La La Land - Kritik

La La Land

US · 2016 · Laufzeit 128 Minuten · FSK 0 · Musikfilm, Drama, Komödie · Kinostart
Du
  • 10
    Zimtmond 01.11.2017, 18:38 Geändert 01.11.2017, 18:39

    „The sun is nearly gone
    The lights are turning on
    A silver shine that stretches to the sea“

    Darf ich einmal kurz erwähnen, wie gern ich diesen Film hab?
    Wie toll ich die bunten Farben und die fröhliche Optik fand?
    Darf ich wenigstens kurz erwähnen, dass ich Ryan Gosling und Emma Stone wundervoll zusammen finde? Oder wie herzlich, sympathisch und lustig ich Mia und und Sebatian finde?
    Dürfte ich eventuell anmerken, dass ich die Lieder und vor allem auch die Jazz-Stücke, die Sebastian spielt richtig gut finde? Oder, dass ich auf einmal Lust bekommen habe Steppen zu lernen?
    Kann ich kurz mal einwerfen, dass ich gerade den Soundtrack höre und wieder in dieser Welt bin und alles vor mir sehe?

    „We stumbled on a view
    That's tailored made for two
    What a shame those two are you and me“

    Du sagst, ich darf es nicht erwähnen? Ich darf es nicht anmerken und auch nicht einwerfen? Zu dumm, jetzt ist es leider schon passiert. Und zumindest scheinst du bis hierher gelesen zu haben.

    „Some other girl and guy
    Would love this swirling sky
    But there's only you and I
    And we've got no shot“

    Ich möchte euch, Mia und Sebastian, sagen, dass ich euch beim Kennen lernen und Verlieben so gerne zugeschaut habe. Ein Sog erfasste mich. Ich wurde hineingezogen in die Kinoleinwand. War wie in einer Art Trance. Gespannt darauf, wie es bei euch weiter geht. Ein Zauber ging von der Leinwand aus. Ich kam ins Träumen und wollte nicht, dass es vorbei ist. Ich hätte euch noch eine weitere Stunde zusehen können. Auch wenn eure Geschichte schnell erzählt werden kann, braucht sie nicht mehr. Doch was wäre passiert, wenn nur eine einzige Begegnung anders verlaufen wäre?
    Ich freu mich schon darauf euch wieder und wieder beim kennen lernen zuzuschauen. Hach, endlich bin auch ich wieder verliebt. Verliebt in euch, in die Musik, die mich zum Tanzen bringt, die Bilder, die Farben und vor allem in euch beide. Danke für zwei bezaubernde Kinoabende und für weitere Abende, die Folgen werden.

    „You're right, I'd never fall for you at all
    And maybe this appeals
    To someone not in heels
    Or to any girl who feels
    There's some chance for romance
    But I'm frankly feeling nothing Is that so?
    Or it could be less than nothing
    Good to know! So you agree?
    That's right
    What a waste of a lovely night“

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    • 6

      Wieso muss sich ein Film, der das Verwirklichen von Träumen und Eigenständigkeit propagiert, in seiner Machart so sehr beim alten Hollywood anbiedern, dass es fast schon wehtut? Hommage ist ja schön und gut, sie sollte aber auch der Geschichte dienen. Diese hat jedoch abseits der schönen Musik und netter Choreographie absolut nichts Neues zu bieten und plätschert selbst für Musical-Verhältnisse belanglos dahin. LA LA LAND ist leider ein weiteres Beispiel für Style over Substance, das den Hype nebst Oscar-Regen zu keinem Zeitpunkt rechtfertigt. So schade.

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      • 10

        Absoluter Lieblingsfilm. Findet Sprache für mein inneres Lebensgefühl, das ich nicht so artikulieren könnte, wie es La La Land tut. Dieser Film versteht mich. Here's to the fools who dream.

        • 10
          Laudania 15.10.2017, 17:40 Geändert 15.10.2017, 17:45

          Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass ein Film wie "La La Land" mich emotional mitnehmen würde. Der Film bringt alles mit, was solch eine Reaktion bei mir normalerweise bewirkt.
          Respekt, Herr Chazelle: Sie haben bei mir einen Heulkrampf epischen Ausmaßes ausgelöst! Das gesamte letzte Viertel war für mich ein einziger emotionaler Ausbruch mit sämtlichen Höhen und Tiefen und einem Gefühl, in der Situation der Szenerie gefangen zu sein, wie ich es noch nie vorher bei irgendeinem Film erlebt habe.
          Danach habe ich mich erstmal gepflegt betrunken.

