True Grit - Kritik

True Grit

US · 2010 · Laufzeit 111 Minuten · FSK 12 · Western, Drama · Kinostart
Du
  • 4
    Eiri 14.10.2018, 20:50 Geändert 14.10.2018, 20:52

    Ich muss mich - auch wenn ich sonst grundsätzlich dem Western-Genre nicht abgeneigt bin - in meinen Kritikpunkten denen anschließen, die eine ähnliche Punktzahl vergeben haben wie ich. Die Dialoge sind einfach unfassbar willkürlich, nicht greifbar und langweilig und man wünschte sich, Marshal Cogburn würde doch bitte endlich mal seine Klappe halten. Ich musste wirklich 2/3 des Filmes mit mir ringen, nicht abzuschalten. Die Hauptcharaktere sind ausnahmslos unsympathisch und neben Jeff Bridges herausragendem Schauspiel und toller Bilder habe ich leider über diesen Film einfach nichts weiter zu sagen. Blep.

    • 6

      Es beweist sich hier mal wieder, dass Hollywood mit seinen weiblichen Helden nichts anzufangen weiss.

      Mattie Ross zeigt keine Emotion und entwickelt sich nicht. Ihre Figur ist oberflächlich gestrickt. Anstatt sie mit Stärken und Schwächen auszuzeichnen, ihr eine Seele zu geben und sie dem Zuseher sympathisch zu machen, sieht man ein toughes Supergirl, das zu jeder Zeit mit scharfen Sprüchen aufwarten kann und nie um den doch so geliebten Vater trauert. Was aus ihr wird, ist dann auch eine boshafte frustrierte alte Jungfer. Warum hatte sie für Liebe und Freude keine Zeit? Warum darf sie nicht abschliessen und glücklich werden? Eigentlich ist mir das egal. Ich kann mich zu wenig mit ihr identifizieren als dass sie mich kümmert.

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      • 6 .5

        Guter Film? Ja, schon! Guter Coen-Film? Eher nicht. Zwar sind die Charaktere super in Szene gesetzt, aber mir fehlte bis zum Ende der besondere Coen-Moment, den die vielen anderen Filme der Regie-Brüder bieten. Auch habe ich die großartigen Panoramen vermisst, auf die so viele Western bauen, um die Einsamkeit in den Weiten der Prärie (oder welche Landschaften auch immer da durchritten werden) zu betonen. Ein nicht so guter Coen-Film, der aber immer noch ein guter Film ist.

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        • 9
          cycloo77 29.06.2018, 02:59 Geändert 29.06.2018, 14:42

          Die Coen Brüder haben mit True Grit ein genialen Westernrache Ritt, meisterlich auf Zelluloid gebannt.
          Dabei liefern sie eine starke Optik, überragenden Sound, fein nuancierten Humor und einen brillanten Jeff Bridges als Rooster Cogburn. Sein Spiel ist duderino Big.
          Seine schauspielerischen Mitstreiter hier
          sind alle durchweg großartig.

          TRUE GRIT ist eine riesengroße Filmperle a la Coen Brüder!

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          • 7

            Durchaus sehenswert. Stimme aber auch ohne zu zögern all jenen zu, die sagen, sie hätten mehr erwartet. Das vermittelt der Film nämlich leider ebenso wie er einen guten Western erstellt.

            • 7 .5
              EudoraFletcher68 08.03.2018, 07:03 Geändert 29.06.2018, 21:40

