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Guttenberg-Film Der Minister unter Plagiatsverdacht

Kopiert sogar als Satire: Karl-Theodor zu Guttenberg
© Sat.1
Kopiert sogar als Satire: Karl-Theodor zu Guttenberg

Vergangenen Dienstag strahlte Sat.1 mit beachtlichem Erfolg seine TV-Produktion Der Minister aus. Der Streifen ist bekanntermaßen eine Parodie auf unseren ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der aufgrund seiner Plagiatsaffäre sein Amt niederlegen musste. Ob die Satire gelungen ist oder nicht, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, allerdings können wir nicht abstreiten, dass sie ohne Zweifel konsequent ist. Denn wie die Frankfurter Allgemeine berichtet, habe sich Drehbuchautorin Dorothee Schön ausgiebig bei anderen Quellen bedient.

Mehr: Guttenberg-Satire Der Minister bringt gute Quoten

Einige Dialogpassagen seien direkt aus anderen Arbeiten übernommen wurden – der Satz Es gibt zwei Arten von Sesseln, entsprechend dem Minister, Typ eins fällt leicht um, und das andere Modell dreht sich ständig im Kreis tauchte beispielsweise genau so in der britischen Serie Yes Minister auf (It used to be said there were two kinds of chairs to go with two kinds of Minister: one sort folds up instantly; the other sort goes round and round in circles). Das sei aber nicht die einzige Kopie gewesen. So kamen dem Schriftsteller und ehemaligem Chefredakteur des Satire-Magazins Titanic, Oliver Maria Schmitt, einige Passagen bekannt vor, was eine einfache Ursache hatte: Sie wurden von ihm übernommen. In seinem Stück Wüstentreff mit Guttensteph (Titanic, Ausgabe 2/2011) schrieb er beispielsweise den Satz Ich möchte mir als Bürgerin, Frau und Mutter zweier entzückender Kinder und neuerdings auch Kinderschänderschreck selbst ein Bild von der Arbeit unserer Schutzstaffel machen, der bis auf eine minimale Änderung genau so in dem Film übernommen wurde. Die Liste ließe der vermeintlich geklauten Passagen ließe sich noch weiterführen.

Dorothee Schön wurde natürlich bereits mit den Anschuldigungen konfrontiert und rechtfertigte sich damit, dass der Film gewissermaßen auch eine Medien-Kollage sei. Sie verneige sich vor der Titanic und erkenne ihre Qualität gerne an. Das Magazin habe sie ebenso inspiriert wie die Bild-Zeitung. Seitens Oliver Maria Schmitt muss sie mit keiner Klage rechnen, das machen seiner Meinung nach nur Spießer und Versager. Stattdessen fühle er sich geehrt, dass sie seine Texte offenbar genau studiert hat. Womöglich werde er ihr aber noch eine Rechnung schicken.

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