          Dieser Film kommt für mich an Perfektion heran. Ich habe nie ein Ende gesehen, dass so detailliert ausgearbeitet gewesen wäre, dass jede Sekunde stimmt. Wenn man sich darauf einlässt, wenn man die realistische, tiefe, Handlung der letzten Viertelstunde in sich aufnimmt, kann man sich vollkommen mitnehmen lassen.
          Und so wird aus einem leichten Hollywoodmusical ein Gefühlstrauma, aber irgendwie ein positives, wenn man es so nennen will.

          Ja, ansonsten wäre zu sagen: Solche Filme werden heute gar nicht mehr gemacht. Gedreht hätte dieser Film irgendwann in den 50ern worden sein können. Es wäre kein Unterschied gewesen zu den damaligen großen Hollywood-Gefühlsdramen. In dem Sinne ist der Film unglaublich gut gelungen, der Kitsch nie zu viel, die Einlagen nie zu poppig oder überladen. Der Film plätschert angenehm vor sind hin, wobei weniger die Gesangsstücke als eher der Instrumentalsoundtrack den Film auf unglaubliche Weise tragen. Dieser Film hat mitunter die schönsten musikalischen Motive, die ich je gehört habe. Ich liebe das Klavier. Und ich liebe Ryan Gosling für seine unglaubliche Rolle mit seinen unglaublichen Reden über Musik, Leben und Ideale. Diese Figur ist so echt, dass sie schon wieder eine typische Hollywood-Stereotype ist, ohne überspitzt zu wirken.
          Emmy Stone ist mir das erste Mal bewusst geworden. Ich werde nie Fan von ihr sein, aber ab "Audition" hatte sie mich und im Dialog nach dem Vorsprechen war für mich der Damm gebrochen, etwas anderes als eine Person zu sehen, die einen fiktiven Charakter spielt. Emma Stone hat mir wahrscheinlich so richtig einen Schlag in die Fresse verpasst und dafür respektiere ich sie wahrscheinlich bis sonstwann.

          Ich bin ganz froh, dass ich den Film jetzt das erste Mal gesehen habe. Ich bin froh, dass ich ihn nicht im Kino gesehen habe, wie ich ursprünglich geplant hatte. Und dass ich das dann alles immer weiter nach hinten verschoben habe. Ich glaube, es gibt für bestimmte Filme bestimmte Zeitpunkte. Manchmal weiß man das vorher gar nicht. Außerdem hätte ich den Film auf großer Leinwand wahrscheinlich nicht psychisch gesund überlebt, bei der Wirkung, die er auf mich hatte. xD
          Ich bin mir immer noch nicht sicher, was der Film mit mir gemacht hat. Ich weiß auch, dass das nicht unbedingt nur mit dem Film an sich zu tun hat, sondern mit vielen persönlichen Dingen, die in all das reingespielt haben. Aber die Reaktion zeigt mir dennoch, dass irgendwas richtig gemacht wurde.

          Danke, La La Land.

          (Und noch mal total subjektiv: Ryan Goslings Gesichtsausdruck beim Tanzen. Diesen Gesichtsausdruck, eine Mischung aus Konzentration, Ernsthaftigkeit, Genuss... Ja. Das ist absolut alte Schule. Und absolut sexy.)

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          • 9 .5

            Jeder Musical-Fan kommt hier voll auf seinen Kosten. Bin sehr froh, dass ich dieses Meisterwerk im Kino gesehen habe. / Der Film wird uns bestimmt, in ein paar Jahren, jedes Jahr zu Weihnachten im Fernsehen gezeigt. Auf dem Weg zu einem Kult-Film!

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            • 8
              moviereporter 01.10.2017, 17:03 Geändert 19.10.2017, 19:00

              Ein sehr guter Film - der Leider das Prädikat zum Musicalmeisterwerk verpasst.