              Die erste halbe Stunde fand ich nicht so berauschend und dachte mir, was ist denn mit den Coen-Brüdern los? Aber das habe ich schon bei anderen Filmen in anderen Kommentaren gelesen. Und möglicherweise liegts nicht an den Coen-Brüdern sondern an meiner Stimmung in der ich den Film gesehen habe und vielleicht ändert sich mein Eindruck bei erneuter Sichtung. Jedenfalls musste ich bei Jeff Bridges als Marshall dauernd an den Dude denken, was durchaus Charme hat.
              Es hilft vielleicht zu wissen, dass es sich um die zweite Verfilmung des gleichnamigen Romans handelt. Die erste Verfilmung ist von 1968 mit John Wayne als Marshall. Habe ich nicht gesehen.
              er nichts über die Handlung wissen will, sollte diesen Abschnitt nicht lesen: Es geht um die 14-jährige Mattie Ross, die 1878 nach Fort Smith, Arkansas reist, um den Leichnam ihres ermordeten Vaters abzuholen. Sie will den Mord rächen. Da sie keine Unterstützung durch die Behörden erhält, entschließt sie sich, den Mörder Tom Chaney (Josh Brolin, „no Country for old men“), der sich ins Indianer-Gebiet abgesetzt hat, selbst zur Strecke bringen. Sie engagiert den anarchischen und natürlich saufenden Marshall „Rooster“ Cogburn (Jeff Bridges). Cogburn will sich allein auf den Weg machen, lässt sich aber schließlich von Mattie davon überzeugen, Chaney gemeinsam zu jagen. Zu ihnen gesellt sich der Texas Ranger LaBoeuf (Matt Damon, „der Marsianer - rettet Mark Watney“, „Green Zone“), der das auf Chaney für ein anderes Verbrechen ausgesetzte Kopfgeld kassieren will. Anfangs versuchen Cogburn und LaBoeuf, das Mädchen loszuwerden, doch Mattie ist hartnäckig.

              Es entwickelt sich eine recht lustige Dynamik zwischen den dreien. Ich finde der Film lebt viel von dem komischen Gequatsche von Cogburn, der aber in der OV nicht gerade leicht zu verstehen ist.
              Große Schwierigkeiten hatte ich mit der Göre, die nunmal Haupt-Protagonistin ist. Somit ist der Film für mich nur überdurchschnittlich und sehenswert, aber so richtig begeistert hat er mich nicht.

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              • 6 .5

                Ich wurde gut unterhalten, habe mir bei dem Cast und 10 Oscarnominierungen im Rücken aber mehr erwartet. Stellenweise echt witzig und die kleine Steinfeld überzeugt mich am meisten. Matt Damon als Texaner und den dazugehörigen Dialekt fand ich auch klasse. Sehr solide

                • 6

                  Kommt natürlich nicht an das Original mit John Wayne heran aber trotzdem überzeugt der Film teilweise. Jeff Bridges ist natürlich eine coole Socke und er macht sehr vieles für den Film das dieser schlussendlich gut ist.
                  Das Cast ist im allgemeinen brauchbar und kann sich sehen lassen sogar Josh Brolin und Matt Damon konnten mich stellenweise überzeugen.

                  Teilweise ist der Film aber auch langweilig und es passiert teilweise auch zuwenig aber irgendwann kehrte die Spannung einwenig zurück.
                  Da ich von den Coen Brüder eigentlich keinen Fan bin und ihre Filme nur bedingt lustig finde ist dieser Film gelungen aber "True Grit" ist kein Meisterwerk er sorgt nur für kurzweilige Unterhaltung wenn überhaupt.

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                  • 6
                    angucker 16.10.2017, 09:58 Geändert 16.10.2017, 11:26

                    Hailee Steinfeld überzeugt als altkluge 14jährige in diesem lakonischen Remake des Originals von 1969. Es ist einfach witzig, wie sie als echter kleiner Nerd dem Pferdehändler mit dem Anwalt droht und versucht, den dreckigsten alten Mann zu finden und anzuwerben. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen und das genretypisch eher behäbige Erzähltempo nehmen den Zuschauer mit und die immer wieder eingestreuten lakonischen Gags zündeten auf unserem Sofa durchaus. Erfreulich, dass die mich häufiger enttäuschenden Coens hier nicht versuchen, das Genre oder die Vorlage durch den Fleischwolf der Regie zu drehen, sondern straffen, kürzen, modernisieren und damit rund 40 Jahre nach dem Original noch einmal punkten.

                    Und wenn einige Moviepiloten hier Hailee Steinfeld und Natalie Portman ("Leon, der Profi") bzw. deren Rollen versohlen wollen oder nervig finden, dann ist das etwas geschmacklos. Denn genau aus dieser jungmädchenhaften Nervigkeit, die ja in den Drehbüchern hier wie dort angelegt ist, beziehen beide Filme große Teile ihrer Spannung und Komik.

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                    • 8

                      Vor mehreren Jahren angefangen...und gerade eben zu ende gesehen. Die Story mag nichts neues sein, jedoch überzeugt der Film durch viele Szenen und das große Schauspiel Jeff Bridges und der anderen Darsteller.

