Jetzt bei Disney+: Alles steht Kopf ist in Krisenzeiten so wichtig wie nie

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© Walt Disney Studios Motion Pictures
Alles steht Kopf
11.04.2020 - 08:53 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Beim neuen Streaming-Dienst Disney+ tummeln sich zu Hunderten Filme und Serien für angenehme Ablenkung, doch keiner ist gerade so essentiell wie Alles steht Kopf.

Alles steht Kopf zeigt uns auf brillante Art und Weise, dass wir in Krisenzeiten nicht hilflos sind. Genau deshalb ist der Film so wichtig wie nie zuvor und zwar gleichermaßen für Erwachsene wie Kinder.

Alles steht Kopf ist in Deutschland bei Disney+ zu sehen.

Alles steht Kopf erklärt uns im besten Sinne, wer wir sind

Wer sich in seinem Leben noch nicht viel mit Psychologie auseinandergesetzt hat, dem wird in Alles steht Kopf das wohl komplexeste Universum - die menschliche Psyche - liebevoll und leicht verständlich dargelegt. Dabei hangelt sich der Film an einer Krise der elfjährigen Riley entlang, die mit ihren Eltern in eine andere Stadt zieht. Ihr Gefühlshaushalt wird dabei wortwörtlich auf den Kopf gestellt.

Normalerweise würden wir das von der Außenperspektive sehen und als empathische Wesen, die wir sind, dennoch mitfühlen. Die reine Außenansicht ohne Innenwelt könnt ihr euch übrigens in diesem Video anschauen:

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Der ganze Film hingegen zeigt uns ebenso verbildlicht, wie sich Rileys Isolation von ihren Freunden und ihrem alten Leben direkt auf ihre Gefühle auswirkt. Und dafür wurden für den Disney-Film die Emotionen Freude, Ekel, Angst, Wut und Kummer als Figuren ins Leben gerufen, die in Rileys Kopf unter anderem an einem großen Steuerpult stehen.

Alles steht Kopf zeigt, dass wir keine hilflosen Marionetten sind

Als der Film in den Kinos anlief, gab es einen kleinen Aufschrei. Der Film würde propagieren, dass wir alle Marionetten unserer Emotionen seien. Tatsächlich ist es aber genau anders herum, wie auch unser Autor Rajko in seinem Artikel zu Alles steht Kopf erklärt. Freude und ihre Gefühlskollegen reagieren die meiste Zeit über nur auf Riley, die wiederum auf äußere Umstände reagiert. Immer wenn die Emotionen scheinbar selbstständig agieren, kann das als Rileys Naturell interpretiert werden.

Alles steht Kopf: Riley in ihrer neuen Klasse

Riley ist einigen Situationen ausgesetzt, in denen sie sich nicht wohlfühlt und die Emotionen drehen am Rat - aber nicht andersherum. Wenn sie vor der Klasse zu weinen anfängt, dann nicht, weil Kummer eine Erinnerungskugel berührt. Kummer berührt die Erinnerungskugel "aus einem unerklärlichen Drang". Denn Riley ist mit ihrer Situation überfordert und muss eben diesem Kummer Ausdruck verleihen.

Traurigkeit ist keine Schwäche, sondern eine Notwendigkeit

Damit kommen wir zu größten Stärke dieses Disney-Films. Alles steht Kopf erklärt besser als jedes Lehrbuch und jede Therapiestunde, wie wichtig es ist, alle Gefühle zuzulassen. Es ist nie der "richtige Zeitpunkt", um traurig zu sein. Genauso wie Angst und Ekel ist auch Traurigkeit bzw. Kummer eine Reaktion auf gefährdende Situationen: zum Beispiel Isolation.

Alles steht Kopf

Im Schlüsselmoment des Films erkennt Freude, die Rileys Haupt-Emotion ist, dass sie in den schwersten Situationen das Zepter an Kummer abgeben muss, weil diese Emotion eine ganz eigene und besondere Art von Bindung zu anderen Menschen herstellen kann, und somit auch Verarbeitung schwerer Erlebnisse. Kurz gesagt: Heulen kann helfen.

Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr übrigens, dass bei Rileys Eltern andere Emotionen die Chefs sind. Bei der Mutter ist es beispielsweise Traurigkeit.

Auf sehr beeindruckende Weise erklärt der Film mit dem Einfrieren von Rileys Steuerpults sogar behutsam, wie eine Depression entstehen kann, wenn zu viele negative Gefühle zu tief begraben werden.

Selbsterkenntnisse sind in Krisenzeiten wichtiger denn je

Alle reden in der erzwungen ruhigen und gleichermaßen aufwühlenden Zeit, in der wir uns gerade befinden, von "Self Care". Gebt Acht auf euch! Bleibt sicher! Bleibt zuhause! Schützt euch! Kümmert euch um euch selbst! Aber wie geht das eigentlich? Der beste Startpunkt ist mit Sicherheit immer, sich selber gut zu kennen. Was tut mir gut? Wobei fühle ich mich wohl? Egal ob das Netflix, Oster-Videocalls mit der Familie oder Online-Kochkurse sind.

Alles steht Kopf

Da sich die meisten von uns derzeit so viel wie noch nie mit sich selbst beschäftigen (müssen), sind diese Erkenntnisse eine gute Alltagsstütze. In Alles steht Kopf erkennt Riley die Vertrautheit zu ihrer Familie als Dreh- und Angelpunkt, um über ihre persönliche Krise hinwegzukommen.

Alles steht Kopf ist auch zurecht auf Platz 1 unseres Pixar-Rankings und war der erste Film, den ich bei Disney+ angemacht habe. So schnell wird es diesem Geniestreich niemand nachmachen, uns unsere Psyche liebevoll, nützlich und erfinderisch darzulegen. Alles steht Kopf fordert von uns mehr Verständnis für uns selbst und genau das brauchen wir gerade.

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Habt ihr Alles steht Kopf bei Disney+ schon gestreamt?

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