              Also erstmal zum positiven: Emma Stone und Ryan Gosling platzen fast Charisma und die Leinwandchemie zwischen den beiden ist hervorragend.
              Das Vorhaben die großen, alten Hollywoodmusicals ins L.A. von heute zu verlegen, gelingt Damien Chazelle absolut hervorragend: durch handgemachte Jazz-Pop Musik, knallbuntes 50er Jahre Kostümdesign und sommerliche, verträumt und märchenhaft wirkende Kamerabilder aus der Stadt der Engel, in dem es weder Kriminelle gibt, noch schlechtes Wetter.

              Die Erste Stunde von LaLaLand wirkt wie ein Märchen aus vergangener Zeit, das den Zuschauer mit wunderbarer Musik und süßer RomCom-Story verzaubert. Danach erfolgt leider ein ziemlicher Stilbruch. Sobald die Geschichte die Probleme des Alltags und des Liebespaares in den Fokus rücken, verliert der Regisseur sämtlichen Verve und Charme der vorangegangen Inszenierung. Die Musik tritt fast gänzlich in den Hintergrund, das Beziehungsdrama ist sehr nüchtern erzählt und wird auch viel zu lange ausgewalzt.

              Erst in der letzten viertel Stunde findet der Film zu seiner Stärke des Anfangs zurück und liefert mit seiner bittersüßen Musical-Traumsequenz, in der nochmal jedes Musikstück instrumental aufgegriffen wird, eines der schönsten und berührendsten Filmenden der letzten Jahre.

              Fazit: Wäre der langwierige, inszenatorisch wie erzählerisch dünne Mittelteil nicht, dann wäre LaLaLand eines der besten Musicals aller Zeiten...

              • 4

                La La Land - Der Titel suggeriert es bereits: der Film ist "so lala". Aber kein Wunder, dass der Film bei den Oscars abgeräumt hat. Die Amis lieben doch solche kitschigen Romanzen mit viel Show. Und dann spielt es auch noch in Hollywood, dem Land der Träume. Nun gut, ich war dann auch recht schnell im Träumeland, als ich den Film sah...zzz....

                • 4 .5
                  Otto Normal 07.09.2017, 06:58 Geändert 08.09.2017, 00:58

                  Den Film haben sie wohl extra gedreht, um zu zeigen, daß Hollywood keine Musicals und keine Liebesfilme mehr kann. Die Dialoge sind hölzern (geschaut: Deutsche Version), die Schauspieler sind leere Hüllen, insbesondere die weibliche Heldin besitzt keinerlei Eigenschaften. (Ach doch, eine fällt mir ein: Sie fährt einen Prius. Haha.) Ich gestehe dem Film zu, daß das vermutlich Absicht ist, damit man sich selber in die Figuren hineinprojizieren kann. Aber wozu?
                  Und warum wird eigentlich die Trennung des angeblichen Traumpaares nicht erklärt; warum geht sie zum, im Rahmen der Plot-Krücke, falschen Mann? Sehr unplausibel alles.
                  Fazit: Der Schinken ist leider langweilig. Wenn schon Musicals, dann die von damals. Oder die aus Bollywood. Die sind zwar noch kitschiger, aber wenigstens nicht so gottverdammt seelenlos. Und wenn jemand etwas über den hier nur vorgeschobenen Jazz und das dazugehörige Elend erfahren will, der schaue besser "Jazzclub" von Helge.

                  • 4

                    Meine Güte! Ich habe eine halbe Ewigkeit gebraucht um diesen Film zu beenden. Das sagt eigentlich schon alles. Danke, aber da schau ich mir lieber noch einmal Whiplash an.

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                    • 4
                      Copacabanasun 22.08.2017, 15:09 Geändert 22.08.2017, 15:14

                      Runter von 5 auf 4 Pkt.
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                      "La La Land" bleibt auch nach der 2. Sichtung, im wachen Zustand, für mich: la-la-langweilig.
                      Das Szenenbild und die Musik finde ich sehr schön, und gelungen.
                      Die Figuren, sowie die Handlung sind jedoch, nicht interessanter geworden.
                      Diese zwei wichtigen Elemente, geben mir nichts, was mich mitfühlen lassen könnte.
                      .
                      Fazit: Für mich bleibt, "West Side Story" die Nummer Eins.
                      .
                      (>_<

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                      • 7

                        Also, ich verstehe nicht, was Viele an Ryan Gosling finden. Der hat nur einen Gesichtsausdruck.