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                      • 8

                        Muß ich an dieser Stelle wieder meinen Unmut über die COens kundtun? Wohl nicht in voller Länge, aber kurz anreißen möchte ichs schon:ich mag sie nicht besonders. Wobei es da weniger um die Coens selbst geht, mehr um ihre „Verehrung“: die können machen was sie wollen,drehen was sie möchten, wie auch immer: alle schreien „Geil, Kult!“ usw. Ich bin da ein wenig skeptisch, kann aber bei diesem Film sagen: hier haben sie als ordentliche Regisseure gearbeitet und einen anständigen Film heraus gebracht. Obendrein einen in dem sie auf ihren bewährten Star vertrauen: Jeff Bridges ist als vergammelter Ordnungshüter einfach eine Wucht und Vergleiche zu seiner Kultrolle als „Big Lebowksi“ werden nicht zu Unrecht genannt. Und doch, trotz dieser manchmal klamaukigen Figur gelingt es einen ordentlichen Film zu inszenieren dem trotz der gelegentlich scharfen Dialoge grundlegend melancholisch und ernst ist. Auch die weitere Besetzung kann sich sich sehen lassen, die kleine Hailee Steinfeld ist echt eine Wucht und braucht sich vor ihren namhaften Co-Stars nicht zu verstecken, Matt Damon brilliert ein weiteres mal als komischer Kauz ebenso wie Josh Brolin als Schurke. Und so hat man alle Elemente eines Western gekonnt vereint, weite Landschaftsaufnahmen, knallharte Shoot Outs und des öfteren Mal was zu schmunzeln. Für mich ist dies letztlich weniger ein Coen Film sondern mehr ein richtiger Western – und zwar ein richtig guter der wirklich „mumm“ hat!

                        Fazit: Ein wenig humorig, aber letztlich doch ein robuster, kerniger Western mit tollen Stars und Wucht!

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                        • 7
                          mariega 20.09.2017, 11:05 Geändert 20.09.2017, 11:08

                          ALICE IM WESTERNLAND
                          Alle Zutaten sind da, um eine amerikanische Soße zu erzeugen: Die weiten Landschaften der Wilden Westen, raue Natur, Pferde, die erschossen werden, damit sie nicht leiden, Sheriff mit Piraten-Augenklappe, Männlichkeit und Sauferei, die Bösen und die Guten, die bösen Guten und die guten Bösen, harte Männer, die die Finger abschneiden, eine junge Frau, die die Männer nachahmt, schießt, flucht und deshalb gut ist, Rache und Goldmünzen, ein Bär auf einem Pferd wie im Märchenwald, der Medizinmann, der mit dem Wolf tanzt, Schlangen und Skeletten mit Stiefeln, wie Weihnachtskugeln am Baum hängende Leichen, Moral und Justiz, hier komme ich und rette dich!
                          Die amerikanische Soße ist gelungen aber irgendwie schmeckt sie nur wie Ketchup auf Pommes.

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                          • 9

                            Fazit: "True Grit" ist ein überraschend schöner, friedlicher und gerechter Film, der aber nicht mit Ernsthaftigkeit geizt und teilweise auch schon recht lustig ist. Die Handlung ist simpel, wurde aber stark geschrieben, die Darsteller spielen allesamt toll und die Figurenzeichnung hat mir richtig gut gefallen. Handwerklich ist das bestens umgesetzt, die Atmosphäre ist toll und der Unterhaltungswert überzeugt vollkommen. Fans von den Coen-Brüdern und Westernfreunde müssen sich "True Grit" natürlich ansehen, aber es würde mich nicht wundern, wenn auch anderen Menschen dieses Werk gut gefällt!

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                            • Ich will jetzt mal nichts über den Film schreiben. Was mich maßlos ärgert, ist die deutsche Ausgabe der DVD-Hülle. Obwohl Hailee Steinfeld eine Hauptdarstellerin ist, wird sie nicht genannt. Wenn man wissen will, wie sie heißt, muss man die Kurzbeschreibung lesen.
                              Dafür bekommt Josh Brolin einen prominenten Platz neben Bridges und Damon, obwohl er nur am Schluss des Films auftaucht. Ich finde das eine Frechheit gegenüber der Darstellerin.

