst als sie Emma begegnet und das erste Mal von einer anderen Frau geküsst wird, weiß sie, was ihr fehlt.
Es sind Frauen, zu denen sich Adèle hingezogen fühlt. Es ist Emma, für die sie Gefühle entwickelt, der sie nahe kommen möchte.

Die erste Liebe.
Nichts ist so aufregend und so schön. Man erforscht, man lernt, man liebt.
Und auch das tut Adèle. Sie gibt sich Emma ganz hin, sie ist glücklich.
Doch auch die erste Liebe hat ihre Tücken. Vielleicht fällt es dem Zuschauer vor Adèle auf, oder Adèle möchte es einfach nicht wahrhaben. Aber sie und Emma sind unterschiedlicher als man denkt.

Was die beiden Hauptdarstellerinnen hier offenbaren, ist eine Schauspielkunst, die man selten erleben darf.
Adèle Exarchopoulos IST Adèle. Sei es das Zupfen an ihren Haaren, oder wie sie die Spaghetti verschlingt. Sei es, wie sie Emma anblickt, oder wie sie weint.
Léa Seydoux IST Emma. Emma, die Gefühle in Adèle weckt, welche diese bis dahin nicht kannte. Emma die mit ihren blauen Haaren eine neue Farbe in Adèles Leben bringt. Emma die uns zeigt, wie schön Blau sein kann.

Erstaunen. Faszination. Liebe. Hilflosigkeit. Bedauern.
Diese fünf Dinge durchlebt Adèle mit Emma. Denn auch die erste Liebe ist nicht für immer bestimmt.

„Blau ist eine warme Farbe“.
Selten ist ein Film so intim wie dieser. Selten so natürlich, selten so ehrlich.

Den Originalkommentar findet ihr hier.

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News