                        Ansonsten: Ein sehr schönes Märchen. Gerade in den ersten beiden Dritteln gefallen auch die farbliche Szenengestaltungen.

                        Leider wiederholt sich dann das musikalische Thema zu häufig - da waren Filmmusicals wie "Moulin Rouge" deutlich abwechslungsreicher.

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                        • Belanglos, Inhaltsleer, Darsteller die sehr schnell an ihre Grenzen stoßen (sowohl gesanglich als auch tänzerisch), Musik die man gleich wieder vergisst.

                          Unter dem Titel "La La Land" hatte ich mir eigentlich einen kunstvollen und farbenfrohen Film vorgestellt. Das farbenfrohe kann ich gerade noch so gelten lassen aber kunstvoll ist hier nichts. Ich bin kein großer Fan von Emma Stone und Ryan Gosling und dieser Film hat mir mal wieder bewiesen warum das so ist. Eine Chemie zwischen den Protagonisten war nicht vorhanden, wobei mich Ryan Gosling noch etwas mehr überzeugen konnte als Emma Stone, was mich ehrlich gesagt sehr überraschte. Die Story ist nichts neues nur etwas anders verpackt, was das ganze aber nicht besser macht.

                          Ich kann bei vielen Filmen die Euphorie verstehen auch wenn ich selber den Film nicht mag aber bei "La La Land" kann ich weder die hohe Bewertung hier auf MP oder auf sonstigen Seiten verstehen und schon gar nicht die ganzen Nominierungen und gewonnenen Preise?!

                          Es fällt mir wirklich schwer den Film mit Punkten zu bewerten. Als Hassfilm kann ich ihn nicht gelten lassen, da der Film einfach zu belanglos dafür ist.

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                          • 10

                            Ich kann mit Musicals oder Romanzen im allgemeinen nichts anfangen und Ryan Gosling fand ich eine zeitlang ganz gut, aber mittlerweile kann ich ihn nicht mehr sehen. Trotzdem hat mich der Film ausreichend gereizt, dafür sogar ins Kino zu fahren, und ich war ehrlich gesagt ziemlich geflasht.

                            Die Liebesbeziehung zwischen den beiden Hauptfiguren ist eigentlich nur Aufhänger für eine - ja, zugegeben - märchenhafte Geschichte, wobei der Autor plottechnisch den beiden Personen auch reichlich Steine in den Weg wirft, sowohl privat als auch beruflich und es somit durchaus spannend und unterhaltsam macht.

                            Ob man einen Film langweilig oder unterhaltsam findet, liegt sicher im Auge des Betrachters, aber ich fand, dass es hier keinen einzigen Durchhänger gab und empfand La La Land auch von der Länge her genau richtig.

                            Das Bild von L.A., welches Chazelle hier zeigt, ist natürlich eine Phantasievorstellung und hat mit der Realität wenig zu tun. Ich finde, das passt aber genau zu der Story und musste so sein. Das ist keine Reise-Doku über Südkalifornien, sondern ein Kinofilm!

                            Der Schnitt und die Kamera in Abstimmung mit der Musik sind handwerklich perfekt und einfach nur ein Genuss. Auch die Idee mit der Montage im letzten Teil des Films, als Mia (Achtung, evtl. Spoiler) in Sebastians Bar kommt und sie sich in ihrer Phantasie ausmalt, wie es auch hätte weitergehen können, fand ich absolut genial.

                            Vielleicht würde ich in ein paar Jahren mit etwas Abstand weniger Sterne vergeben, aber aktuell ist es die volle Punktzahl.

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                              J.F.Lannister 06.08.2017, 01:57 Geändert 06.08.2017, 01:57

                              La La Land - Visual Echoes:

                              Eine Gegenüberstellung von "La La Land" und seinen filmischen Vorbildern.

                              https://www.youtube.com/watch?v=Wpvg8Tm0IJY

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                                Dieser Ryan Gosling ist so ein Angeber...

