Community
Mein Herz für Serie

The Shield - Im Sumpf aus Korruption & Gewalt

08.01.2013 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
17
33
The Shield - Gesetz der Gewalt
© Fox Television/Sony Pictures
The Shield - Gesetz der Gewalt
Mein Herz für Serie geht an das US-Format The Shield – Gesetz der Gewalt. In der für ihre Schonungslosigkeit berüchtigten TV-Show verstrickt sich Protagonist Vic Mackey samt seiner Polizei-Einheit in einem unwegsamen Sumpf aus Korruption, Intrigen und Brutalität.

Gemessen an ihrer Qualität zählt die US-Cop-Serie The Shield – Gesetz der Gewalt hierzulande zu den am sträflichsten behandelten Formaten des letzten Jahrzehnts. Nach zwei abgebrochenen Ausstrahlungen im deutschen Free-TV erhielt die Serie bisher eine vollständige Auswertung nur im hiesigen Bezahlfernsehen. Wohingegen sich bei ähnlich unkonventionellen Serien wie Die Sopranos oder Breaking Bad mittlerweile auch in Deutschland eine größere Fanbase etabliert hat, blicken The Shield-Anhänger beim Gegenüber oftmals in blanke Gesichter. Um dem Bekanntheitsgrad dieses rauen Juwels ein wenig auf die Sprünge zu helfen, schenke ich der Serie diese Woche mein Herz.

Der Rampart-Skandal als Inspiration
Als Epizentrum eines handfesten Korruptionsskandals erlangte das Rampart-Polizeirevier im Los Angeles der späten 1990er Jahre traurige Berühmtheit. Insbesondere der dort ansässigen Anti-Gang-Einheit namens CRASH konnte im Zuge der Ermittlungen zahlreiche Vergehen nachgewiesen werden. Shawn Ryans The Shield, inoffiziell zunächst auch als Rampart betitelt, greift eine ähnliche Prämisse auf. Im fiktiven Los Angeles-Bezirk Farmington begleitet der Zuschauer das Strike Team – eine Anti-Gang-Sondereinheit bestehend aus Vic Mackey (Michael Chiklis), Shane Vendrell (Walton Goggins), Curtis Lemansky (Kenny Johnson) und Ronnie Gardocki (David Rees Snell) – auf einer heiklen Gratwanderung zwischen Rechtschaffenheit und Kriminalität.

Mehr: Wie Fernsehserien das Kino einholten

“Ich bin eine ganz andere Art von Cop.”
Bereist in einer der frühen Episoden vermittelt Protagonist Vic Mackey mit obigem Zitat die Quintessenz von The Shield. Fernab von Hochglanz-Formaten wie CSI: Den Tätern auf der Spur, samt seinen etlichen Spin-Offs, entwickelt die Serie einen höchst unkonventionellen Stil. Sowohl inhaltlich als auch visuell. Während Horatio Caine (David Caruso) in CSI: Miami hauptsächlich damit beschäftigt scheint, seine Sonnenbrille auf und ab zu setzen, konzentriert sich The Shield auf sein Figurenensemble – eine Ansammlung höchst eigenwilliger und ambivalenter Charaktere. Mit ihnen bewegt sich das Publikum kontinuierlich in einer Welt voll moralischer Ambiguität. Reines Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse existieren nicht. Jedoch sieht sich der Zuschauer mit den unterschiedlichsten Abstufungen konfrontiert. Klare Trennlinien verwischen im Zuge dessen immer mehr, sodass es oftmals unmöglich scheint, Verbrecher und Ordnungshüter gegeneinander abzugrenzen. Darin liegt schlussendlich das ungeheure Spannungspotential jeder einzelnen Episode begründet.

Am deutlichsten lässt sich dieser Umstand am Protagonisten Vic Mackey, seines Zeichens Anführer des Strike Teams, feststellen. Spielte Michael Chiklis in Der Polizeichef – Eis im Blut (1991 – 1996) noch den gutmütigen, etwas moppeligen Gesetzeshüter, so tritt er in The Shield oftmals als zwielichtig und skrupellos auf. Nicht umsonst bezeichnet ihn sein Vorgesetzter Captain David Aceveda als Al Capone mit Dienstmarke. Denn getreu dem Sprichwort Der Zweck heiligt die Mittel schreckt Mackey vor nichts zurück, um im von Bandenkriegen gebeutelten Farmington für Recht und Ordnung zu sorgen. Wenn am Ende für ihn und seine Jungs ein paar Dollar zusätzlich herausspringen, umso besser. Während all der Jahre ist dabei eine beachtliche Liste verwerflicher Straftaten zustande gekommen. “Harmlosere” Verbrechen wie Behinderung der Justiz, Schmuggelei und Geldwäsche, aber auch Erpressung, Raub, Drogenhandel, Entführung, Folter und Mord umfassen Mackeys Repertoire. Wahrscheinlich würde jeder Staatsanwalt hier mit Freuden den Zellenschlüssel für immer wegwerfen. Der Zuschauer hingegen zeigt sich fasziniert von diesem zwiespältigen Teufel mit der weißen Weste.

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News