                              • 7

                                Sehr guter Western von den Coen's die aber leider den Kardinalsfehler machen.

                                Erstmal muss man sagen : Halleluja ! Hollywood bekommt es mal hin einen wirklich starken Film zu zaubern...in diesen Zeiten wohlgemerkt.
                                OK es waren die Coen Brüder am Werk da steigt die Wahrscheinlichkeit.

                                Klasse Bilder werden geliefert ...die Dialoge bewegen sich auch auf sehr gutem Niveau...kommen aber an den Wayne Western für mich nicht heran.
                                Bridges spielt das ebenso Klasse wie Hailee Steinfeld.
                                Damon geht so ein wenig unter...wird aber wohl so beabsichtigt gewesen sein.
                                Schöner Akzent in der Deutschen Synchro.
                                Obwohl der Rooster hier vielleicht noch ein wenig dreckiger ist... hatte ich trotzdem immer Wayne vor Augen.
                                Aber wie gesagt Bridges spielt toll...ob er nun Wayne versucht zu imitieren oder auch nicht...er ist hier grossartig und alles andere wäre nur bla bla.

                                Die Atmosphäre ist ebenso gelungen...111 Minuten macht das Filmchen hier Spass.
                                Das Tempo ist geradlinig und durchweg stimmig.

                                Ich hätte hier gerne 9 oder eine 10 vergeben...aber der große Fail für mich ist der Antagonist...der schlichtweg nicht vorhanden ist.
                                Das geht dem Film hier total ab.
                                Was noch ärgerlicher ist...man hatte Josh Brolin !!!
                                Hier waren Chancen ohne Ende...stattdessen bekommen wir Ihn erst ganz zum Schluss zu sehen.
                                In den 2 bis 4 Minuten mit kaum Dialog kann er natürlich auch nichts beitragen.

                                Na klar werden die Coen Brüder argumentieren es geht um den Ton des Films..um die Reise der 3 Menschen...ihre Entwicklung etc. pp. und so weiter.

                                Für mich steht und fällt ein Western aber auch mit dem Bad Guy.
                                Ähnlich wie in Erbarmungslos oder anderen Beispielen.

                                Toller Soundtrack und Song...

                                Starker Film mit dem kleinen großen ABER für mich !

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                                • 8

                                  Wenn die Coen Brüder darf man sich gewöhnlich auf einen Film mit einer sehr gut erzählten Story mit starken Charakteren freuen. Das ist auch bei "True Grit" der Fall.
                                  Recht subtil erzählt wird die Geschichte der jungen Mattie Ross die auf der Jagd nach dem Mörder ihres Vaters tatkräftige Unterstützung von Marshal Cogburn und Texas Ranger La Boeuf (Gespielt von Jeff Bridges und Matt Damon) bekommt.

                                  Die musikalische Untermalung verleiht dem Film den besonderen Charakter der dem Film einen recht melancholischen Charakter Verleiht.

                                  "True Grit" ist ein erzählerisches und schauspielerisches Meisterwerk aus der Feder der Coen Brüder und auch großartig inszeniert von eben diesen.

                                  • 7 .5

                                    Ein durchaus sehenswerter und spannender Western der eher auf die markanten Figuren und Dialoge setzt als auf große Schießereien. Die Schießereien im Film sind dann aber auch gut und spannend inszeniert.

                                    • 6 .5

                                      Solide Western-Ballade, Jeff Bridges in Höchstform, die Coens leider nicht mit dem, was man von ihnen erwarten darf, was allerdings am Stoff liegt, den sie sich da aussuchten. Wie bei den meisten Neo-Wetern ist das Problem die aalglatte Inszenierung.

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                                      • 8 .5

                                        Dem Texas ranger könnt ich ewig zuhören

                                        • 3
                                          ArnoldWiseau 17.06.2016, 14:41 Geändert 19.06.2016, 01:41

                                          Ich habe in meinem Leben schon viele Filme der Coens geschaut und sie haben mir immer zumindest gefallen (oft sogar weit mehr als das), aber TRUE GRIT war für mich überraschenderweise eine absolute Enttäuschung und ihr erster Film, bei dem ich wirklich sagen muss, dass ich ihn aus vielerlei Gründen für nicht gelungen halte.