                                Ein schöner Musikfilm, den Hollywood verklärt. Trotzdem, der Film ist schön. Ein trauriger Blick auf Wunsch und Wirklichkeit. Beeindruckend war das letzte Vorstellungsgespräch.

                                • 10

                                  La La Land,

                                  Ein Film über die LIEBE,
                                  Ein Film über HOLLYWOOD,
                                  Ein Film über GLAMOUR,
                                  Ein Film über den AMERIKANISCHEN TRAUM,
                                  Ein Film über JAZZ und BARS,
                                  Ein Film über MUSIK,
                                  Ein Film über TANZEN,
                                  Ein Film über SCHAUSPIEL,
                                  Ein Film über THEATER,
                                  Ein Film über ENTTÄUSCHUNG,
                                  Ein Film über ERWACHSEN WERDEN,
                                  Ein Film über KIND SEIN,
                                  Ein Film über ZIELE,
                                  Ein Film über TRÄUME,
                                  Ein Film über DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN BEIDEN,
                                  Ein Film über FAMILIE ALS RÜCKHALT,
                                  Ein Film über das ALLEINSEIN,
                                  Ein Film über SCHMERZ,
                                  Ein Film über JAHRESZEITEN,
                                  Ein Film über FARBEN und KONTRASTE,
                                  Ein Film über ÄSTHETIK,
                                  Ein Film über LACHEN UND WEINEN,
                                  Ein Film über SPONTANITÄT und PLÄNE,
                                  Ein Film über STEPPEN,
                                  Ein Film über PARTYS,
                                  Ein Film über ARROGANZ,
                                  Ein Film über VERBLENDUNG,
                                  Ein Film über IKONEN,
                                  Ein Film über ERINNERUNGEN,
                                  Ein Film über VERGANGENHEIT, GEGENWART und ZUKUNFT,
                                  Ein Film über den FILM,
                                  Ein Film über das KINO,

                                  EIN FILM DER GROßEN FILMKUNST.

                                  Möchte niemanden zu nahe treten, aber wer diesen Film nicht liebt, der hat den Film als Gattung noch nie verstanden.

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                                    hipsu 19.07.2017, 02:03 Geändert 19.07.2017, 02:03

                                    Tanzen, singen, klatschen - kann man machen, muss man aber nicht. 5/10

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                                      J.F.Lannister 18.07.2017, 23:39 Geändert 18.07.2017, 23:54

                                      Manchmal kann das Leben schon sehr ironisch sein. Erst neulich wurde mir in frenzy_punks "Fragen ohne Antwort"-Blog die Frage gestellt, welchen Film ich mir kein zweites Mal ansehen, ihn aber dennoch jedem weiterempfehlen würde. Eine Antwort darauf hatte ich nicht. Jetzt schon.

                                      Zwar trifft auch "La La Land" nicht zu 100% den Kern der Sache, weil er als Musicalfilm schon etwas speziell ausfällt, nichtsdestotrotz bin ich der Meinung, dass jeder einmal den Versuch wagen sollte. Ja, man wird so einige hochkitschige "Friede, Freude, Eierkuchen"-Lieder über sich ergehen lassen müssen, die zu Beginn des Weiteren etwas aufgesetzt wirken und sich nur holprig in die Handlung einfügen. Das bessert sich mit der Zeit allerdings und aus Dialog- und Liedszenen entwickelt sich ein harmonischer Fluss. Nichtsdestotrotz denke ich, dass sich diese Dramödie komplett ohne Musicaleinlagen bedeutend besser hätte enthalten können.

                                      Warum sollte man also den Versuch wagen? Weil uns Damien Chazelle mit "La La Land" ein äußerst reifes und weises Traumfabrikmärchen präsentiert! Gekonnt erweckt er, unterstützt durch das Traumpaar Gosling und Stone, den Glanz Hollywoods und den Traum des kleinen Mannes bzw. der kleinen Frau vom großen Showgeschäft zum Leben, verwehrt sich letztendlich jedoch gegen ein Happy End, welches dem Film ansonsten den Todesstoß verpasst hätte. Stattdessen lehrt uns Chazelle bittersüß, dass man im Leben sehr wohl träumen darf und auch soll, es aber eben nicht jeder Traum in Erfüllung gehen wird. Dies gelingt ihm auf subtile Art so gut, dass ich mich auf dem Heimweg mit Dur-Musik aufmuntern musste und ich jetzt beim Schreiben immer noch daran zu fressen habe.