                                          Normalerweise zeichnen sich die Werke der Brüder durch clevere Dialoge, einprägsame Figuren und ungewöhnliche Plot-Lines aus. TRUE GRIT hingegen wirkt so "mainstream" wie es nur sein könnte. Bis auf den hervorragenden Look konnte ich nichts Coen-haftes im gesamten Film erkennen. Besonders das letzte Drittel ist ein belangloses Klischee-Feuerwerk mit 0815-Western-Shootout und hyperkitschigem Ende.

                                          Die Figur des Rooster Cogburn wirkt insgesamt wie eine Karrikatur des ikonischen Western-Helden, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das als gewollte Überspitzung gedacht oder einfach Einfallslosigkeit der Coens war. Der überzeichnete Akzent und die platten, durch Trunkenheit verstärkten Mannerismen stoßen bei mir nur auf Verwirrtheit. Was soll diese Figur? Soll ich sie zunächst lustig finden und am Ende ins Herz schließen? Beides hat bei mir in keiner Weise funktioniert.

                                          Die andere Protagonistin Mattie Ross gefällt mir sogar noch weniger. Sie soll eine toughe 14-jährige sein, ok. Zu Beginn des Films kommt das noch halbwegs glaubwürdig rüber, aber im Verlauf der Handlung verkommt ihre Figur zu einer belanglosen Statistin, da weder ihr Inneres beleuchtet wird, was für eine Rache-Geschichte essentiell ist, noch sie überhaupt irgendetwas zu tun hat. Sie ist einfach da, um am Ende in eine Schlangengrube zu fallen und von Rooster dramatisch gerettet zu werden. Völlig bescheuert.

                                          Das hat mich insgesamt am allermeisten gefrustet: In einer Geschichte um ein durch Rache getriebenes Mädchen wird zu keiner Sekunde etwas Tiergehendes mit ihrer Figur gemacht. Sie entwickelt sich im Laufe der Handlung zu 0,0%. Vonvornherein ist sie als übertrieben tough geschrieben und wirkt dadurch vollkommen unglaubwürdig in einer von Männern dominierten Welt wie dem Amerika des 19. Jahrhunderts. Woher kommt ihre Abgebrühtheit? Sollte sie nicht gerade zu Beginn übermannt von Emotionen sein? Ihr Vater wurde brutal ermordet und sie macht sich daraufhin auf, dessen Mörder zur Strecke bringen zu lassen. Ist Rache nicht ungefähr die emotionalste Emotion die man sich vorstellen kann? Aber wie wirkt Mattie: zu jeder Zeit cool und selbstbewusst. Nicht mal als sie schließlich dem gesuchten Outlaw gegenübersteht, regt sich etwas bei ihr. Wo sind die ergreifenden Momente, die dafür sorgen, dass ich mich für sie interessiere? Letztendlich ist Mattie nichts anderes als eine leere, entmenschlichte Hülle, die mir vollkommen an der Hinterlade vorbeigeht.

                                          Somit bleibt TRUE GRIT für mich die erste maßlose Enttäuschung im Werk der Coens. Vielleicht ist ihnen im Laufe der Jahre inzwischen einfach ein wenig der "Pepp" verloren gegangen. Kompetent inszeniert ist der Film immer noch, aber inhaltlich wirklich in jeder Hinsicht äußerst schwach. All das was immer die Coens auszeichnete - kreative Plots, clevere Dialoge und vor allem die ikonischen Figuren - bleiben auf einem unspektakulären und völlig belanglosen Level. Das sorgte insgesamt dafür, dass mir TRUE GRIT jenseits der Optik wirklich überhaupt nichts gegeben hat.

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                                          • 5 .5

                                            Hier fällt meine Kritik ähnlich wie bei "Leon, der Profi" aus:

                                            Spannender Film, aber das Mädchen fand ich unerträglich. Ich wünschte man hätte ihr noch öfter den Hintern versohlt.

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                                            • 10

                                              True Griz („echter Schneid“) ist in mehrfacher Hinsicht sehr gelungen. Da ist zum einen eine altkluge hübsche 14-Jährige – meisterhaft gespielt von Hailee Steinfeld -, die sich durch ihre neunmalkluge und toughe Art direkten Respekt bei Revolverhelden, Abzockern und Strauchdieben verschafft. Männer, die sonst nichts scheuen, verharren in Sprachlosigkeit, so geschickt bringt sie dieser Teenager aus der Fassung. Die Coen-Brüder inszenieren das Ganze mit einer Leichtigkeit und ihrem typisch trockenen Humor, wie man ihn aus „No Country for Old Men“ kennt.

                                              10 Jahre zuvor haben wir Jeff Bridges als den „Dude“ in „The Big Lebowski“ gesehen, und hätten es damals nicht für möglich gehalten, dass Bridges jemals in seinem Leben einen noch abgefuckteren Charakter spielen könnte. Doch Rooster Cogburn ist ein dermaßen versoffenes Rauhbein, der in der Prärie schon mal mit kindischen Schießwettbewerben seine Mitreiter in Lebensgefahr bringt. Ein Wrack, dessen beste Zeiten lange vorbei sind. Und doch darf Cogburn am Ende zeigen, dass er tatsächlich „True Grit“ besitzt, und sich wie ein Vater geradezu heldenhaft um die jugendliche Mattie Ross kümmert.

                                              Matt Damon spielt einen gelangweilten Texas Ranger, dessen Schafskarabiner unentbehrlich wird. Der Böse in dem Film ist Tom Chaney, gespielt von Josh Brolin. Auch dieses Rauhbein sieht sich schnell einem redegewandten Girl gegenüber, das einen in den Wahnsinn treiben kann.

                                              Wenn die Coen-Brüder einen Film machen, ist man ähnlich wie bei Tarantino vorher gespannt, was daraus geworden ist. Und sie machen ihre Sache auch hier wieder verdammt gut. Lobend zu erwähnen ist neben den geschliffenen Dialogen und den kurzen, aber brutalen Gewaltszenen, dass sich die Coens durchaus einem Realismus verschreiben. So ist der kurze Blick in die Zukunft unserer Heldin als alte Jungfer, die nie heiratete, durchaus realistisch. Auch der Zeitkolorit stimmt, in Amerika begann sich das Rechtssystem durchzusetzen. Und wo früher das Schießeisen regierte, konnte man nun jemand beeindrucken, indem man ihm eine rechtliche Klage androhte.

                                              Der Film wird fast ausschliesslich von Hailee Steinfeld getragen, die locker den Altstars den Schneid wegnimmt. Die Coens wussten, dass ihr Film mit dieser Rolle steht und fällt. Hailee wurde aus 15.000 (!!!) Bewerberinnen gecastet, und entpuppt sich dabei als 6er im Lotto mit Zusatzzahl. Sie verkörpert die Rolle der Mattie Ross einfach brilliant.

                                              Fazit: Toller Western der Coens mit einer sensationell frechen Jungdarstellerin.

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                                              • 8

                                                So stelle ich mir einen guten Western vor, sehr spannend von der ersten bis zur letzten Minute und perfekt besetzt mit Jeff Bridges.Der einzige Kritikpunkt ist das verhalten der kleinen, das mal so gar nicht zu der damaligen Erziehung passt.

                                                • 9 .5

                                                  Toller Neo-western

                                                  • 7
                                                    Zuckerspinne 04.04.2016, 07:01 Geändert 11.04.2016, 18:28

                                                    Obwohl ich ja überhaupt kein Western Fan bin, hat True Grit mir gefallen.
                                                    Der Film hatte mich nach den ersten Minuten und hat mich auch nicht mehr losgelassen.

                                                    Hailee Steinfeld hat total überzeugt.
                                                    Sie hat den Film getragen und war wirklich genial! Auch Jeff Bridges und Matt Damon waren toll.

                                                    Naja...nachdem erstmals erwähnt wurde das La Boeuf Texas Ranger ist hatte ich die ganze Zeit dieses Intro im Kopf...

                                                    "In the eyes of a ranger,
                                                    The unsuspected stranger
                                                    Had better know the truth of wrong from right,
                                                    'cause the eyes of a ranger are upon you,
                                                    Any wrong you do he's gonna see,
                                                    When you're in Texas look behind you,
                                                    'cause that's where the rangers are gonna be..."

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