                                      Solche Filme geben mir persönlich ziemlich viel, weil sie als Spiegel meines eigenen Lebens fungieren und mir zeigen, dass es auch im Leben anderer Menschen nicht immer rund läuft. Im Moment bin ich emotional zwar geplättet, kann auf diesem Tief jedoch aufbauen und mich leichter dazu ermuntern, mein eigenes Leben selbst zu verbessern. Und so habe ich mich vorhin nach dem Kino zum Essen nicht in mein Zimmer zurückgezogen, sondern mich in der Küche mit zwei Mitbewohnern unterhalten. Ein glückseliges Happy End hätte diesen Effekt wahrscheinlich nicht oder zumindest nicht in diesem Ausmaß erzielen können.

                                      7-10/10 Punkten. Je nachdem, wie gut man mit den Musicaleinlagen klarkommt.

                                      Und weil es gerade zufällig aus meiner Anlage ertönt, mir wohlig um die Seele streichelt und musikalisch sowie inhaltlich nicht besser passen könnte:
                                      Louis Armstrong - We Have All The Time In The World

                                      https://www.youtube.com/watch?v=RMxRDTfzgpU

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                                        Man muss Musicals mögen. Ich konnte ihn nicht mal zu Ende sehen

                                        • 5

                                          Toll gespielt
                                          Toll gesungen
                                          Toll getanzt
                                          aber mir persönlich ist er zu
                                          La La Langweilig

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                                          • 4

                                            vorhersage 7
                                            bewertung 4
                                            ich mag keine musicals

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                                              Für mich eigentlich eine klare 7er-Wertung, der Barjazz und die Melancholie gegen Ende hin ringen mir dann aber noch ein Pünktchen ab. Hab mal gehört, Gosling hätte sich für diesen Film das Klavierspielen beigebracht. Kann ich mir irgendwie nicht ganz vorstellen.

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                                                RicoRoyal 22.06.2017, 07:12 Geändert 28.06.2017, 20:40

                                                Schon die Eingangssequenz macht deutlich: Hier wurde schamlos geklaut. Und zwar nicht bei der "West Side Story" oder anderen amerikanischen Musicals, denn das hätte ja jeder sofort bemerkt, sondern bei Jacques Demys einzigartigem "Les Demoiselles de Rochefort" und noch mehr bei "Les Parapluies de Cherbourg".

                                                Nur sind halt Demys Filme eine Liga für sich, während "La La Land" nie übers Mittelmaß hinauskommt - was nicht zuletzt an der desaströsen Fehlbesetzung Ryan Goslings liegt, den ich noch nie so farblos erlebt habe. Außerdem kann der Mann leider weder singen noch tanzen. Letzteres hat man mit zahllosen Schnitten während der Tanz-Sequenzen zu vertuschen versucht. So muss Emma Stone das FIlmchen halt ganz allein über die zwei Stunden stemmen. Immerhin gab's dafür ja einen Oscar - so gesehen hat sich der Aufwand wenigstens für sie gelohnt.

                                                Wenn man sich schon so offensichtlich bei Klassikern bedient, hätte Herr Chazelle wenigstens bei der Bildsprache ein wenig nacheifern können, doch leider - und das ist unverzeihlich - ist ihm wirklich gar nichts eingefallen, zéro. Domage.

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                                                  Canis Majoris 21.06.2017, 14:22 Geändert 21.06.2017, 14:23

                                                  Bei der Erstsichtung sprang kein Funke rüber, außer La-La-Lass-mich-in-Ruhe, du merkwürdiger Film!

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                                                    Genialer Musical-Streifen mit Ohrwurmgarantie.
                                                    Ryan Gosling als Jazz-Musiker und Emma Stone als Schauspielerin, versuchen ihren großen Traum in Los Angeles zu verwirklichen. Großartige Musik, tolle Schauspieler und wunderschöne Bilder.
                                                    Wiedereinmal beweist Damien Chazelle, was für ein unglaublich begabter Regisseur er doch ist.
                                                    Klare Empfehlung.

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